Madrid (dapd). Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Hans-Peter Keitel, hat sich in Madrid zum Euro bekannt. „Die deutsche Industrie und die deutsche Wirtschaft stehen in ihrer großen Mehrheit hinter dem Euro“, sagte er am Donnerstag bei der Eröffnung eines deutsch-spanischen Unternehmertreffens im Regierungspalast La Moncloa. „Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass wir gemeinsam versuchen müssen, Griechenland innerhalb des Eurosystems zu halten.“ Für den Euro zu sein, sei ein schlichtes Eigeninteresse. „Es gibt keine spanische Krise, es gibt keine italienische Krise. Es gibt eine europäische Krise, und die ist natürlich auch eine deutsche“. ZU dem Treffen erwartet wurden unter anderen Siemens-Chef Peter Löscher, VW-Chef Martin Winterkorn und Daimler-Chef Dieter Zetsche. Parallel dazu wollte Bundeskanzlerin Angela Merkel später den spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy besuchen. Der spanische Wirtschaftsminister Luis de Guindos sprach sich für eine Bankenunion in Europa aus, nannte aber keine Details. Seine Forderung nach einem Ankauf von Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank wiederholte er zunächst nicht. Spanien vollziehe nun die Reformen, die Deutschland vor zehn Jahren absolviert habe. Spanien sei wettbewerbsfähig und könne Weltmarktanteile gewinnen. Derzeit schrumpfe aber die spanische Wirtschaft. Die Regierung rechnet mit minus 1,5 Prozent 2012. Der spanische Staatshaushalt solle saniert werden, sagte de Guindos weiter. Die Neuverschuldung solle sinken von neun Prozent 2011 auf sechs Prozent 2012, 4,5 Prozent im kommenden Jahr und 2,8 Prozent 2014. Die überhöhte Privatverschuldung müsse zurückgeführt werden, ebenso wie die Immobilienblase, erklärte der Minister weiter. Dies habe zu einer extrem hohen Arbeitslosigkeit geführt. Nun müssten Grundlagen für zukünftiges Wachstum gelegt werden. Die spanischen Exporte begännen derzeit wieder zu wachsen. Das Handelsbilanz-Defizit gegenüber Deutschland gehe zurück. Spanien arbeite auf einen Überschuss in der Leistungsbilanz zu. Sie enthält auch die Tourismus-Einnahmen. © 2012 AP. All rights reserved (Politik/Politik)
Lufthansa entschuldigt sich in Zeitungsanzeigen
Frankfurt/Main (dapd-hes). Die Lufthansa hat wegen des Streiks der Flugbegleiter große Werbeanzeigen in deutschen Tageszeitungen geschaltet. Der Vorstand entschuldigte sich auf diese Weise am Donnerstag bei den Kunden von Deutschlands größter Fluggesellschaft für die Unannehmlichkeiten. „Wir halten diesen Streik für unverhältnismäßig“, schreibt die Lufthansa-Führung weiter. „Er fügt dem Unternehmen hohen finanziellen Schaden zu und beschädigt das Ansehen der Marke Lufthansa.“ Zuvor hatte die Fluggesellschaft Werbespots für den neuen Business-Class-Sitz in Nachrichtensendern und -portalen gestoppt. Lufthansa will diese aus dem Umfeld der Berichterstattung über die Streiks heraushalten. Auf Reiseseiten werde die Kampagne aber weitergeführt, sagte ein Sprecher. Die Flugbegleitergewerkschaft UFO kündigte für Freitag einen bundesweiten Ausstand an. Die Lufthansa streicht deshalb 1.200 Flüge. Mehr als 40 Verbindungen fallen bereits am Donnerstag aus. (Liste der gestrichenen Lufthansa-Flüge: http://url.dapd.de/xbCill ) dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Maschinenbau rechnet mit zwei Prozent Wachstum
Frankfurt/Main (dapd). Der deutsche Maschinenbau hat seine Produktion im ersten Halbjahr deutlich gesteigert und erwartet nun auch im gesamten Jahr ein Plus. Von Januar bis Juni habe die Branche preisbereinigt vier Prozent mehr produziert als im Vorjahreszeitraum, teilte der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagen (VDMA) am Donnerstag in Frankfurt am Main mit. Der Verband erhöhte seine Prognose für dieses Jahr auf zwei Prozent Wachstum und erwartet auch 2013 ein Plus von zwei Prozent. Im Februar hatte er für 2012 noch ein Nullwachstum prognostiziert. Der Maschinenbau sei im Frühjahr besser als erwartet gestartet, sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers. „Das zieht das ganze Jahresergebnis nach oben.“ Im ersten Quartal habe die Branche die Produktion um 8,1 Prozent erhöht. Im zweiten Vierteljahr habe diese mit einem Plus von 0,2 Prozent nahezu auf Vorjahresniveau gelegen. Der geringere Auftragseingang in der ersten Jahreshälfte mache sich im zweiten Halbjahr stärker in der Produktion bemerkbar und werde das Jahresergebnis auf ein Plus von zwei Prozent drücken. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Zeugnisübergabe bei der Gauselmann Gruppe
Espelkamp. Als krönenden Abschluss ihrer zwei und drei Jahre dauernden Berufsausbildung fand jetzt die offizielle Zeugnisübergabe für alle Sommerprüflinge der Gauselmann Gruppe statt. Vor der Schlosskulisse Benkhausen überreichte Armin Gauselmann im Namen der Unternehmerfamilie den anwesenden 31 – von insgesamt 47 – erfolgreichen Ausbildungsabsolventen dieses Sommers ihre Ausbildungszertifikate. Insgesamt schlossen damit in diesem Jahr 66 Nachwuchskräfte der Gauselmann Gruppe ihre Ausbildung ab. Aktuell werden nunmehr 177 Auszubildende in 15 unterschiedlichen Berufen im Unternehmen ausgebildet.
Ruf nach mehr Einfluss des Ostens in der Linkspartei
Halle/Saale (dapd-lsa). Die Vorsitzende der Linkspartei in Sachsen-Anhalt, Birke Bull, hat die Forderung nach mehr Einfluss der Ostdeutschen in der Linken befürwortet. „Wir wollen eine Fortsetzung der Vereinigung mit fairen Mitteln und auf Augenhöhe“, sagte sie der „Mitteldeutschen Zeitung“. Hierzu bedürfe es gewisser Korrekturen. Sachsen-Anhalts Fraktionsvorsitzender Wulf Gallert erklärte: „Die Mitgliederzahlen im Westen erscheinen uns sehr hoch im Vergleich zu dem, was an Beiträgen reinkommt. Das muss überprüft werden. Denn wenn hier Leute als Mitglieder geführt werden, die es nicht sind, dann hätte das natürlich Auswirkungen auf die Mandatsverteilung beim Bundesparteitag.“ Bull und Gallert sind Mitunterzeichner eines Briefes, den die ostdeutschen Landes- und Fraktionsvorsitzenden an die Parteivorsitzenden Katja Kipping und Bernd Riexinger geschrieben haben und in dem sie „mehr Respekt“ anmahnen. dapd (Politik/Politik)
Völlig verantwortungsloses Machtkartell
Berlin (dapd). Die deutsche Ärztekammer ruft Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) auf, die Macht des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zu beschneiden. Der Spitzenverband entwickele „sich zu einem völlig verantwortungslosen Machtkartell, und da müsste der Bundesgesundheitsminister eingreifen“, sagte der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, am Donnerstag im ZDF-„Morgenmagazin“. Zugleich zeigte er sich optimistisch, im Streit über höhere Honorare für Ärzte mit den Kassen eine Einigung erreichen zu können. Bei solchen Verhandlungen sei es üblich, dass man erstmal „die Instrumente zeigt, mit denen man sich bedrohen kann“, sagte Montgomery. In diesem Zusammenhang verwies er auf mögliche Praxisschließungen. Am Ende müssten beide Seiten jedoch zurück an den Verhandlungstisch und „miteinander einen Vertrag unterschreiben“. Der Spitzenverband ist seit Juli 2008 die zentrale Interessenvertretung der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherungen. Seine Gründung geht zurück auf die Gesundheitsreform 2007. Mit Blick auf die Rekordrücklagen der gesetzlichen Krankenkassen sprach sich der Ärztekammerpräsident gegen eine Beitragssenkung aus. Allerdings sei er dafür, die Praxisgebühr abzuschaffen. Sie bringe außer Verwaltungsaufwand ind den Praxen „gar nichts“. dapd (Politik/Politik)
Wenige Passagiere fliegen mit Air Berlin
Berlin (dapd). Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin hat im August fünf Prozent weniger Passagiere befördert als im Vorjahresmonat. Trotz des Rückgangs der Passagierzahl auf 3,57 Millionen Fluggäste sei die Auslastung der eigenen Maschinen nur um rund 0,7 Prozent zurückgegangen, da das Unternehmen auch seine Kapazität gegenüber dem Vorjahr um 4,2 Prozent verringert habe, erklärte die Airline am Donnerstag in Berlin. Auf die ersten acht Monate des Jahres gesehen hat Air Berlin die Auslastung seiner Flugzeuge sogar erhöht. Von Januar bis August habe Air Berlin 22,71 Millionen Passagiere befördert. Das seien 5,3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, erklärte das Unternehmen. Dem stand aber eine Senkung der Kapazität um 6,8 Prozent gegenüber. Unterm Strich habe sich die Auslastung der Flüge von Januar bis August um 1,2 Prozent erhöht, hieß es. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
UFO-Streik: Dutzende Flüge fallen bereits am Donnerstag aus
Frankfurt/Main (dapd). Wegen des bundesweiten Streiks der Flugbegleiter streicht die Lufthansa schon am (heutigen) Donnerstag mehr als 40 Verbindungen. Neben einzelnen Inlandsflügen fallen vor allem Interkontinentalverbindungen aus, wie auf der Internetseite der Lufthansa ersichtlich ist. Die Flugbegleitergewerkschaft UFO hatte angekündigt, am Freitag alle Standorte der Lufthansa ganztägig zu bestreiken. Die Chancen, dass der neuerliche Ausstand noch abgewendet wird, sind äußert gering. Er habe „keinen Anhaltspunkt, dass sich etwas tut“, sagte ein Lufthansa-Sprecher. Es bleibe aber eine „Resthoffnung“. Insgesamt streicht die Lufthansa zum Wochenende 1.200 Flüge. Das seien etwa zwei Drittel der vorgesehenen Verbindungen, sagte ein Unternehmenssprecher. Rund 600 Flüge sollten stattfinden. In großen Zeitungsanzeigen entschuldigte sich die Fluggesellschaft bei ihren Kunden für die Unannehmlichkeiten wegen des Ausstands. „Wir halten diesen Streik für unverhältnismäßig“, schreibt der Vorstand. „Er fügt dem Unternehmen hohen finanziellen Schaden zu und beschädigt das Ansehen der Marke Lufthansa.“ Deutschlands größte Fluggesellschaft habe die Zahl der Verbindungen „beherzt“ und frühzeitig zusammengestrichen und hoffe, die verbliebenen Flüge umsetzen zu können, sagte der Sprecher. Die Kunden sollten sich beizeiten ein Bild machen können. Die Flugbegleiter fordern fünf Prozent mehr Gehalt und den Verzicht der Lufthansa auf die Gründung von Billiglohngesellschaften. Die Fluggesellschaft bietet Entgelterhöhungen von 3,5 Prozent an, den Verzicht auf Leiharbeit, auf betriebsbedingte Kündigungen und auf befristete Verträge. Am Dienstag waren fast 350 Flüge ausgefallen, als die Gewerkschaft Berlin, Frankfurt am Main und München bestreikte. 43.000 Lufthansa-Kunden waren betroffen, rund 1.500 saßen an den bestreikten Standorten Frankfurt und München die Nacht über fest, wie ein Lufthansa-Sprecher sagte. (Liste der gestrichenen Lufthansa-Flüge: http://url.dapd.de/xbCill ) dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
„Gesellschaftliche Verantwortung mittelständischer Unternehmen sichtbar machen“
Gütersloh. Namhafte deutsche Unternehmen haben am Montag gemeinsam mit der Bertelsmann Stiftung in Gütersloh ein bundesweites Netzwerk mittelständischer und familiengeführter Firmen gegründet. Es versteht sich als eine Plattform, die unternehmerische gesellschaftliche Verantwortung unterstützen will und das Engagement von Unternehmen hierfür vernetzt.
Stöß will mit der Bundes-SPD um das Rentenkonzept streiten
Berlin (dapd-bln). Für die Durchsetzung seines Rentenkonzepts will der neue Berliner SPD-Landesvorsitzende Jan Stöß auch einen Streit mit der Bundesspitze seiner Partei riskieren. „In der Rentenfrage muss etwas passieren. Wir werden uns zur Not auch im Konflikt mit der Bundes-SPD in die Diskussion einbringen“, sagte Stöß im Interview der Nachrichtenagentur dapd. Natürlich könne nicht immer alles Eins zu Eins umgesetzt werden. Aber er sei „zuversichtlich“, dass das Konzept am Ende eine ausreichende Mehrheit finden werde. Im kommenden Jahr will die SPD die Rentenfrage im Bundestagswahlkampf zum Thema machen. Seit Monaten wird deshalb parteiintern um das richtige Konzept gestritten. Der Berliner Landesverband drängt dabei neuerdings in eine führende Rolle, nachdem der Landesvorstand am 21. August einen Vorschlag erarbeitet und einstimmig beschlossen hat. Nach dem Willen der Landesspitze soll er auf dem Bundesparteitag im November als Leitantrag eingebracht werden. Laut dem Berliner Plan soll der Beitragssatz moderat angehoben werden, damit das Rentenniveau bei heute 51 Prozent eingefroren und eine Demographie-Rücklage aufgebaut werden kann. „Andernfalls droht eine ganze Generation in die Altersarmut abzusacken“, warnte Stöß. Auf Bundesebene birgt das Konzept politischen Sprengstoff. Denn es steht im Gegensatz zur Position von SPD-Bundestagsfraktionschef Frank-Walter Steinmeier, der seit Jahren eine Absenkung des Rentenniveaus befürwortet und in der Partei als potenzieller Kanzlerkandidat gehandelt wird. Der Konflikt liege dadurch natürlich auf der Hand, räumte Stöß ein. „Der Fahrplan sieht vor, dass wir zuerst unser Rentenkonzept beschließen und dann unseren Kanzlerkandidaten bestimmen. Ich finde, dass ist auch die richtige Reihenfolge: Erst die Inhalte, dann das Personal“, sagte Stöß. Vor diesem Hintergrund regte der Berliner Landeschef erneut an, in einer Urwahl über das neue Konzept abstimmen zu lassen. „Die Verhinderung der Altersarmut sollte in der SPD breit diskutiert werden, weshalb ich eine Mitgliederbefragung für eine gute Idee halte“, sagte Stöß. SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles hatte diesen Vorstoß allerdings bereits zurückgewiesen. Ungeachtet dessen kündigte Stöß an, in Zukunft die Berlin-SPD auf Bundesebene wieder stärker profilieren zu wollen. In der Vergangenheit sei das zu kurz gekommen. Damit solle nun Schluss sein, sagte Stöß: „Wir werden das ganz klar ändern.“ dapd (Politik/Politik)
