Grüne wollen siegen wie die Niedersachsen

Grüne wollen siegen wie die Niedersachsen Berlin (dapd). „Gute Pferde springen knapp“, meinte Grünen-Spitzenkandidat Jürgen Trittin in Anspielung auf den hauchdünnen rot-grünen Wahlsieg. Aber seine Partei habe in Niedersachsen mit 13,7 Prozent ihr historisch bestes Ergebnis eingefahren und 200.000 Stimmen mehr als 2008 geholt. Deshalb sei das Niedersachsenross jetzt grün einfärbt, sagte Trittin am Montag in Berlin – und überreichte das neue eingefärbte Landeswappen den Spitzenkandidaten aus Hannover, Anja Piel und Stefan Wenzel. Der Spitzenkandidat im Bund kommt ebenfalls aus dem niedersächsischen Landesverband der Grünen. „Wir Niedersachsen haben auch ein paar interessante Ergebnisse mit Blick auf den Bund“, sagte Trittin mit Blick auf die schwarz-gelbe Koalition im Bund. „Es gab einen persönlich sehr beliebten Amtsinhaber, es gab eine weitgehend von der Regierungspartei entpolitisierte Imagekampagne. Es hat zudem die eine oder andere Ungeschicklichkeit der Bundes-SPD gegeben. Und es war auch keine einfache mediale Stimmungslage.“ Dennoch sei es gelungen, durch starke und überzeugende Inhalte eine weitere schwarz-gelbe Landesregierung abzuwählen, sagte der Fraktionschef im Bundestag. Denn die Grünen hätten die Wähler mobilisiert. Das sei auch das Konzept für die Bundestagswahl. Außerdem habe die Niedersachsenwahl gezeigt, dass die Grünen im Wahlkampf auf eine FDP träfen, die „von alleine nicht mehr lebensfähig“ sei, sondern „eine outgesourcte CDU“. Wenzel lehnt Analyse des SPD-Ergebnisses ab Der niedersächsische Spitzenkandidat Wenzel verweigerte eine Analyse, ob das unglückliche Agieren des Spitzenkandidaten der Bundes-SPD, Peer Steinbrück, für das zweitschlechteste Wahlergebnis der Sozialdemokraten in Niedersachsen verantwortlich ist. „Ob da am Ende noch ein Quäntchen mehr dringewesen wäre, darüber will ich nicht spekulieren“, sagte Wenzel. 59.000 Stimmen hätten die Grünen von ehemaligen Nichtwählern holen können. 20.000 seien von der CDU gekommen, rund 8.000 von ehemaligen FDP-Wählern. Seine Kollegin Piel sieht in der Niedersachsenwahl ein gutes Vorzeichen für die Bundestagswahl im Herbst. „Ich schaue sehr, sehr optimistisch nach vorne“, sagte sie. Die Grünen seien mit ihren Spitzenkandidaten Trittin und Katrin Göring-Eckardt „optimal aufgestellt“. Deshalb erwarte sie auch im Bund ein „historisches Bestergebnis“. Steinbrück nicht der dunkle Gegenspieler Nach einer halben Stunde wird Trittin gefragt, ob er Peer Steinbrück deshalb nicht erwähne, weil der SPD-Spitzenkandidat für ihn eine Art Lord Voldemort sei, dessen Name nicht genannt werden dürfe. Lord Voldemort ist der dunkle Antagonist des Zauberlehrlings Harry Potter im Buch von Joanne K. Rowling. Das war das Signal für Trittin loszusprudeln: „Herr Steinbrück spricht sich mit uns gemeinsam für einen gesetzlichen Mindestlohn aus, Herr Steinbrück streitet für eine Quote von Frauen in Aufsichtsräten, und Herr Steinbrück streitet auch mit uns für eine Abschaffung des Betreuungsgelds.“ Das seien gute Voraussetzungen, um im Wahlkampf Gemeinsamkeiten zwischen den Grünen und der SPD im Bund deutlich zu machen. So könne der Wahlkampf gemeinsam gestaltet werden – und die schwarz-gelbe Koalition auch im Bund Geschichte werden. dapd (Politik/Politik)

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Peer-Michael Preß

Peer-Michael Preß – Engagement für die Unternehmerinnen und Unternehmer in der Region seit fast 20 Jahren. Als geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG in Detmold ist er in den Geschäftsfeldern Magazin- und Fachbuchverlag, Druckdienstleistungen und Projektagentur tätig. Seine persönlichen Themenschwerpunkte sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien.

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