VDMA NRW: Seitwärtsbewegung auf hohem Niveau

Düsseldorf. Der Umsatz des nordrhein-westfälischen Maschinen- und Anlagenbaus pendelte sich 2014 bei über 42,8 Milliarden Euro und damit ca. 500 Millionen unter dem Vorjahresniveau ein. Aktuell bewegt sich der Umsatz auf einem guten Niveau seitwärts.

Unsicherheiten auf den globalen Märkten und die leicht rückläufige Auslandsnachfrage haben diese Entwicklung geprägt. „Etliche für den NRW-Maschinenbau wichtige Teilbranchen haben das letzte Jahr negativ abgeschlossen und die Entwicklung im nordrhein-westfälischen Auftragseingang nachteilig geprägt“, erklärt Siegfried Koepp, Vorstandsvorsitzender des VDMA NRW. „Nordrhein-Westfalen deckt mit seiner Vielfalt an Teilbranchen, die jeweils unterschiedlichen Entwicklungszyklen unterliegen, ein breites Spektrum ab.“

Rund 2.000 neue Arbeitsplätze im NRW-Maschinenbau

Erfreulich ist die Entwicklung der Beschäftigten: Im Jahresdurchschnitt beschäftigte der nordrhein-westfälische Maschinen- und Anlagenbau 199.526 Mitarbeiter in Betrieben mit mehr als 50 Beschäftigten. Damit liegt die Zahl der Mitarbeiter im Maschinen- und Anlagenbau in Nordrhein-Westfalen um 1.823 über dem Vorjahr. „Die Zahlen zeigen, dass der Maschinenbau der größte industrielle Arbeitgeber und das Herzstück der Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen ist“, sagte Koepp.

Ein durchschnittliches Ergebnis wurde 2014 beim Export erzielt. Die Unternehmen exportierten Maschinen und Anlagen im Wert von 28,7 Milliarden Euro und lagen damit um 2,7 Prozent unter den Zahlen von 2013 (29,5 Milliarden Euro).

Weiterhin ist der wichtigste Absatzmarkt des nordrhein-westfälischen Maschinenbaus der chinesische Markt. Der Absatz ins Reich der Mitte konnte um 3 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro leicht zulegen, ist damit aber immer noch von seinem Spitzenwert aus dem Jahr 2011 (4,1 Milliarden Euro) entfernt. Exporte in die USA konnten 2014 beinahe um 5 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro zulegen, was der höchste erzielte Wert bislang ist. Auf den Plätzen drei und vier folgen – wie in den vergangenen Jahren – Frankreich mit 1,5 Milliarden Euro und die Russische Föderation mit 1,3 Milliarden (- 16 Prozent). Platz fünf belegten die Niederlande mit Maschinenexporten aus NRW von 1,2 Milliarden Euro.

Ausblick 2015: gleichbleibendes Niveau erwartet

Der Maschinen- und Anlagenbau ist in Nordrhein-Westfalen hervorragend aufgestellt. Seine Produkte werden weltweit nachgefragt. Vor dem Hintergrund der Krisenherde in Russland, Ukraine und Nahem Osten sowie der von Unsicherheiten geprägten weltwirtschaftlichen Lage prognostiziert der Vorstand des VDMA NRW für 2015 eine Seitwärtsbewegung. Sollten die Ausrüstungsinvestitionen anziehen bzw. weltweit Konjunkturimpulse ausgelöst werden, wird der nordrhein-westfälische Maschinenbau davon profitieren.

Stärkere Investition in Verkehrsinfrastruktur

Nordrhein-Westfalen bewältigt enorme Verkehrsflüsse. Die hiesigen Unternehmen sind auf eine gute und funktionstüchtige Verkehrsinfrastruktur angewiesen, um ihre Produkte und Technologien pünktlich zu ihren Kunden zu liefern. „Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur müssen jetzt konsequent und mit oberster Priorität vorangetrieben werden, um die bereits verschärfte Situation nicht eskalieren zu lassen“, forderte Koepp.

Reformen bei Erbschaftssteuer nicht zu Lasten des Mittelstandes

Das Bundesverfassungsgericht hat im Dezember 2014 einzelne Regelungen der Erbschaftssteuer für verfassungswidrig erklärt. Die bisherigen Reformvorschläge des Bundesfinanzministers gehen zu Lasten des Mittelstandes und werden vom VDMA abgelehnt. Insbesondere Unternehmen, die über eine starke Eigenkapitaldecke verfügen, sollen künftig noch stärker zur Kasse gebeten werden. Nach den Vorstellungen des Bundesfinanzministers zählt ein Unternehmen bereits zu den Großunternehmen, wenn der vererbte Unternehmenswert über 20 Millionen Euro liegt. Auf Maschinenbauer trifft dies bereits bei einer Beschäftigtenzahl von ca. 100 Personen zu. Der VDMA warnt daher vor einer unverhältnismäßigen und beschäftigungsgefährdenden Erbschaftssteuer- belastung der mittelständischen Investitionsgüterindustrie.

www.vdma.org

Veröffentlicht von

Sascha Brinkdöpke

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