iQUAVIS wurde in jahrelanger Projektarbeit am Fraunhofer IEM erprobt. (Foto: Fraunhofer IEM)
iQUAVIS wurde in jahrelanger Projektarbeit am Fraunhofer IEM erprobt. (Foto: Fraunhofer IEM)

Erste Ausgründung des Fraunhofer IEM erleichtert Produktentwicklung

Paderborn. Die Entwicklung komplexer technischer Systeme erfordert eine fachübergreifende Kommunikation und ein transparentes Verwalten von Informationen. Im Spitzencluster it´s OWL hat das Fraunhofer IEM einen speziellen Ansatz für die disziplinübergreifende Produktentwicklung im Mittelstand erarbeitet. Auf dieser Basis wurde am 7. Juni 2018 die Two Pillars GmbH gegründet.

Die erste Ausgründung des Forschungsinstituts bietet Unternehmen künftig eine Software, die eine modellbasierte Produktentwicklung mit geringem Aufwand digital unterstützt.

„Die Gründung von Two Pillars ist das Ergebnis langjähriger vertrauensvoller Projektarbeit zwischen Forschung und Industrie in OWL, die mit der Wahl des japanischen Softwaretools iQUAVIS einen erfolgreichen Blick über den regionalen Tellerrand geworfen haben“, sagte Prof. Roman Dumitrescu, Direktor am Fraunhofer IEM und Geschäftsführer it’s OWL. Das Fraunhofer IEM forscht seit seiner Gründung 2011 zum Entwicklungsansatz Model-Based Systems Engineering (MBSE), der auf Basis grafischer Modelle die fachübergreifende Kommunikation in der Produktentstehung und im gesamten Produktlebenszyklus unterstützt.

Mit der Industrie entwickelt

Zwei ehemalige Wissenschaftler des Fraunhofer IEM gehören nun zu den Gründern des neuen Unternehmens Two Pillars. Im Spitzencluster it’s OWL arbeiteten sie unter anderem mit vielen mittelständischen Partnern der Region Ostwestfalen-Lippe zusammen und identifizierten deren Anforderungen an ein digitales MBSE-Werkzeug. „Kleine und mittlere Unternehmen verfügen meist über einen geringeren finanziellen und zeitlichen Spielraum für die Einführung neuer Werkzeuge. Trotzdem drängt die Digitalisierung sie, auch im Bereich Innovation und Entwicklung neue Werkzeuge einzuführen,“ erläutert Dr. Christian Tschirner von Two Pillars.

Das Qualitätsmanagement-Werkzeug iQUAVIS des japanischen Software-Herstellers ISID erfüllte viele Anforderungen auf Anhieb. Es ist einfach und intuitiv zu bedienen und kommt ohne besondere Modelliersprachen oder Programmierungen aus. „Wir vergleichen die Arbeit mit iQUAVIS oft mit der in Power Point: Grafische Elemente und einfache Bedienbarkeit unterstützen fachübergreifendes Entwickeln“, erläutert Christian Bremer von Two Pillars.

Autodidaktisch und intuitiv

Bis heute wurde das Werkzeug iQUAVIS vielen Unternehmen vorgestellt, mit gut 15 Unternehmen intensiv diskutiert und in drei Transferprojekten des Spitzenclusters it’s OWL angewendet. So integrierte der Werkzeugmaschinenbauer ELHA-Maschinenbau Liemke KG iQUAVIS direkt in ein laufendes Kundenprojekt und konnte u.a. seine Fehlermöglichkeits- und -einflussanalyse (FMEA) auf Basis der Systemarchitektur erarbeiten. „Unsere Entwickler haben das Arbeiten mit der Software größtenteils autodidaktisch und intuitiv erlernt. Von Beginn an hat iQUAVIS unseren Prozess also nicht verzögert, sondern unterstützt“, erläutert Hans-Georg Liemke, Geschäftsführer ELHA-Maschinenbau Liemke KG.

Fraunhofer IEM unterstützt weiterhin mit Methodenkompetenz

Two Pillars ist ein Unternehmen der Fraunhofer-Gesellschaft e.V. sowie der japanischen Software-Gruppe ISID. Geleitet wird Two Pillars von den ehemaligen Mitarbeitern des Fraunhofer IEM Dr. Christian Tschirner und Christian Bremer, sowie dem japanischen ISID-Kollegen Atsushi Yoshida. Besucher finden Two Pillars künftig in der Zukunftsmeile 1. „Auch künftig wird es eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Forschung und Industrie geben, die das Fraunhofer IEM mit seiner Methodenkompetenz im Bereich Systems Engineering begleitet. So wird das Werkzeug auch mit dem Input von Fraunhofer IEM im Rahmen von gemeinsamen Projekten weiterentwickelt“, sagt Prof. Roman Dumitrescu.

Informationen zu Two Pillars gibt es unter:

www.two-pillars.de

Veröffentlicht von

Sascha Brinkdöpke

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