Logistik- und Versicherungsbranche verzeichnen hohen Ausbildungszuwachs

Spitzenposition für den Handel: Etwa jede fünfte Ausbildungsstelle in Ostwestfalen fällt in die Gruppe der Industriekaufleute, Einzelhandels- sowie Groß- und Außenhandelskaufleute. Doch auch die Ausbildung bei Versicherungen, in der Elektroindustrie und in der Verkehr- und Logistik-Branche scheint für Jugendliche immer attraktiver zu werden.

Dies zeigt eine Auswertung der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK) zur Ausbildungsentwicklung in den einzelnen Berufen und Berufsgruppen. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 22,3 Prozent mehr Ausbildungsverträge abgeschlossen als im Jahr 2003 – dem letzten Jahr vor der Unterzeichnung des Ausbildungspakts auf Bundesebene.

„Die Bundesregierung und die Spitzenorganisation der Wirtschaft haben im Juni 2004 den ersten Ausbildungspakt unterzeichnet, in dem sich alle Seiten zu mehr Anstrengungen und Leistungen zur Verbesserung der Ausbildungssituation verpflichtet haben“, erläutert IHK-Geschäftsführer Swen Binner die Grundlagen der Analyse. Zu den Bestandteilen des Paktes auf IHK-Seite zählten unter anderem die Einstellung zusätzlicher Ausbildungs-Akquisiteure, eine engere Zusammenarbeit mit den Unternehmen und zusätzliche Veranstaltungen wie beispielsweise das Azubi-Speed-Dating.

„Die Maßnahmen griffen erstmalig im Jahr 2004, sodass der Vergleich der Neueintragungen aus 2014 und 2003 den gesamten Paktzeitraum umfasst“, erklärt Binner. Danach verzeichnen in den Berufsgruppen die Bereiche Verkehr, Transport, Logistik mit + 46,5 Prozent (331 neue Ausbildungsverträge in 2014) sowie die Versicherungen (+ 55,1 Prozent / absolut 121 Verträge) die stärksten Zuwächse. „Interessant ist auch, dass allein auf die Handelsberufe, also Einzelhandel und Großhandel, gut 22 Prozent aller bei der IHK eingetragenen Ausbildungsverträge entfallen, nämlich 1.677 von 7.580“, erklärt Binner. „Auch die Berufe der Metallverarbeitung stellen mit 15,6 Prozent einen überproportional starken Ausbildungsbereich dar.“

Die absolut stärksten Einzelberufe waren im letzten Jahr die Industriekaufleute (826 neue Ausbildungsverträge), die Kaufleute im Einzelhandel (700) sowie die Kaufleute im Groß- und Außenhandel (457). „An den Zuwächsen in der Logistik wird die Bedeutung der Tätigkeitsfelder in diesem Bereich deutlich. Die Fachkräfte für Lagerlogistik als dreijähriger Ausbildungsberuf haben sich mit 249 Ausbildungsverträgen verdreifacht, die zweijährigen Fachlageristen mit 92 eingetragenen Verträgen mehr als verdoppelt“, sagt Binner.

Hohe Zuwächse erzielten auch die Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung (+ 80,4 Prozent / absolut 175), die Verkäufer (+ 68,5 Prozent / absolut 418) sowie die Fachinformatiker Systemintegration (+ 51,6 Prozent / absolut 188). In einzelnen Berufen sind jedoch im letzten Jahr deutlich weniger Verträge als 2003 eingetragen worden, z. B. den IT-Systemelektronikern (- 30,3 Prozent / absolut 46 Verträge), den Restaurantfachleuten (-26 Prozent / absolut 54) und den Köchen (- 25,3 Prozent / absolut 139).

Insgesamt überwiegen die männlichen Auszubildenden mit 62,7 Prozent (4.755), deren Anteil sich seit dem Jahr 2003 um fast 30 Prozent erhöht hat. Die Zahl der Ausbildungsverträge mit weiblichen Auszubildenden ist in diesem Zeitraum um zehn Prozent auf 2.787 angestiegen. Binner rechnet für das laufende Ausbildungsjahr mit einem weiteren deutlichen Zuwachs der Ausbildungsverträge, wenn die Unternehmen ihre offenen Ausbildungsstellen adäquat besetzen können.

www.ostwestfalen.ihk.de

Veröffentlicht von

Sascha Brinkdöpke

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