Mehr Chancen für Jugendliche – aber spürbare regionale Unterschiede

Im Juli gab es im Agenturbezirk Bielefeld noch 1506 Jugendliche ohne Stelle und 1145 unbesetzte Ausbildungsstellen. Bei den unversorgten Bewerbern sank die Zahl zum Vorjahr, die Zahl der unbesetzten Stellen stieg dagegen weiter kräftig an.

„Mit dem Monat Juli stehen wir kurz vor dem Beginn der meisten Ausbildungsverhältnisse. Zwar wird auch in den kommenden Wochen noch Bewegung am Markt spürbar sein, die eingeschlagene Richtung wird sich jedoch kaum mehr ändern. Diese lässt sich für den ganzen Bezirk in wenigen Worten formulieren: bessere Ausbildungschancen für den Einzelnen durch mehr Ausbildungsangebote und weniger Mitbewerber. Diese auf den ersten Blick erfreuliche Entwicklung stellt uns jedoch nicht ganz zufrieden. Zum einen kann eine Veränderung der Marktverhältnisse über demographische Aspekte nicht Ziel unserer Anstrengungen sein. Zum anderen gibt es im Agenturbezirk noch immer viel zu große Unterschiede zwischen der Stadt und dem Kreis. Zwar konnte in beiden Regionen erfreulicherweise das Angebot an Ausbildungsstellen ausgebaut werden, die Wirtschaft im Kreis Gütersloh schaffte dabei aber ein wesentliches Mehr.

Und das bei einem generell höheren Ausbildungsniveau. Kombiniert mit sinkenden Bewerberzahlen, im Kreis mehr als in der Stadt, steht in Gütersloh jedem Ausbildungssuchenden eine freie Lehrstelle zur Verfügung. In Bielefeld kommen nur rund 0,7 Stellen auf einen Bewerber. Ein viel zu großes Ungleichgewicht, das in positiver Richtung dringend einer Anpassung bedarf“, so Thomas Richter, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bielefeld, über die aktuellen Zahlen zum Ausbildungsmarkt im Juli. „Wie bereits in den Vormonaten, appellieren wir an alle Arbeitgeber, mehr auszubilden – Ausbildung bringt weiter. Das Potenzial ist da. Über 70 Prozent unserer Bewerber haben die mittlere Reife und höher. Und auch in den Bewerbern mit einem Hauptschulabschluss steckt viel. Arbeitgeber sollten viel öfter auch Bewerber, die auf den zweiten Blick erst erste Wahl sind, zu einem persönlichen Gespräch einladen.“

In Relation zu 2015 gab es im Juli 139 unversorgte Bewerber weniger, ein Minus von 8,4 Prozent. Die unbesetzten Ausbildungsstellen stiegen dagegen an, um 230 (25,1 Prozent). Die Relation zwischen Bewerbern und Ausbildungsstellen ist deutlich besser als im Vorjahr. Für die angehende Fachkräftegeneration stehen damit mehr Ausbildungsstellen zur Verfügung.

Im Juli standen 76 unbesetzte Ausbildungsstellen 100 unversorgte Bewerber gegenüber. Im Vorjahr waren es nur 56 Stellen auf 100 Bewerber.

Seit Beginn des Berichtsjahres wurden insgesamt 4606 Stellen von den Arbeitgebern gemeldet. Dies ist ein Zuwachs von Juni auf Juli von 139 Stellen. Im Vergleich zum letzten Jahr bedeutet dies eine Steigerung von 5,9 Prozent, hier waren 257 Stellen weniger gemeldet. Insgesamt gibt es noch 1145 unbesetzte Stellen. Die meisten unbesetzten Stellen gibt es im Juli noch für Verkäufer (106), für angehende Kaufleute im Einzelhandel (105 Stellen) und für Kaufleute im Büromanagement (40 Stellen).

Seit Beginn des Ausbildungsjahres haben sich insgesamt 5291 Ausbildungs-suchende in Bielefeld und Kreis Gütersloh gemeldet (Vorjahr: 5496). Der Verbleib der Bewerber ist unterschiedlich. Während sich die einen in die Erwerbstätigkeit oder Ausbildung abmelden, entschließen sich andere dann doch für einen weiteren Schulbesuch oder ein Studium. Die meisten gemeldeten Bewerber verbleiben dann jedoch schlussendlich in einer betrieblichen Ausbildung. Von den 5291 traf dies im Juli bereits auf über 1849 zu.

Die meisten unversorgten Bewerber gibt es noch für Ausbildungsstellen für Kaufleute im Einzelhandel (122 Bewerber), Kaufleute Büromanagement (89 Bewerber) und medizinische Fachangestellte (83 Bewerber).

„Der Ausbildungsbeginn steht kurz vor der Tür. Trotzdem können sich Bewerber immer noch gerne bei uns melden. Wir haben noch freie Stellen im Angebot, die nur auf den geeigneten Bewerber warten. Auch beraten wir gerne bezüglich Alternativen, wenn die Ausbildungsplatzsuche in diesem Jahr erfolglos war. Zusätzlich besteht bei einigen Ausbildungsberufen die Möglichkeit später einzusteigen, andere Ausbildungen starten sogar erst zum 1. September“, so Richter.

Ausbildungsbetriebe erreichen den Arbeitgeberservice unter Tel. 0800 4 5555 20. Alle Bewerber für Ausbildungsstellen erreichen die Berufsberatung unter Tel. 0800 4 5555 00

www.arbeitsagentur.de

Veröffentlicht von

Sascha Brinkdöpke

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