„Mit dickerer Eigenkapitaldecke Chancen besser nutzen“

Münster. Üblicherweise nutzen deutsche Mittelständler nach wie vor Kredite oder Gesellschafterdarlehen. Ein ergänzendes Finanzierungs-instrument ist die Eigenkapitalfinanzierung, wie sie beim Business Breakfast der Wirtschaftsförderung Münster GmbH (WFM) im Bankhaus Lampe vorgestellt wurde.

„Der generelle Mehrwert einer Eigenkapitalfinanzierung liegt für den dynamischen Mittelstand in der gesteigerten Handlungsfähigkeit und Reaktionsgeschwindigkeit“, erklärte der WFM-Geschäftsführer Dr. Thomas Robbers. Gleichwohl lehnten viele Unternehmer gemäß einer Studie an der Uni Potsdam Beteiligungskapital immer noch ab, weil sie ihre Entscheidungsautonomie begrenzt sehen und oftmals auch Erfahrung zum Thema Eigenkapitalfinanzierung fehle.
Ferdinand Oetker, Generalbevollmächtigter des Bankhauses Lampe, stellte den Gästen das Bankhaus als Teil der Oetker-Gruppe vor: „Eine der Besonderheiten der Oetker-Gruppe ist die Diversifikation. Nicht jeder, der an Oetker denkt, hat das Bankhaus Lampe im Blick. Aber daran arbeiten wir.“

Potenzial für das Bankhaus Lampe birgt das Thema Eigenkapitalfinanzierung, dem sich Dr. Carsten Lehmann, Mitglied der erweiterten Geschäftsführung, widmete. „Chancen kann man besser ergreifen, wenn man eine dickere Eigenkapitaldecke hat, um zum Beispiel größere Investitionen vorzunehmen. Es gibt auch schwierige Unternehmensphasen oder Nachfolgefälle, in denen eine Stärkung des Eigenkapitals nötig ist.“ Laut Statistik würde nur die Hälfte aller mittelständischen Unternehmen in die zweite Generation in der Familie bzw. im Gesellschafterkreis überführt. Die andere Hälfte würde verkauft.

Das sei die Chance für Kunden, die aufgrund des Niedrigzinsumfelds auch Alternativen zur liquiden Vermögensanlage suchten, so Lehmann. Sie wählten eine Direktbeteiligung an Unternehmen als spannende Alternative – „auch in diversifizierter Form, um nicht zu stark in einzelne Risiken investieren zu müssen“. Unternehmerinvestoren seien bereit, Minderheiten einzugehen und Beteiligungen längerfristig zu halten – ohne vordefiniertes Ende. Was sie in erster Linie als Investor sympathisch mache, sei eine gewisse Werteorientierung und eine entsprechende Erfahrung im Mittelstand. Lehmann berichtete von einem deutlich gestärkten Interesse an Investitionen in Direktbeteiligungen.

Beteiligungsvorhaben seien auch immer mit Suchkosten, mit Analysekosten, mit Verhandlungen verbunden: „Die Transaktionskosten solcher Investments sind relativ hoch.“ Die Aufgabe bestehe darin, letztlich einen Markt zu schaffen, um Transaktionskosten zu senken und eine solche Transaktion auch möglich zu machen. Sobald die Transaktionsgrößen deutlich in den zweistelligen Millionenbereich gingen, rechne sich das.
Spannend würde es bei kleineren Transaktionsgrößen im einstelligen Millionenbereich. „Dann sind die Transaktionen häufig zu klein, um effizient und professionell bearbeitet werden zu können. Das Geheimnis liegt darin, die Interessen von Unternehmern mit Kapitalbedarf und Investoren auf geeignete Art und Weise zu bündeln und dafür einen Marktplatz zu schaffen.“
Daran arbeitet das Bankhaus Lampe seit zirka zwei Jahren. „Wir haben eine überschaubare Anzahl von Investoren in einer Art Investorenclub mit unternehmerischer Erfahrung zusammengeschlossen.“ Im Fokus: Gesunde Unternehmen mit intaktem Management.

www.wfm-muenster.de
www.bankhaus-lampe.de

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Peer-Michael Preß

Peer-Michael Preß – Engagement für die Unternehmerinnen und Unternehmer in der Region seit fast 20 Jahren. Als geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG in Detmold ist er in den Geschäftsfeldern Magazin- und Fachbuchverlag, Druckdienstleistungen und Projektagentur tätig. Seine persönlichen Themenschwerpunkte sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien.

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