Modulare Teilqualifzierung in der Zeitarbeit schafft Kompetenzen

Über Zeitarbeit finden viele An- und Ungelernte ohne Berufsabschluss den Weg aus der Arbeitslosigkeit in eine Beschäftigung. Dabei gewinnen Qualifizierung und Weiterbildung an Bedeutung.

Im Rahmen eines Modellprojektes in Ulm werden seit Anfang Januar neun Personen ohne Berufsabschluss auf der Basis von Teilqualifikation im Bereich Lagerlogistik qualifiziert.

Durch die gemeinsame Koordination der Arbeitgeberverbände Südwestmetall sowie des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ), zusammen mit der Agentur für Arbeit in Ulm, setzt das Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft e.V. seit Januar eine modulare Teilqualifizierung „Grundqualifikation Lager“ um.

Sieben der an- und ungelernten Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind Zeitarbeitnehmer. Dies geschieht auch als eine Reaktion auf den Fachkräftemangel im Land. Gerade die Zeitarbeit kann hier eine wichtige Rolle übernehmen.

Das vom Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft e.V. entwickelte und umzusetzende Konzept verknüpft die Qualifizierungsnotwendigkeiten der Teilnehmer mit dem Fachkräftebedarf der Zeitarbeitsunternehmen und ihrer Kunden.

„Für die Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie ist es wichtig, qualifiziertes Personal im Einsatz zu haben.“ erklärt Götz Maier, Geschäftsführer der Südwestmetall- Bezirksgruppe Ulm. „Deshalb unterstützen wir die Qualifizierungsmaßnahme in den Zeitarbeitsunternehmen, mit denen unsere Firmen sehr eng zusammenarbeiten.“ so Maier weiter. „Die Mitarbeiter unserer Mitgliedsunternehmen schätzen diese Art der Qualifizierung. Die Teilqualifizierungen sind vom Lernstoff überschaubar und bieten dennoch die Möglichkeit, einen Facharbeiterabschluss zu erwerben. Das erhöht die Beschäftigungssicherung“ so der iGZ-Landesbeauftragte für Baden-Württemberg, Armin Zeller.

Alle Module garantieren außerdem eine Berufsanschlussfähigkeit und bieten bei erfolgreichem Besuch aller Module eines Berufsbildes, die Möglichkeit zur Externenprüfung vor der Kammer.

Um den wachsenden Anforderungen im Arbeitsprozess zu begegnen, werden grundlegende und notwendige Kenntnisse der Lagerlogistik vermittelt. Dazu gehören u.a. rechtliche Aspekte, Umweltschutz und Arbeitssicherheit, aber auch IT-Kenntnisse und die Basis der Warenwirtschaft.

Durch die gemeinsame Koordination der Arbeitgeberverbände Südwestmetall und des iGZ ziehen die beteiligten Personaldienstleister Ulmer Zeitarbeit, Orizon, Equal Personal und tempoZeitarbeit sowie apv.personalservice an einem Strang. Denn allen Partnern ist es wichtig, den Mitarbeitern eine Perspektive eröffnen zu können. Für die Zeitarbeitsunternehmen erklärt Armin Zeller, Landesbeauftragter des iGZ in Baden- Württemberg und Initiator der Kooperation, dass diese Kooperation für alle Beteiligten Chancen biete: „Die Mitarbeiter werden qualifiziert und können zukünftig höherwertig eingesetzt werden. Und die Zeitarbeitsunternehmen können künftig Anfragen der Einsatzbetriebe nach passendem Personal noch besser beantworten. Gerade in der Region Ulm mit ihrer besonderen Arbeitsmarkt-Situation ist es wichtig, die wenigen Arbeitslosen auf die Bedürfnisse der Wirtschaft hin zu qualifizieren“, so Zeller.

Die Teilnehmenden aus dem Kundenkreis der Agentur für Arbeit erhalten – bei erfolgreichem Abschluss – die Möglichkeit der Übernahme in ein Beschäftigungsverhältnis der Personaldienstleister. Auf jeden Fall aber, verbessern die Teilnehmenden ihre eigene berufliche Perspektive und die Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

www.ig-zeitarbeit.de

Veröffentlicht von

Sascha Brinkdöpke

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