Innovationsfähigkeit im Münsterland

Innovativ oder nicht? Warum sich die Innovationsfähigkeit im Münsterland so schwer messen lässt.
3D-Druck und Co.: Der Mittelstand im Münsterland innoviert anders. Innovationsregion Münsterland (Foto: MÜNSTERLAND e.V.)

Münsterland. „Das Münsterland ist geprägt von kleinen und mittelständischen Unternehmen. Diese innovieren oft anders als große Konzerne mit angegliederten Forschungsinstituten und riesigen Entwicklungsabteilungen“, sagt Bernd Büdding, Projektleiter von „Enabling Innovation Münsterland“ beim Münsterland e.V. Gemeinsam mit seinen Projektpartnern hat er 20 Experten und rund 120 Unternehmen der Region befragt, um ein genaueres Bild der heimischen Innovationsfähigkeit zu erhalten.

Zum Hintergrund: Das renommierte Institut der deutschen Wirtschaft Köln hat den „IW-Innovationsatlas 2017“ veröffentlicht und die Innovationsfähigkeit von 85 Wirtschaftsräumen in Deutschland auf Basis von fünf Indikatoren ermittelt: Ausgaben in Forschung und Entwicklung, Beschäftigung von MINT-Experten, technologieorientierten Neugründungen, Breitband-Internet und Patentanmeldungen. Das Münsterland schnitt dabei zum Teil unterdurchschnittlich im deutschlandweiten Vergleich ab.

Matthias Günnewig, Geschäftsleiter der Technologieförderung Münster erläutert die Problematik am Beispiel des Indikators Patentanmeldungen: „Patente werden vorranging von größeren Unternehmen angemeldet. Die Stärke von Mittelständlern ist es hingegen, schnell und hochspezialisiert Neues zu entwickeln und zu produzieren, um auf Kundenwünsche zu reagieren. Eine Patentanmeldung lohnt sich dann meist nicht und kann die Markteinführung eher verzögern.“

Unternehmer Robert Holtstiege, Geschäftsführer der orderbase consulting GmbH, ergänzt aus Sicht der Digital-Branche: „Wir leisten uns keine kostspielige und aufwändige Forschungs- und Entwicklungsabteilung, sondern jeder Mitarbeiter, der in Kundenprojekten die Kundenanforderungen kennenlernt, ist an der Entwicklung kundengerechter Lösungen oder Produkte beteiligt. Das garantiert kurze Wege und eine schnelle praxisorientierte Umsetzung von Ideen. Unsere Ausgaben für Innovationen verstecken sich also in den normalen Personalkosten.“

Die Studie des Projekts „Enabling Innovation Münsterland“ hat daher bei den 120 befragten Unternehmen auch eine Vielzahl anderer Innovationsindikatoren erfasst, wie zum Beispiel die Anzahl der Kooperationen, der neu aufgebauten Geschäftsfelder oder die durchschnittliche „Time-to-Market-Quote“ (die Zeit von der Idee bis zur Markteinführung).

Prof. Dr. Katja Brickwedde von der durchführenden METIS GbR für Kommunikation und Analyse aus Münster erläutert die Ergebnisse: „Im Schnitt entwickeln die von uns befragten Unternehmen im Münsterland zwei Innovationen pro Jahr und führen diese in den Markt ein. Das entspricht in etwa dem bundesweiten Schnitt je innovationsaktivem Unternehmen. Auch die Anzahl der Forschungskooperationen war überdurchschnittlich. Das ist ein gutes Zeichen für das Innovationsklima.“

„Innovationen und Gründungen treiben die regionale Wirtschaft an und machen unsere Region wettbewerbsfähig. Wir müssen weiter daran arbeiten, uns zu vernetzen und diese Bereiche auszubauen“, betont Heinrich-Georg Krumme, Aufsichtsratsvorsitzender des Münsterland e.V.

www.muensterland.com

Veröffentlicht von

Sascha Brinkdöpke

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