Fachkräftezuzug: NRW fehlen Argumente

Düsseldorf. Deutschland profitiert seit Jahren von der Wirtschaftskrise Südeuropas und integriert gut ausgebildete junge Menschen in den Arbeitsmarkt zur Lösung seines Fachkräfteproblems. Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) in Nordrhein- Westfalen fordert die NRW-Landesregierung auf, Fakten zu schaffen, die Zuwanderung von Fachkräften in das größte Bundesland fördern. Dazu erklärt NRW-Landesgeschäftsführer Herbert Schulte vom BVMW:

„Mit ihrer wachstumsfeindlichen Wirtschaftspolitik und dem regelmäßigen Dreh an der Steuerschraube lenkt die NRW-Landesregierung Fachkräfte anderen Standorten zielsicher in die Arme. Es ist naiv anzunehmen, die aufreißende Fachkräftelücke mit Zuwanderung schließen zu wollen, ohne wirtschaftliche Rahmenbedingungen zu schaffen, die Menschen motivieren, ihre Heimat zu verlassen. Nur ein Umfeld wirtschaftlicher Prosperität schafft Perspektiven. Es wird nicht gelingen, auf der einen Seite Investitionen durch die Hintertür des Landesentwicklungsplans, mit steigenden Grundsteuern und Gewerbesteuern abzuwürgen und gleichzeitig auf ein Wirtschaftswunder zu hoffen, das Nordrhein-Westfalen zu einem Zuwanderungsziel für top-ausgebildete Fachkräfte macht.

Wer zu uns nach NRW kommt, erbt nach wie vor die Probleme der Vergangenheit von Struktur- und Investitionsschwäche sowie Konjunkturstillstand. Dem Mittelstand an Rhein und Ruhr gehen angesichts steigender Abgaben, hoher Bürokratiehürden und strukturbedingter Stagnation zunehmend die Argumente aus. Unsere Betriebe müssen tatenlos zusehen, dass attraktivere Standorte im Süden der Republik und Metropolregionen wie Berlin und Hamburg das Rennen um gut ausgebildete Fachkräfte machen. Das ist unakzeptabel und schwächt unseren Standort auf lange Sicht.

NRW muss sich im Länderfinanzausgleich behaupten und kräftig in unseren Standort investieren. Dazu zählen Gründerinitiativen, die jungen Menschen die Begründung eigener Existenzen im gewerblichen Bereich erleichtern. Wir fordern neben dem zügigen Ausbau der Breitbandinfrastruktur steuerliche Entlastungen, einfachere Rechnungslegung für junge Unternehmen und eine Stärkung der Gründungsförderung.“

www.nrw.bvmw.de

Veröffentlicht von

Sascha Brinkdöpke

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