Mehr Einsatz für die zweite Halbzeit

Im April gab es im Agenturbezirk Bielefeld noch 2185 Jugendliche ohne Stelle und 1870 unbesetzte Ausbildungsstellen. Bei den unversorgten Bewerbern sank die Zahl zum Vorjahr spürbar, die Zahl der unbesetzten Stellen stieg dagegen kräftig an.

„Insgesamt wurden uns seit Oktober bisher 1,8 Prozent mehr Ausbildungsstellen gemeldet als noch im Vorjahr. Eine zurückhaltende Entwicklung, die wir uns deutlich ausgeprägter gewünscht hätten. Aber noch sind wir früh im Ausbildungsjahr. Die erste Halbzeit ist grade erst abgelaufen. Die nächsten Monate bieten genug Zeit, um beim Stellenangebot nachzubessern“, so Christian König, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Bielefeld. „Auf der Seite der Bewerber sehen wir ein anderes Bild. Hier hat die Zahl der Jugendlichen, die eine Ausbildungsstelle suchen und damit den Unternehmen der Region als zukünftige Fachkräfte zur Verfügung stehen, deutlich abgenommen.

Wir verzeichnen hier einen Rückgang von 5,7 Prozent, was 270 jungen Menschen entspricht. Eine leichte Zunahme auf der einen Marktseite, eine spürbare Abnahme auf der anderen – für die verbliebenen Suchenden erhöht sich über diese Marktschwankung die Chance auf einen Ausbildungsplatz. Dieser Effekt schlägt sich dann auch in der Zahl der noch unversorgten Bewerber nieder, die mit einem Minus von 13,7 Prozent sehr deutlich unter dem Vorjahreswert liegt. Aktuell stehen 100 unversorgten Bewerbern 87 freie Stellen gegenüber. Eine Verbesserung in Bezug auf das vergangene Ausbildungsjahr, die jedoch hauptsächlich demographische Ursprünge hat und uns deshalb nicht gänzlich zufrieden stimmen kann.“

In Relation zu 2015 gab es im April 342 unversorgte Bewerber weniger, ein Minus von 13,7 Prozent. Die unbesetzten Ausbildungsstellen stiegen dagegen an, um 104 (5,9 Prozent). Die Relation zwischen Bewerbern und Ausbildungsstellen ist leicht besser als im Vorjahr. Für die angehende Fachkräftegeneration stehen damit mehr Ausbildungsstellen zur Verfügung. Im April standen 87 unbesetzte Ausbildungsstellen 100 unversorgte Bewerber gegenüber. Im Vorjahr waren es nur 71 Stellen auf 100 Bewerber.

Seit Beginn des Berichtsjahres wurden insgesamt 4090 Stellen von den Arbeitgebern gemeldet. Dies ist ein Zuwachs von März auf April von 169 Stellen. Im Vergleich zum letzten Jahr bedeutet dies eine leichte Steigerung von 1,8 Prozent, hier waren 73 Stellen weniger gemeldet. Insgesamt gibt es noch 1870 unbesetzte Stellen. Die meisten unbesetzten Stellen gibt es im April noch für angehende Kaufleute im Einzelhandel (195 Stellen), Verkäufer (123 Stellen) und Handelsfachwirte (75 Stellen).

Seit Beginn des Ausbildungsjahres haben sich insgesamt 4475 Ausbildungs-suchende in Bielefeld und Kreis Gütersloh gemeldet (Vorjahr: 4745). Der Verbleib der Bewerber ist unterschiedlich. Während sich die einen in die Erwerbstätigkeit oder Ausbildung abmelden, entschließen sich andere dann doch für einen weiteren Schulbesuch oder ein Studium. Die meisten gemeldeten Bewerber verbleiben dann jedoch schlussendlich in einer betrieblichen Ausbildung. Von den 4475 traf dies im April bereits auf über 1000 zu.

Die meisten unversorgten Bewerber gibt es noch für Ausbildungsstellen für Kaufleute im Einzelhandel (157 Bewerber), Medizinische Fachangestellte (129 Bewerber) und Industriekaufleute (128 Bewerber).

„Im Pool der unversorgten Bewerber haben wir noch viele gut qualifizierte Bewerber. Insgesamt suchen noch 241 Bewerber mit der allgemeinen Hochschulreife nach einem Ausbildungsplatz. Nehmen wir die Bewerber mit Fachhochschulreife dazu, haben wir insgesamt fast 650 Bewerber mit den höchsten Schulabschlüssen. An der Qualität der Bewerber sollte es also nicht scheitern. Aber auch Bewerber, die auf den ersten Blick nicht erste Wahl sind, sollten eine Chance erhalten. Wir sehen hier ein großes Potential. Sie sind sehr oft auf den zweiten Blick gut geeignet“, erklärt König.

www.arbeitsagentur.de

Veröffentlicht von

Sascha Brinkdöpke

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