Kurze Wege und viel Luxus

Kurze Wege und viel Luxus Frankfurt/Main (dapd). Die Bildschirme am Gate Z-52 sind von Plastikhauben verhüllt, die Gucci-Filiale hat noch geschlossen, und vor der Senator Lounge stehen Absperrgitter. Es riecht nach Klebstoff und frischem Zement, besonders da, wo zwei Männer in Arbeitskitteln Fliesen verlegen. Es sind die letzten Arbeiten im neuen Teil des Frankfurter Flughafens, bis zur Eröffnung am 10. Oktober bleibt nicht viel Zeit. Von da an werden im neuen Flugsteig A-Plus jedes Jahr bis zu sechs Millionen Passagiere ein-, aus- und umsteigen. Der neue Flugsteig ist eine Entlastung für die bestehenden zwei Terminals. 56 Millionen Passagiere zählt der Frankfurter Flughafen jährlich, die Hälfte davon steigt lediglich um. Besonders für deren Bedürfnisse ist der Flugsteig A-Plus ausgelegt. Kurze Wege und moderne Technik ermöglichen der Lufthansa hier eine 15 Minuten engere Taktung der Anschlussflüge. Den Probebetrieb mit 2.000 Testpassagieren hat der neue Abschnitt bestanden. Nach einigen letzten Anpassungen kann es in anderthalb Wochen losgehen, wie Ulrike Flake-Bauer erklärt, die für die Lufthansa die Inbetriebnahme des Flugsteigs leitet. Wie ein neuer Arm aus Stahl und Beton ragt der Flugsteig A-Plus aus dem Terminal 1. Der gelbe Lufthansa-Kranich prangt darauf. Die Airline wird den neuen Bereich exklusiv nutzen. An sieben hervorstehenden Bauten, Brücken genannt, können demnächst Flugzeuge andocken, auch die ganz großen Modelle wie der Airbus A380 oder die Boeing 747. „Das sind die größten, die es überhaupt an einem Flughafen gibt“, sagt Flake-Bauer. 700 Millionen Euro Baukosten Fast 24 Meter sind diese Vorbauten hoch. Der Ein- und Ausstieg geht über bis zu drei rüsselartige Brücken, Business- und First-Class-Kunden betreten über einen exklusiven Zugang das Oberdeck des Riesenfliegers A380. Überhaupt ist der 700 Millionen Euro teure Flugsteig stark auf die Wünsche der Premiumkunden zugeschnitten. Fünf gesonderte Wartehallen gibt es für sie: zwei Business Lounges, zwei Senator Lounges und eine First-Class-Lounge. Die Passagiere sollen dort die unangenehmen Seiten langer Flüge möglichst vergessen. Exklusives Essen, Massagesessel und großzügige Duschräume gehören zur Ausstattung. In der Senator Lounge blicken die Passagiere von lederbezogenen Liegen auf eine Wand, die ihnen auf voller Fläche einen Wald vorgaukelt. Saftig ist das Grün der Blätter, durch die Licht zu fallen scheint. Das nüchterne Ambiente des übrigen Flughafens ist schnell vergessen. Premiumkunden sind wichtig für den Gewinn Die Lufthansa hat allen Grund, sich um ihre Premiumkunden zu kümmern. Mit den Reisenden in der Economy-Klasse verdient eine Fluggesellschaft kaum Geld. Wer allerdings einen der acht First-Class-Plätze der Lufthansa im A380 oder dem neuen Jumbo 747-8 bucht, der legt zwischen 8.000 und 10.000 Euro auf den Tisch. Eine der erfahrenen Airline-Mitarbeiterinnen, die sich um die Erste-Klasse-Kunden in der Lounge kümmert, heißt Jessica Weber. Sie lächelt professionell und berichtet von ihrer Arbeit. „Man ist dann eine Art Sekretärin“, sagt sie über die Betreuung der ausgewählten Kunden. Meist sind es Geschäftsleute, die allerlei Wünsche haben und sie gut beschäftigen. „Normale“ Passagiere dürfen nicht in die Lounges, können sich aber die Zeit in den kleinen Geschäften vertreiben oder einfach durch die Glasfassade auf die vorbeifahrenden Flugzeuge, Gepäckwagen und Busse schauen. Die Laufbänder sind schon in Betrieb, über den Köpfen werben Bildschirme für Luxusmarken. Ein Putzwagen surrt vorbei. Nur noch anderthalb Wochen bleiben bis zur Eröffnung. Dann werden die Plastiküberzüge von den Sitzbänken verschwunden sein, und der hektische Flughafenbetrieb kann losgehen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Gabriel schlägt Steinbrück als Kanzlerkandidaten vor

Gabriel schlägt Steinbrück als Kanzlerkandidaten vor Berlin (dapd). Die K-Frage der SPD ist geklärt: Parteichef Sigmar Gabriel hat am Freitag öffentlich den früheren Finanzminister Peer Steinbrück als Spitzenkandidaten der Sozialdemokraten für die Bundestagswahl 2013 vorgeschlagen. Am Montag kommt der SPD-Vorstand zu einer Sondersitzung zusammen, um Steinbrück zu küren, wie Gabriel in Berlin sagte. Am 9. Dezember soll dann ein Sonderparteitag in Hannover Steinbrück zum Kanzlerkandidaten wählen. Gabriel sagte, für ihn habe schon seit dem Frühjahr 2011 festgestanden, dass nicht er, sondern Steinbrück oder der Fraktionsvorsitzende Frank-Walter Steinmeier die SPD in die Bundestagswahl 2013 führen wird. Steinmeier habe ihm dann vor etwa vier Wochen nach der Sommerpause mitgeteilt, dass für ihn eine erneute Kandidatur ausgeschlossen sei. Steinbrück, mit dem er sich vor zwei Wochen in Hannover getroffen habe, habe ihm dagegen erklärt, er stehe zur Verfügung – wenn Gabriel ihn vorschlage. Zur Frage, warum er den Kanzlerkandidaten schon jetzt vorschlage, und nicht wie geplant zum Jahreswechsel, sagte Gabriel, „viele Mandatsträger“ aus der SPD hätten gewünscht, die Kür vorzuziehen. „Das darf ein Parteivorsitzender nicht überhören.“ Die SPD werde im Wahlkampf ein „neues soziales Gleichgewicht“ und eine „Bändigung der Finanzmärkte“ fordern, kündigte er an. „Für dieses Ziel und diese Aufgabe ist Peer Steinbrück der richtige Kandidat und der beste Kanzler, den Deutschland dafür finden kann“, sagte Gabriel. Steinbrück sagte, er sei sich der Herausforderung als Kanzlerkandidat sehr bewusst: „Wir wollen diese Bundesregierung ablösen. Wir wollen, dass sie durch eine rot-grüne Regierung ersetzt wird“. Steinmeier kündigte an: „Ich werde mich in diesem Wahlkampf so engagieren, als wäre es mein eigener.“ dapd (Politik/Politik)

Werbung
Werbebanner „Verbände Dialog Gütersloh“ mit Gruppe von Menschen und bunten Sprechblasen – Einladung „Sei dabei!“ am 25.–26. Juni 2026 im Kultur- und Kongresszentrum Gütersloh (kultur-raeume-gt.de).

Ude fällt nach Lösung der K-Frage ein Stein vom Herzen

Ude fällt nach Lösung der K-Frage ein Stein vom Herzen München (dapd). Bayerns designierter SPD-Spitzenkandidat bei den Landtagswahlen im kommenden Jahr, Christian Ude, versprühte gute Laune, als er zu einem Treffen von Kommunalpolitikern seiner Partei in den bayerischen Landtag kam. Zwar hatte der als Stargast vorgesehene SPD-Bundeschef Sigmar Gabriel kurzfristig abgesagt. Der Grund für dieses Schritt zauberte aber fröhliches Lächeln auf Udes Lippen: Endlich zeichnete sich ein Entscheidung im Ringen um die Kanzlerkandidatur ab – und Gabriel, von dem Ude den geringsten Rückenwind im Bayern-Wahlkampf erwartet hätte, war aus dem Rennen. Erst am Donnerstag hatte der Münchner Oberbürgermeister den SPD-Vorsitzenden bei einer Veranstaltung in Nürnberg getroffen. War ihm dabei schon aufgefallen, dass Gabriel auf die Kanzlerkandidatur verzichten will? „Nein, nichts“, versicherte Ude am Freitag bei einem Pressegespräch: „Er hatte gestern Abend noch vor, heute Vormittag hier zu sein.“ Ude fügte hinzu: „Also hat es ihn – zumindest was den zeitlichen Ablauf angeht – wohl selber überrascht.“ Bei der Verabschiedung habe Gabriel noch gesagt: „Bis morgen!“ Es sei offensichtlich nicht der Wille des SPD-Chefs gewesen, dass die Entscheidung in der K-Frage auf diese Weise bekannt wird. Ude hatte bereits seit einiger Zeit signalisiert, dass er gegen eine Kanzlerkandidatur Gabriels ist. Grund war die größere Popularität des früheren Bundesfinanzministers Peer Steinbrück und von SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier. Ude erläuterte am Freitag, gebraucht werde jemand, der nicht nur bei SPD-Stammwählern punkten kann: „Nach allen Umfragen lagen die ‚Stones‘ – Steinmeier und Steinbrück – bei dieser Frage deutlich vorne.“ Ein „großer Tag“ für die SPD Zunehmend genervt hatte Ude, dass die ungeklärte Kanzlerkandidatur Sachthemen überlagerte. Deshalb sei nun ein „großer Tag“ für die SPD, weil sich die Partei endlich auf die Kontroverse mit den schwarz-gelben Koalitionen im Bund und in Bayern konzentrieren könne. Hinzu komme, dass Steinbrück ausschließlich in überfüllten Festzelten spreche: „Seine Reichweite ist weiter als die der SPD allein.“ Ude freute sich, dies bringe ganz sicher auch Auftrieb für die Sozialdemokraten im bayerischen Landtagswahlkampf. Aber ist nicht Gabriel bei der Parteibasis beliebter als Steinbrück? Ude antwortete auf diese Frage mit dem etwas sperrigen Satz: „Sie haben recht, dass die innerparteiliche Akzeptanz bei den drei Persönlichkeiten, die für die Kandidatur in Betracht kamen, unterschiedlich ausgeprägt war – wie auch die Reichweite außerhalb der Partei.“ Ude warnt vor einem Schuss ins eigene Knie Der Oberbürgermeister fügte hinzu: „Peer Steinbrück hat wegen seiner offenen Aussprache – und weil er klare Kante zeigt und weil er als Finanzminister auch unpopuläre Entscheidungen mitzutragen hatte – ganz sicherlich in Teilen des Funktionärskörpers auch Probleme. Es wäre albern, das zu bestreiten.“ Die SPD müsse aber jetzt darüber nachdenken, „ob sie empfindsam und nachtragend sein will oder ob sie das einzig Erfolg versprechende Konzept einvernehmlich vertreten möchte“. Wenn Steinbrück Kanzlerkandidat sei, dann gebe es „für Sozialdemokraten nur noch die Alternative, diese hervorragende Lösung aktiv mitzutragen, oder sich schmerzhaft selber ins Knie zu schießen“. Ude stellte klar: „Ich bevorzuge die erste Variante.“ dapd (Politik/Politik)

Altmaier warnt vor Schlechtreden der Energiewende

Altmaier warnt vor Schlechtreden der Energiewende Berlin (dapd). Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) hat davor gewarnt, die Energiewende zu gefährden. „Wenn wir selber schlecht über uns reden, dürfen wir uns nicht wundern, dass das Ausland auch nicht mehr an uns glaubt“, sagte Altmaier im Rahmen einer Veranstaltung des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie zur Energiewende am Freitag in Berlin. Das Vorhaben der schwarz-gelben Koalition bis 2050 den Anteil erneuerbarer Energien am gesamten Energieverbrauch auf 60 Prozent zu steigen, sei eine „riesige Herausforderung“. „Es ist die Operation am offenen Herzen eines Marathonläufers, der auch noch vor hat den Weltrekord aufzustellen und das Rennen zu gewinnen“, sagte er. Zwar klinge dies aussichtslos, sei aber nur eine Frage der Abstimmung. Es müsse möglich sein, die Energiewende so auf die Beine zu stellen, dass sie keine Behinderung darstelle. Vielmehr solle sie „eine Unterstützung für diejenigen Teile unserer Volkswirtschaft sein, die im internationalen Wettbewerb stehen“, sagte Altmaier. Trotz der Abschaltung der Kernkraftwerke und der vielen Eingriffe zur Netzstabilisierung, die im vergangenen Winter notwendig waren, sei Deutschland unter dem Strich immer noch Stromexporteur. „Wir haben die Versorgungssicherheit gewährleisten können und wir haben einen riesigen Ausbau an erneuerbaren Energien.“ Das sei eine Herausforderung, die Deutschland gelöst habe und auf die Deutschland stolz sein könne. 2011 betrug der Anteil erneuerbarer Energien am gesamten Energieverbrauch 12,2 Prozent. Die Bauindustrie sagte der Bundesregierung ihre Unterstützung bei der Umsetzung der Energiewende zu. Sie werde ihre Projektentwicklungs- und Ausführungskompetenz einbringen, sagte Verbandspräsident Thomas Bauer. Sollten die gesetzlichen Regelungen für den Netzanschluss der Offshore-Windparks und den Ausbau der Netzinfrastruktur jetzt nicht auf den Weg gebracht werden, könne der Zeitplan zur Energiewende allerdings ins Stocken geraten. dapd (Wirtschaft/Politik)

T-Mobile USA erhält Milliarden für seine Mobilfunktürme

T-Mobile USA erhält Milliarden für seine Mobilfunktürme Bonn (dapd). Milliardendeal für die Deutsche Telekom: Der Bonner Konzern vermietet 6.400 Mobilfunktürme der amerikanischen Tochter T-Mobile USA langfristig an den Infrastrukturbetreiber Crown Castle. Weitere 800 Türme werden verkauft. Dafür erhält Deutschlands größter Telekommunikationsanbieter eine Einmalzahlung von 2,4 Milliarden US-Dollar (1,9 Milliarden Euro), wie er am Freitag mitteilte. T-Mobile USA werde die Türme weiter nutzen und den dafür benötigten Platz von Crown Castle anmieten, erklärte die Telekom. Darüber hinaus kann der Infrastrukturkonzern bisher ungenutzte Flächen an andere Telekommunikationsunternehmen vermieten. In den USA werden Mobilfunktürme zum größten Teil von spezialisierten Gesellschaften betrieben und von mehreren Mobilfunkanbietern parallel genutzt. Die angeschlagene US-Mobilfunktochter der Telekom muss zurzeit mit Milliardenaufwand ihr Mobilfunknetz auf den neuen LTE-Standard aufrüsten, um im Kampf mit den drei anderen großen landesweiten Anbietern mithalten zu können. Die Kosten dafür beziffert die Telekom auf rund vier Milliarden US-Dollar. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Bischöfe für Ausweitung des Betreuungsgelds

Bischöfe für Ausweitung des Betreuungsgelds Fulda (dapd). Die katholischen Bischöfe setzen sich für eine Ausweitung des umstrittenen Betreuungsgeldes ein. Nach Ende ihrer Vollversammlung in Fulda forderte die Deutsche Bischofskonferenz am Freitag, die Familienleistung allen Eltern zur Verfügung zu stellen. Zudem schlug sie höhere Sätze vor. Die Bischöfe schlossen sich Forderungen katholischer Verbände nach einer Zahlung in Höhe von 300 Euro im Anschluss an das Elterngeld an. Eltern, deren Kinder öffentlich geförderte Betreuung in Anspruch nähmen, müssten „zumindest anteilig in den Genuss dieser Leistung kommen“, hieß es. Weiter sprachen sich die Bischöfe dagegen aus, das Betreuungsgeld auf Sozialleistungen anzurechnen. Grundsätzlich stellten sie diese Familienförderung aber explizit nicht infrage, sondern unterstützten das Betreuungsgeld. Nach den bisherigen Plänen der schwarz-gelben Koalition soll die Leistung an Eltern von ein- und zweijährigen Kindern gezahlt werden, die für den Nachwuchs keine staatliche geförderte Betreuung in Anspruch nehmen. Der Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz, Hans Langendörfer, betonte: „Es lag immer schon auf der Linie unserer Argumentation, hier eine Weitung der Bezugsgruppe und eine größere finanzielle Ausstattung anzuregen.“ Keine Frist für Ergebnisse der Arbeitsgruppe Die Bischöfe hatten von Montag bis Donnerstag in Fulda getagt. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, präsentierte am Freitag die Ergebnisse. Demnach wurde etwa eine sechs Bischöfe umfassende Arbeitsgruppe zum Thema wiederverheirateter Geschiedener beschlossen. Sie solle „Aspekte für eine Handreichung ausarbeiten“, sagte Zollitsch. Eine Frist gebe es nicht. Eine schnelle Lösung, die nicht allgemein akzeptiert werde, würde Schaden bedeuten, begründete der Erzbischof das Vorgehen. In der Frage werde auch das Gespräch mit der Glaubenskongregation in Rom gesucht. Konkrete inhaltliche Entscheidungen traf die Versammlung hinsichtlich der Situation wiederverheirateter Geschiedener damit nicht. Gleichwohl betonte Zollitsch, es sei nicht die Absicht, das Thema auf die lange Bank zu schieben. „Es wird Zeit, dass etwas geschieht. Und das wissen wir auch“, sagte Zollitsch. Er betonte auf Nachfrage, dass es ausschließlich um wiederverheiratete Geschiedene gehe. Gleichgeschlechtliche Partnerschaften sind somit nicht Gegenstand der Beratungen. Auch Entscheidungen zur stärkeren Beteiligung von Frauen vertagten die Bischöfe. Diesem Thema und „möglichen Verabredungen“ sei der Studientag der nächsten Vollversammlung 2013 in Trier gewidmet. Laienbewegung vermisst konkrete Entscheidungen Die Laienbewegung „Wir sind Kirche“ kritisierte, dass die Vollversammlung „wiederum nur Ankündigungen und Arbeitsgruppen vermeldet“ habe. Es habe den Anschein, als ob einige Mitglieder der Bischofskonferenz „immer noch nicht bereit sind, die unverändert große Kirchenkrise und die anhaltend hohen Kirchenaustrittszahlen zur Kenntnis zu nehmen“. Die Geduld des breiten Kirchenvolkes werde bald zu Ende sein, wenn die Bischöfe sich nicht endlich tatkräftig für die schon lange überfälligen Reformschritte einsetzten, sagte Christian Weisner vom „Wir sind Kirche“-Bundesteam. dapd (Politik/Politik)

SAP hat fast alle Genehmigungen für Ariba-Übernahme

SAP hat fast alle Genehmigungen für Ariba-Übernahme Walldorf (dapd). Dem Software-Konzern SAP fehlt nur noch eine Genehmigung für den milliardenschweren Kauf des Cloud-Anbieters Ariba. Die Kartellbehörde in Großbritannien habe der Übernahme zugestimmt, teilte SAP am Freitag in Walldorf mit. Damit fehle als letzte ausstehende regulatorische Voraussetzung die Zustimmung der US-amerikanischen Kartellbehörde. SAP erwartet den Abschluss des Kaufs im vierten Quartal. Ariba ist ein Anbieter von Online-Handelsnetzwerken. Durch den Kauf will SAP „zum führenden Unternehmen im schnell wachsenden Segment Cloud-basierter Geschäftsnetzwerke“ werden, wie der Vorstandsvorsitzende Jim Hagemann Snabe im Mai auf der SAP-Hauptversammlung gesagt hatte. Der DAX-Konzern muss für Ariba mehr als drei Milliarden Euro auf den Tisch legen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Krise greift auf Premiumhersteller über

Krise greift auf Premiumhersteller über Neckarsulm (dapd). Die Absatzkrise in Westeuropa reißt zunehmend die Premiumhersteller mit. Sie zwingt jetzt auch Audi zum Produktionsstopp. Im Werk in Neckarsulm, in dem unter anderem der A6 und der A8 produziert werden, sollen in der ersten Oktoberwoche die Bänder stillstehen, wie eine Audi-Sprecherin am Freitag sagte. Damit bestätigte sie einen Bericht des Südwestrundfunks. Stefan Bratzel, Automarktexperte der Fachhochschule Bergisch Gladbach, sagte der Nachrichtenagentur dapd, die Situation in der europäischen Automobilindustrie sei ernst. „Völlig immun sind auch die Premiumhersteller nicht.“ Die Audi-Sprecherin bezeichnet die Produktionspause als ganz normalen Vorgang. Es handle sich um eine „vorausschauende Fahrweise“. Das Unternehmen nutze den Feiertag am 3. Oktober, zu dem ohnehin viele Beschäftigte freinehmen würden. Audi halte für 2012 nach wie vor an seinem Rekordabsatzziel von 1,4 Millionen verkauften Einheiten fest. „Bei der Prognose ist berücksichtigt, dass die Gesamtnachfrage vor allem in Südeuropa nachlässt“, sagte die Sprecherin. Bislang legen nur Massenhersteller wie Ford oder Opel Produktionspausen ein. Beide stecken ebenso wie Renault, Peugeot Citroën oder Fiat tief in der Krise und fahren horrende Verluste ein. Ford verkündete in dieser Woche für Beschäftigte in Deutschland und Europa ein Abfindungsprogramm. Ziel ist es, sich auf freiwilliger Basis von Hunderten Mitarbeitern zu trennen. Opel hat an den Standorten Rüsselsheim und Kaiserslautern Kurzarbeit eingeführt, in dieser Woche haben in Eisenach die Bänder stillgestanden. Automanager sehen schwarz Zum Auftakt des Pariser Autosalons am Donnerstag malten entsprechend fast alle Top-Manager schwarz. Der Konzernchef von Peugeot Citroën, Philippe Varin, rechnet damit, dass neben Peugeot auch andere Firmen Werke schließen müssen. Der Daimler-Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche stimmte sein Unternehmen auf Sparmaßnahmen ein: „Wir werden keinen Teil dieser Firma von der Suche nach mehr Effizienz ausnehmen“, sagte er. Mercedes-Benz will im Stammwerk Sindelfingen vom Zweischicht- auf Einschichtbetrieb umstellen. Das hat allerdings nicht nur mit der Krise, sondern vor allem mit dem Auslaufen des aktuellen S-Klasse-Modells zu tun. Im kommenden Jahr will die Marke mit dem Stern dann das neue Modell vorstellen. Unternehmen und Betriebsrat streiten sich noch wegen der Umstellung. Der Betriebsrat fürchtet, dass den Arbeitern Geld entgeht. Zudem werden voraussichtlich Leiharbeiter das Werk verlassen müssen. Volkswagen profitiert bislang von der Schwäche der vom europäischen Markt abhängigen Hersteller und gewinnt Marktanteile. „Ob es für alle möglich sein wird, ohne Hilfe des Staates über die Runden zu kommen, ist fraglich“, sagte VW-Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch am Rand der Automesse in Paris. Er schloss nicht aus, dass die europäische Absatzkrise noch schlimmer wird. Von BMW ist bislang von Krise noch keine Rede. Der Vertriebsvorstand Ian Robertson sagte, die Sorgen der Autoindustrie in Europa verstellten den Blick auf den Rest der Erde, wo der Absatz gut laufe: „Die Welt erscheint düster, aber sie ist es nicht“, sagte er. Bratzel: Hersteller haben aus Krise 2008/09 gelernt Experte Bratzel ist aber überzeugt: „Natürlich wird auch bei BMW die Situation sehr genau beobachtet.“ Wie ernst die Situation in der gesamten Branche ist, ließe sich vor allem am enormen Druck bei den Händlern beobachten. „Es gibt keinen Auftragsbestand, die leben quasi von der Hand in den Mund“, sagte er. Immerhin hätten die Hersteller aus der Krise 2008/09 gelernt, vor allem Daimler. Die Stuttgarter hätten Situation damals völlig unterschätzt und viel zu spät reagiert. „Ich gehe davon aus, dass man der Krise jetzt sehr viel sensibler begegnet“, sagte er. Dazu gehört beispielsweise, dass die Hersteller Überkapazitäten vermeiden beziehungsweise abbauen. Ganz so schlimm wie 2008/09 sieht es nach Einschätzung Bratzels derzeit noch nicht aus. „Es ist die große Frage, ob es zu einer globalen Krise wird“, sagte er und fügte hinzu: „Das sehe ich noch nicht so.“ Insbesondere die Premiumhersteller würden in China, USA und weiteren Märkten nach wie vor gut verkaufen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Daimler und Renault-Nissan schließen Fusion aus

Daimler und Renault-Nissan schließen Fusion aus Paris (dapd). Trotz der guten Zusammenarbeit schließen die Autokonzerne Daimler und Renault-Nissan eine Fusion aus. „Du kannst glücklich sein mit einem Flirt, aber nicht mit einer Hochzeit“, sagte der Präsident der französisch-japanischen Allianz, Carlos Ghosn, am Freitag auf der Automesse in Paris. Derzeit gebe es keinen Grund für solche Schritte. Der Erfolg der Kooperation liege eben in der Unabhängigkeit beider Konzerne. Daimler und Renault-Nissan zeigten sich mit der seit 2010 laufenden Zusammenarbeit sehr zufrieden. „Wir rechnen das nicht genau auf den Cent aus, aber wir profitieren beide deutlich von der Kooperation“, sagte der Daimler-Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche. Mit dem Stadtlieferwagen Mercedes Citan, der auf dem Renault Kangoo basiert, sei jetzt ein erstes Ergebnis der Kooperation auf den Markt gekommen. „Und das zu einem sehr wettbewerbsfähigen Preis“, erklärte Zetsche. Derzeit läuft die gemeinsame Entwicklung der nächsten Kleinstwagen-Generation des Smart und des Renault Twingo, die der ursprüngliche Anlass für die Zusammenarbeit war. Im Jahr 2014 soll das Ergebnis zu den Händlern rollen. Alle festgelegten Projekte seien somit entweder bereits umgesetzt oder lägen im Plan, erklärten die beiden Unternehmenschefs. Zetsche kündigte zugleich an: „Wir haben noch mehr Ideen, die Carlos- und Dieter-Show wird weitergehen.“ So gewährt Daimler Nissan die Lizenz, bei der Tochterfirma Jatco in Mexiko Automatikgetriebe für Modelle von Nissan und Infiniti zu fertigen. Die Unternehmen führen zudem Gespräche über die Entwicklung von Brennstoffzellen-Antrieben und ein unternehmensübergreifendes Lieferprogramm für Batterie- und Antriebskomponenten. „Alle Projekte brauchen ihre Zeit“, sagte Zetsche. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

IG Metall verstärkt den Kampf gegen Leiharbeit

IG Metall verstärkt den Kampf gegen Leiharbeit Berlin (dapd). Die IG Metall hat von Wirtschaft und Politik die Eindämmung von Leiharbeit, befristeten und prekären Arbeitsverhältnissen verlangt. Der Zweite Vorsitzende der Gewerkschaft, Detlef Wetzel, nannte am Freitag die derzeitige Situation einen arbeitsmarktpolitischen Irrweg. Eine Umfrage unter Betriebsratsvorsitzenden ergab darüber hinaus, dass unternehmerische Risiken immer häufiger auf die Beschäftigten abgewälzt werden. Wetzel sagte einen Kollaps des Rentensystems voraus, falls sich der Niedriglohnsektor in der bisherigen Dynamik ausdehne. Vielmehr seien angesichts des anstehenden Fachkräftemangels ein neues Leitbild von guter Arbeit und eine Qualifizierungsoffensive unabdingbar. Mit Billiger-Strategien werde Deutschland im Innovationswettbewerb keine Chance haben, sagte er. Er forderte ein Verbandsklagerecht und die Stärkung individueller Beschwerderechte. Eine Untersuchung des Arbeitsmarktspezialisten der Universität Duisburg-Essen, Gerhard Bosch, ergab, dass Niedriglöhne und atypische Beschäftigung kein Sprungbrett in reguläre Arbeit seien. Die Chancen auf besser bezahlte Tätigkeiten seien in den letzten 15 Jahren zurückgegangen. Vielmehr ergäben sich aus solchen prekären Beschäftigungsverhältnissen hohe soziale Kosten für Steuer- und Beitragszahler. Für Aufstocker hätten sie 2010 11,5 Milliarden Euro zahlen müssen; darüber hinaus hätten solche Arbeitsverhältnisse gravierende Auswirkungen auf die Alterssicherung. Bosch verlangte eine Rückkehr zu eigenständiger Existenzsicherung und der „Mitfinanzierung des Gemeinwesens über Beiträge und Steuern“. Nach einer aktuellen Umfrage der IG Metall unter Betriebsratsvorsitzenden werden unternehmerische Risiken individuell auf die Beschäftigten abgewälzt oder per Werkvertrag gleich komplett outgesourct. Es gebe „in vielen Betrieben keine leiharbeitsfreie Zone mehr“, erklärte die IG Metall. Selbst im Bereich von Forschung und Entwicklung setzten 16 Prozent der Betriebe auf Leiharbeit. Elf Prozent der Leihbeschäftigten arbeiten länger als zwei Jahre im gleichen Betrieb. Als weitere atypische Beschäftigungsform werden befristete Arbeitsverhältnisse genutzt, knapp die Hälfte der Befristungen läuft länger als zwölf Monate, zeigt die Betriebsrätebefragung. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Newsletter

Wöchentliche Updates für Entscheider – kostenlos, jederzeit abbestellbar.

Kein Spam. 1× pro Woche. Datenschutzerklärung.