Entwicklung des Arbeitsmarktes 2014 im Kreis Herford

Herford. Im Kreis Herford nahm die jahresdurchschnittliche Arbeitslosenzahl um 153 oder 1,8 Prozent auf 8.468 Personen zu. Die Arbeitslosenquote stieg damit im Jahresdurchschnitt 2014 von 6,3 auf 6,4 Prozent.

8.542 Personen meldeten sich im Jahresverlauf nach einer Erwerbstätigkeit bei der Agentur für Arbeit Herford arbeitslos. 520 oder 5,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig beendeten 7238 ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Beschäftigung. 69 oder 0,9 Prozent weniger als in 2013.

Im Rechtkreis der Arbeitslosenversicherung (Sozialgesetzbuch III) waren im Schnitt 2.983 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosigkeit nahm hier binnen Jahresfrist um 10 oder 0,3 Prozent zu. Die Arbeitslosenquote stagnierte im Bereich SGB III bei 2,3 Prozent.

Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Frauen und Männer in der Grundsicherung (Sozialgesetzbuch II) stieg gegenüber dem Vorjahr um 143 oder 2,7 Prozent auf 5.485 Personen. Die Arbeitslosenquote im Bereich SGB II stieg damit im Jahresschnitt von 4,1 Prozent auf 4,2 Prozent.

Bei den jungen Arbeitnehmern unter 25 Jahren verzeichnete der Agenturbezirk einen Rückgang binnen Jahresfrist um 58 oder 6,2 Prozent auf 878 Jugendliche. Bei den Älteren über 50 Jahre waren es 141 oder 5,4 Prozent mehr Arbeitslosmeldungen. Im Jahresschnitt insgesamt 2.772.

Betriebe und Verwaltungen meldeten im Jahresverlauf 8.916 Arbeitsstellen, 1.016 oder 12,9 Prozent mehr als 2013. Aus dem Wirtschaftszweig Verarbeitendes Gewerbe kamen in diesem Jahr mit 1.066 die meisten Stellenneumeldungen. Es folgen die Bereiche Handel (insgesamt 918 Stellen) und das Gesundheits- und Sozialwesen (523 Stellen). Im Schnitt wurden 45 Prozent aller Stellenneumeldungen in einem Zeitarbeitsunternehmen angeboten. Im Bestand befanden sich im Jahresdurchschnitt 1.545 Arbeitsstellen und damit 230 oder 17,5 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Dass sich der der Arbeitsmarkt robust zeigt, spiegelt auch in der Anzahl der unterbeschäftigten Männer und Frauen. Im Jahresdurchschnitt 2014 lag die Unterbeschäftigung im Agenturbezirk bei 10.709 Personen und damit 0,8 Prozent über dem Wert aus 2013.

„Insgesamt war das Jahr 2014 im Kreis Herford ein relativ stabiles Jahr. Die Frühjahrs- und Herbstbelebung fielen nur gering aus. Eine Zunahme der jahresdurchschnittlichen Arbeitslosigkeit um 1,8 Prozent im Vorjahresvergleich führt im Ergebnis dazu dass wir weiterhin im vierten Jahr in Folge unter 9000 Arbeitslosen liegen. Die Zu- und Abgänge auf dem Arbeitsmarkt zeigen auch, dass die Unternehmen aufgrund der weltwirtschaftlichen Lage vorsichtig agieren. Trotzdem verzeichneten wir in diesem Jahr einen Zuwachs an neu gemeldeten Stellen von über 12 Prozent. Das zeigt uns, dass die Unternehmen positiv in die Zukunft sehen und ihre Fachkräfte benötigen“, bilanzierte Frauke Schwietert, Leiterin der Herforder Arbeitsagentur. Die Situation der jugendlichen Bewerber im Wittekindkreis betrachtet Schwietert mit einem lachenden und weinenden Auge: „Es ist uns gelungen, die Jugendarbeitslosigkeit mit Hilfe vielfältiger Beratungs- und Unterstützungsangebote um 6,2 Prozent zu verringern. Das Ausbildungsplatzangebot hingegen ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken.

Eine Entwicklung habe sich auch in 2014 fortgesetzt: bei einem konstanten Beschäftigungsaufbau in der Region profitierten hiervon die Arbeitslosen nicht in gleichem Maße. Unter ihnen gebe es noch viele Potenziale, die es weiterhin zu nutzen gelte. Das seien die Herausforderungen für 2015“ erklärt Schwietert weiter.

Jahresbilanz Agenturbezirk Herford 2014:

Die jahresdurchschnittliche Arbeitslosenzahl stieg im Bezirk der Agentur für Arbeit Herford von 17.700 im Jahr 2013 auf 17.916 in 2014. Das ist eine Zunahme binnen Jahresfrist um 216 oder 1,2 Prozent. Die Arbeitslosenquote stagnierte damit im Jahresdurchschnitt bei 6,1 Prozent.

18.448 Personen meldeten sich im Jahresverlauf nach einer Erwerbstätigkeit bei der Agentur für Arbeit Herford arbeitslos. 778 oder 4 Prozent weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig beendeten 15.321 ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Beschäftigung. 39 oder 0,3 Prozent weniger als in 2013.

Im Rechtkreis der Arbeitslosenversicherung (Sozialgesetzbuch III) waren im Schnitt 6.792 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosigkeit nahm hier binnen Jahresfrist um 48 oder 0,7 Prozent ab. Die Arbeitslosenquote stagnierte im Bereich SGB III bei 2,3 Prozent.

Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Frauen und Männer in der Grundsicherung (Sozialgesetzbuch II) stieg gegenüber dem Vorjahr um 264 oder 2,4 Prozent auf 11.124 Personen. Die Arbeitslosenquote im Bereich SGB II stieg im Jahresschnitt von 3,7 auf 3,8 Prozent.

Bei den jungen Arbeitnehmern unter 25 Jahren verzeichnete der Agenturbezirk eine Abnahme binnen Jahresfrist von 9 Personen oder 0,5 Prozent auf durchschnittlich 2.005 Jugendliche. Bei den Älteren über 50 Jahre waren es 202 oder 3,7 Prozent mehr Arbeitslosmeldungen. Im Jahresschnitt insgesamt 5.642.

Betriebe und Verwaltungen meldeten im Jahresverlauf 19.004 Arbeitsstellen (8.916 im Kreis Herford, 10.088 im Kreis Minden-Lübbecke), 1.840 oder 10,7 Prozent mehr als 2013. Aus dem Wirtschaftszweig Verarbeitendes Gewerbe kamen in diesem Jahr mit 2.068 die meisten Stellenneumeldungen. Es folgen die Bereiche Handel (insgesamt 1.911 Stellen) und das Gesundheits- und Sozialwesen (1.531 Stellen). Im Schnitt wurden 45 Prozent aller Stellenneumeldungen in einem Zeitarbeitsunternehmen angeboten. Im Bestand befanden sich im Jahresdurchschnitt 3.569 Arbeitsstellen und damit 480 oder 15,5 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Dass sich der Arbeitsmarkt robust zeigt, spiegelt auch in der Anzahl der unterbeschäftigten Männer und Frauen. Im Jahresdurchschnitt 2014 lag die Unterbeschäftigung im Agenturbezirk bei 23.958 Personen und damit 0,3 Prozent über dem Wert aus 2013.

Ausblick 2015:

Aufgrund der prognostizierten volkswirtschaftlichen Eckdaten geht Agenturleiterin Frauke Schwietert im kommenden Jahr von einem relativ ähnlichen Arbeitsmarkt aus. „Die weitere Entwicklung im Agenturbezirk hängt allerdings davon ab, wie die weltwirtschaftliche Lage die inländische Wirtschaft belastet und ihre Investitionsneigung, neue Mitarbeiter einzustellen, beeinträchtigt. Der Arbeitsmarkt 2015 kann als stabil, aber risikobehaftet beschrieben werden.

Mit Blick auf die Unternehmen liegt unser Hauptaugenmerk auf dem Thema Fachkräftesicherung. Es gibt noch keinen flächendeckenden Fachkräftemangel im Agenturbezirk. Doch das wird in einigen Jahren anders sein und wir müssen heute schon daran arbeiten. Schauen wir auf die andere Marktseite: wir haben viele Potenziale, die es zu nutzen gilt. Wir müssen alle Potenziale heben und die positive Beschäftigungsentwicklung nutzen. Präventiv junge Menschen in den Arbeits- und Ausbildungsmarkt bringen, aber auch Ältere beschäftigen und insbesondere stärker die Langzeitarbeitslosen an den Arbeitsmarkt heranführen.

Dies sind die drei Hauptschwerpunkte, um die sich alle Verantwortlichen intensiv kümmern müssen mit Ausbildung, Qualifizierung und individueller Betreuung. Daneben ist natürlich die Inklusion ein Querschnittsthema für uns alle. Das wird nur gemeinsam mit allen Beteiligten gelingen. Wir sind dabei und wollen mit einem vielseitigen Programm für 2015 dazu beitragen“, setzte Schwietert die Schwerpunkte für das Jahr 2015.

www.arbeitsagentur.de

Veröffentlicht von

Sascha Brinkdöpke

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