Neue Ansätze aus it´s OWL Projekten

Neue Ansätze für die Gestaltung von Arbeitsplätzen und die Qualifizierung von Fachkräften - Modellprojekte von Unternehmen und Forschungseinrichtungen des Spitzenclusters it´s OWL
Offene Grundeinstellung und intensive Kommunikation als Erfolgsfaktoren für Arbeit 4.0 sehen Ralf Nettelstroth (IG Metall, links), Prof. Dr. Roman Dumitrescu (it´s OWL, Mitte) und Prof. Dr. Günter Olesch (Phoenix Contact, rechts). (Foto: it´s OWL)

Paderborn. Die Digitalisierung führt zu einem grundlegenden Wandel in der Arbeitswelt. In zwei Modellprojekten haben Unternehmen und Forschungseinrichtungen des Spitzenclusters it´s OWL gemeinsam neue Ansätze für die Gestaltung von Arbeitsplätzen und die Qualifizierung von Fachkräften entwickelt. Die Ergebnisse und Empfehlungen sind in der Broschüre „Gestaltung digitalisierter Arbeitswelten“ aufbereitet.

Prof. Dr.-Ing. Roman Dumitrescu (Geschäftsführer it´s OWL Clustermanagement GmbH) zieht ein positives Resümee: „Untersuchungen zeigen, dass die Digitalisierung das Wirtschaftswachstum erhöht und Lösungen für den drohenden Fachkräftemangel in der Industrie 4.0 bietet. Im Spitzencluster it´s OWL sehen wir die Digitalisierung als Chance, gemeinsam mit den Beschäftigten Arbeitsplätze zu sichern und im Sinne der Beschäftigten zu optimieren. Die Ergebnisse aus unseren Modellprojekten zeigen, dass dies hervorragend gelingt. Erfolgsfaktoren sind insbesondere eine positive Grundeinstellung zum Thema Digitalisierung, eine intensive Kommunikation in den Unternehmen sowie die Einbindung der Beschäftigten.“

Mit dem Projekt „Arbeit 4.0 – Arbeiten in der digitalen Welt“ werden im Spitzencluster it´s OWL Handlungsempfehlungen für den Mittelstand entwickelt, um den Wandel der Arbeitswelt aktiv zu gestalten. Dazu haben fünf Unternehmen gemeinsam mit Forschungseinrichtungen Modellprojekte umgesetzt, in denen Unternehmensspitze, Produktionsleitung, Personalabteilung, Beschäftigte, Betriebsrat und Gewerkschaften zusammengearbeitet haben. Beteiligt sind die Unternehmen Diebold Nixdorf, Hettich, Miele, Phoenix Contact und Weidmüller. Themenbereiche sind beispielsweise der Einsatz von Assistenzsystemen, interaktive Robotik und Technologieakzeptanz.

Zukunftswerkstatt Combicon

In dem Pilotprojekt Zukunftswerkstatt „Combicon“ von Phoenix Contact geht es beispielsweise darum, die Arbeitsprozesse in der Leiterplatten-Anschlusstechnik zu verbessern und nach arbeits- und sozialwissenschaftlichen Gesichtspunkten zu gestalten. Neue variantenflexible Betriebsmittel für kleine Losgrößen, eine neue Bedruckungstechnologie und ein System zur Unterstützung der Wartungsteams wurden entwickelt. Der Prozess von der Anlage einer Beschriftungsvariante bis zu der Bedruckung wurde digitalisiert. Dabei wurden u.a. Arbeitszeitmodelle, Umfang und Verteilung der Arbeitsinhalte, erforderliche Qualifikationen, Datenschutz und Vergütung betrachtet.

Durch einen breiten Beteiligungsprozess konnten Veränderungen in den Tätigkeiten und Qualifikationen herausgearbeitet werden. Im Ergebnis sehen alle Beteiligten die Digitalisierung der Arbeitswelt als Chance. Gleichzeitig wurde die Handlungsnotwendigkeit aufgezeigt und der Weg erarbeitet, den die Beteiligten jetzt gemeinsam gehen wollen.

Mitbestimmung als Erfolgsfaktor

In allen fünf Modellprojekten ziehen die Beteiligten ein positives Fazit aus der bisherigen Zusammenarbeit und der intensiven Einbindung der Beschäftigten. Anforderungen und Veränderungen werden aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Von Beginn an wird mit bedacht und besprochen, wie die neuen Technologien sowohl der Fehlervermeidung als auch der Aufwertung von Tätigkeiten dienen. Die Mitarbeiter bringen ihre Erfahrungen und Beobachtungen aus dem Produktionsalltag ein. Werks-Layout, Maschinen-Technik und digitale Prozesse werden dadurch besser aufeinander abgestimmt. Qualifizierungsbedarfe werden stärker frühzeitig und vorausschauend erhoben. Auf diese Weise können die Personalplanung und die Personalentwicklung auf sich verändernde Tätigkeitsspektren und Verantwortungsbereiche abgestimmt werden.

Passgenaue Qualifizierungsangebote entwickeln

In den Modellprojekten wird deutlich, dass ein hoher Bedarf zur Qualifizierung der Beschäftigten für neue Technologien besteht. Vor allem technische Fachkräfte mit langjähriger Berufserfahrung sind im Rahmen der digitalen Transformation mit vielfältigen Veränderungen in ihren Aufgaben und Arbeitsweisen konfrontiert. Um diesen Prozess möglichst reibungslos zu gestalten und das Erfahrungswissen der berufserfahrenen Fachkräfte zu sichern, hat der Spitzencluster in dem Projekt „Bildungsmotor it´s OWL“ ein berufsbegleitendes Qualifizierungsangebot entwickelt.

Auf Grundlage eines individuellen Entwicklungsplans absolvieren die Teilnehmer dabei ein sechsmonatiges Programm, um ihr Fach- und Methodenwissen zu erweitern. Basis ist eine Schulung zu den Grundlagen der disziplinübergreifenden Produktentwicklung und des Zusammenspiels zwischen Produkt und Produktionsverfahren über den gesamten Lebenszyklus. Darüber hinaus arbeiten sie an Projekten mit, in denen in Kooperation mit einer Forschungseinrichtung konkrete Fragestellungen ihres Unternehmens gelöst werden. Das praxisnahe Programm findet eine große Resonanz. 41 Ingenieure aus 24 Unternehmen haben bisher erfolgreich an dem Pilotprogramm teilgenommen.

Den Weg zur Arbeit 4.0 gemeinsam weitergehen

Die Gestaltung der Arbeitswelt ist ein zentrales Themenfeld in der Strategie des Spitzenclusters für die nächsten Jahre. Dabei sollen Erfahrungen und Lösungen für digitalisierte Arbeit in die Breite getragen und auf die individuellen Bedarfe der KMU angepasst werden. Darüber werden in Kooperation von Wissenschaft und Unternehmen innovative Ansätze für die digitalisierte Arbeitswelt entwickelt. Und darüber hinaus werden Kompetenzen und Erfahrungen in bedarfsgerechten Weiterbildungsangeboten verfügbar gemacht und in einer it’s OWL Academy gebündelt.

www.ostwestfalen-lippe.de

Veröffentlicht von

Sascha Brinkdöpke

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