Agentur für Arbeit Bielefeld: Winterzeit auf dem Arbeitsmarkt

Agentur für Arbeit Bielefeld, erklärt zur Entwicklung des Arbeitsmarktes im Januar
Jahresverlauf zur Arbeitslosenzahl: Die Grafik zeigt die jahreszeitlich üblichen Schwankungen auf dem Arbeitsmarkt in der Stadt Bielefeld. Seit Anfang 2017 unterschreiten die Monatswerte die des Vorjahres deutlich. (Foto: Agentur für Arbeit Bielefeld)

Bielefeld. Matthias Dainat, Sprecher der Agentur für Arbeit Bielefeld, erklärt zur Entwicklung des Arbeitsmarktes im Januar: „Der Wintermonat Januar sorgte saisontypisch für einen Anstieg der Arbeitslosigkeit in unserer Region. Neben der Witterung kommen auch Entlassungen und ausgelaufene Befristungen zum Jahreswechsel hinzu und das beendete Weihnachtsgeschäft. Dadurch ist die Arbeitslosenquote, wie erwartet, gestiegen. Dennoch befindet sich unser heimischer Arbeitsmarkt in einem positiven Verlauf, zumal die Arbeitslosenzahl des Vorjahres deutlich unterschritten wurde. Mit der kommenden Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt fällt auch wieder die Arbeitslosigkeit“.

Daten zur Arbeitslosigkeit

Im Januar befanden sich 13.671 Personen in der Erwerbslosigkeit. Die Arbeitslosigkeit stieg saison-bedingt um 4,7 Prozent (+609 gemeldete Arbeitslose) im Vergleich zum Vormonat. Weiterhin lag das Niveau der Arbeitslosigkeit in der Stadt Bielefeld deutlich unter dem Vorjahreswert. Im Vergleich zum Januar 2017 betrug der Rückgang 9,5 Prozent (-1.431 Personen). Die Quote der Arbeitslosigkeit in der Leineweberstadt stieg saisonal zum Jahreswechsel und steht nun bei 7,8 Prozent. Damit lag sie 0,3 Prozentpunkte über dem Wert des Vormonats, aber mit 1,0 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert.

Nach besonderen Personengruppen am Arbeitsmarkt betrachtet zeigen sich die saisontypischen Zunahmen der Arbeitslosigkeit unterschiedlich ausgeprägt im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die Spanne der Veränderungen reichte im Januar von +6,4 Prozent bei den Ausländern bis zu +4,2 Prozent bei den über 55 Jährigen und älter. Die Personengruppe der Jüngeren unter 20 Jahren hingegen profitierte weiterhin. Unter ihnen nahm die Arbeitslosigkeit um 4,6 Prozent ab.

Entwicklung der Arbeitskräftenachfrage

Im Januar wurden der Arbeitsagentur und dem Jobcenter von den Betrieben in der Stadt Bielefeld 573 Stellen zur Besetzung bekannt gegeben. Das waren 34,5 Prozent (302 Stellen) weniger als im Dezember. Verglichen mit dem Vorjahr gab es im Januar eine Abnahme um 36,4 Prozent (328 Stellen). Insgesamt liegt der Bestand an freien Stellen, die der Arbeitsagentur und dem Jobcenter zur Vermittlung zur Verfügung stehen, mit 3.563 aktuell über dem Vorjahresniveau (+483 Stellen oder 15,7 Prozent).

Höhere Stellenzugänge als im Vormonat verzeichnete die Agentur für Arbeit Bielefeld im Berichtsmonat insbesondere aus der öffentlichen Verwaltung (+11 Stellen) und dem verarbeitenden Gewerbe (+7 Stellen). Weniger Personalbedarf meldeten vor allem Arbeitnehmerüberlassungen (-215 Stellen) und die Logistikbranche (-36 Stellen).

Entwicklungen bei Jobcenter und Arbeitsagentur

SGB II (Grundsicherung „Hartz IV“): Beim Jobcenter in der Stadt Bielefeld waren im Januar 9.781 Arbeitslose gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat stieg die Zahl derjenigen, die auf die Grundsicherung angewiesen sind, um 2,3 Prozent (oder +216 Personen). Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl der Menschen in der Grundsicherung stark zurückgegangen (-11,5 Prozent oder -1.270 Personen).

SGB III (Arbeitslosenversicherung): In der Stadt Bielefeld waren im Januar im Rechtskreis SGB III bei der Agentur für Arbeit Bielefeld 3.890 Personen arbeitslos gemeldet. Das waren saisontypisch 393 Personen mehr oder 11,2 Prozent als im Dezember. Im Vergleich zum Vorjahr fiel die Zahl der Arbeitslosen zum Jahreswechsel um 4,0 Prozent (161 Personen) geringer aus.

Der Blick in den Agenturbezirk

Die Arbeitslosigkeit nahm im Bezirk der Agentur für Arbeit Bielefeld, zu dem das Stadtgebiet Bielefeld und der Kreis Gütersloh zählen, saisonbedingt zu.

Ausbildungsmarkt: Daten zum Ausbildungsmarkt werden erst wieder ab März 2018 veröffentlicht.

Der Arbeitsmarkt in Ostwestfalen-Lippe

Das trübe, nasskalte Wetter im Wintermonat Januar hatte auch Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt in OWL. So nahm in unserer Region die Zahl der Menschen ohne Arbeit im Vergleich zum Dezember 2017 um 5,5 Prozent (3.340 Arbeitslose) auf 63.629 Personen zu. Die Arbeitslosenquote stieg damit leicht von 5,4 auf 5,7 Prozent und liegt mit dieser Entwicklung gute 0,5 Prozentpunkte unter dem Ergebnis für den Januar 2017.

Die Zahl der offenen Stellen, die von den Jobcentern und Arbeitsagenturen in OWL angeboten werden konnten, lag auch im Januar auf einem Höchststand. Mit 20.601 freien Stellen standen den Suchenden knapp 4.000 offene Stellen mehr zur Verfügung, als noch vor einem Jahr. Gleichzeitig ging die Zahl der von den Arbeitgebern in der Region gemeldeten neuen Stellen im Januar zurück.

Die günstigste Arbeitslosenquote in OWL findet sich im Agenturbezirk Paderborn (5,2 Prozent), gefolgt von den Bezirken Herford (5,3 Prozent), Bielefeld (6,0 Prozent) und Detmold (6,6 Prozent). Alle Regionen liegen damit deutlich unter dem Landesschnitt von 7,3 Prozent.

www.arbeitsagentur.de

Veröffentlicht von

Sascha Brinkdöpke

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