Kreis Lippe bringt Verbundprojekt „EMiLippe“ an den Start

Kreis Lippe. Antrieb und Fortschritt mit „grüner Energie“: In Ostwestfalen-Lippe soll in naher Zukunft ein elektromobiler Wirtschaftsverkehr entstehen, der vor allem mit Strom aus regenerativen Energiequellen gespeist wird.

Dieses ehrgeizige Ziel hat sich der Kreis Lippe jetzt gemeinsam mit der Hochschule Ostwestfalen-Lippe, dem Fraunhofer-Anwendungszentrum Industrial Automation IOSB-INA in Lemgo sowie den Wirtschaftsunternehmen itelligence AG, Herbert Kannegiesser GmbH, Phoenix Contact GmbH & Co. KG und der OWITA GmbH aus dem Centrum Industrial IT mit dem Verbundprojekt „Elektromobilität in Lippe“ (kurz „EMiLippe“) auf die Fahnen geschrieben. „Eine erfolgreiche Energiewende ist nicht nur für die wirtschaftliche Zukunft Ostwestfalen-Lippes, sondern auch für die gesamte Bundesrepublik Deutschland entscheidend. Wir finden in unserer ländlich geprägten Region optimale Rahmenbedingungen vor, um diese Wende jetzt auch im Bereich des wirtschaftlich genutzten Kfz-Sektors anzupacken“, sagt Friedel Heuwinkel, Landrat des Kreises Lippe.

 

Das Ziel der Bundesregierung, bis 2020 rund 1 Millionen Elektroautos auf Deutschlands Straßen zu haben, so ist sich auch Dr. Oliver Herrmann, Präsident der Hochschule Ostwestfalen-Lippe sicher, kann insbesondere auch durch eine intensive Beteiligung des ländlichen Raums erreicht werden. „Hier ist die Anzahl der Zweitwagennutzer am höchsten und von denen gibt es insgesamt 11 Millionen in Deutschland. Wenn nur ein Teil davon auch noch durch erneuerbare Energie betrieben werden könnte, hat das nicht nur auf den Kfz-Markt, sondern auch für den Klimaschutz, die Elektroindustrie und den Energiesektor wesentliche Auswirkungen“, so Dr. Oliver Herrmann.

 

Und so funktioniert „EMiLippe“: Etwa 40 Prozent der Kosten des rund 4 Millionen Euro teuren und auf drei Jahre angelegten Projektes stammen aus Fördermitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU), die im Rahmen des Nationalen Entwicklungsplans (NEP) Elektromobilität zur Verfügung gestellt wurden. Unter Regie und Koordination der Wirtschaftsförderung des Kreises Lippe sowie den Forschungseinrichtungen Hochschule Ostwestfalen-Lippe und Fraunhofer-Anwendungszentrum IOSB-INA sollen die beteiligten Wirtschaftsunternehmen unter anderem in den Bereichen Güter- und Personenverkehr, wie auch bei innerbetrieblichen Transporten oder Dienstreisen auf eine gemeinsame Elektrofahrzeugflotte zurückgreifen. Der dafür benötigte Strom soll nach Möglichkeit aus eigenerzeugter erneuerbarer Energie stammen. Zur Steuerung der Flotte und der Energieflüsse wird eine Leitwarte für die Unternehmen aufgebaut, die einerseits die verschiedenen Prozesse erfasst und optimiert, andererseits die Energie- und Mobilitätsanforderungen der teilnehmenden Systempartner bedienen kann. Durch das so entwickelte Netzwerk wird das Gesamtsystem für Wirtschaftsverkehre im ländlichen Raum für andere Unternehmenszusammenschlüsse oder öffentliche Institutionen mit verteilten Standorten nutzbar.

 

Dabei bringen die Projektteilnehmer ihr eigenes Know-How in das Projekt ein: „Mit dem von uns entwickelten it-gestützten energieintelligenten Fuhrparkmanagements können wir hier mit Blick auf zukünftige Marktanforderungen einen wichtigen Beitrag leisten, um diese riesigen Datenmengen zu kanalisieren und zu organisieren. So lassen sich, durch den Verbund intelligenter und vernetzte IT-Systeme, deutlich Ressourcen sparen und damit Energie“, erklärt Herbert Vogel von der itelligence AG aus Bielefeld. „Die im Projekt zu entwickelnde ‚grüne Ladesäule‘ soll eine integrierte Lösung für die Elektromobilität darstellen, insbesondere gekennzeichnet durch Informations- und Kommunikationstechniken sowie Schnittstellen zum Energienetz, zu Abrechnungssystemen und zum Fuhrparkmanagement“, sagt Helmut Friedrich von der Phoenix Contact E-Mobility GmbH. Für Martin Kannegiesser von der Herbert Kannegiesser GmbH ist „EMiLippe“ eine ideale Kooperation, denn „wir können unsere eigene Energie nutzen und diese sogar in weitere Arten der Wirtschaftsverkehre, wie beispielsweise in unsere Vertriebsfahrzeuge oder Stapler, lenken.“

 

Für die wissenschaftliche Begleitung des „EMiLippe“-Projektes stehen den Unternehmen die Experten der Hochschule Ostwestfalen-Lippe und des Fraunhofer-Anwendungszentrums IOSB-INA in Lemgo zur Verfügung. „Die in diesem Zusammenhang zu leistenden Entwicklungsarbeiten bilden die Forschungsschwerpunkte unserer Hochschule, sind interdisziplinär und sichern darüber hinaus gleichzeitig die qualitative Ausbildung unserer Studierenden für die hiesige Wirtschaft“, freut sich Prof. Dr. Stefan Witte von der Hochschule Ostwestfalen-Lippe. „Unsere Forschungsvision ist ein Internet der Dinge, in dem Echtzeitinformationen in allen Ebenen eines technischen Systems in der notwendigen Qualität zur Verfügung stehen. Unsere Entwicklungen und Erkenntnisse in diesem Bereich möchten wir nun auf die e-Mobilität übertragen, in dem wir Fahrzeuge, erneuerbare Energiequellen und Menschen so miteinander vernetzen, dass intelligente Mobilitätslösungen entstehen“, fasst Prof. Dr.-Ing. Jürgen Jasperneite, Leiter des Fraunhofer-Anwendungszentrums IOSB-INA, zusammen.

Veröffentlicht von

Peer-Michael Preß

Peer-Michael Preß – Engagement für die Unternehmerinnen und Unternehmer in der Region seit fast 20 Jahren. Als geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG in Detmold ist er in den Geschäftsfeldern Magazin- und Fachbuchverlag, Druckdienstleistungen und Projektagentur tätig. Seine persönlichen Themenschwerpunkte sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien.

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