Bild von truthseeker08 auf Pixabay
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Arbeitsagentur: Beschäftigung in der Pflege steigt in OWL

In den vergangenen Monaten wurde in der Öffentlichkeit ein Rückgang der Beschäftigten in der Pflege beleuchtet. Am Tag der Pflege, dem 12.05., beleuchtet die Agentur für Arbeit die Zahlen und stellt fest: In Ostwestfalen-Lippe gab es diesen viel diskutierten Rückgang nicht. Den Fachkräftemangel in der Branche sieht die Agentur dabei aber bei weitem noch nicht gelöst.

„Während die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung insgesamt leicht gesunken ist, können wir das gleiche nicht von der Beschäftigungsentwicklung in der Pflege behaupten. Im Gegenteil: Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in der Pflege ist vom September 2019 zu September 2020 gestiegen – um 877 Personen auf insgesamt 48.021 Beschäftigte“, so Frauke Schwietert, Leiterin der Herforder Arbeitsagentur. Das gelte für beide Untergruppen, die die Statistik der Bundesagentur unterscheidet: Sowohl für die Altenpflege, als auch für die Kategorie Gesundheits- und Krankenpflege, Rettungsdienst und Geburtshilfe.

Aktuell liegen der Agentur für Arbeit die Beschäftigten-Daten für den September 2020 vor. Das ermöglicht einen direkten Vergleich zum Vorjahr, dem September 2019, ohne Verzerrung durch die üblichen saisonalen Schwankungen. Auch bei den Auszubildenden gab es im Bereich Gesundheits- und Krankenpflege einen Zuwachs um 243 Auszubildende auf 2.935 Personen. Lediglich bei den Auszubildenden in der Altenpflege gab es einen leichten Rückgang um 32 Personen auf 2.015 aktuelle Auszubildende.

„Dennoch ist der Fachkräftemangel gerade in dieser Branche weiterhin sehr hoch, wegen der steigenden Lebenserwartung der Bevölkerung, dem demografischen Wandel auch unter den Beschäftigten selbst und nicht zuletzt auch wegen der Pandemie“, so Schwietert. Sie fügt hinzu: „In einer medizinischen Krise wie der aktuellen sind die Mitarbeiter in der Pflege gefragter und wichtiger denn je. Trotzdem reicht der aktuelle leichte Positivtrend bei weitem nicht aus, um dem Fachkräftemangel in der Branche entgegen zu wirken. Dafür ist der Personalbedarf einfach viel zu groß.“

Deshalb unterstützt die Agentur für Arbeit mit Förderprogrammen und Umschulungen – nicht nur für Arbeitslose, sondern über das Qualifizierungschancengesetz auch für Beschäftigte Helfer in Unternehmen, die über eine Umschulung den Berufsabschluss nachholen möchten. „Denn gerade geschulte Fachkräfte brauchen wir in der Pflegebranche. Es gibt einfach zu viele Aufgaben, die ungelernte Kräfte nicht ausführen können oder nicht dürfen“, erklärt die Arbeitsmarktexpertin.

„Unsere Kundinnen und Kunden können, bei Interesse an einer Weiterbildung oder Umschulung in den Bereich Pflege, Ihren Arbeitsvermittler oder Ihre Arbeitsvermittlerin jederzeit darauf ansprechen“, betont Schwietert.

Beschäftigte auf Helferniveau in der Pflegebranche können sich in dieser Angelegenheit an Ihren Arbeitgeber wenden, um die Optionen abzuklären. Arbeitgeber, die sich eine solche Umschulung für angestellte Helfer vorstellen können, können sich jederzeit unter 0800 4 5555 20 an ihren lokalen Arbeitgeber-Service wenden.

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