Frühjahrsbelebung kommt früher als erwartet Der – Arbeitsmarkt im Februar
Die Grafik zeigt die jahreszeitlich üblichen Schwankungen auf dem Arbeitsmarkt im Kreis Gütersloh. Seit April 2017 unterschreiten die Monatswerte die des Vorjahres deutlich. (Grafik: Agentur für Arbeit)

Gütersloh – Frühjahrsbelebung kommt früher als erwartet

Kreis Gütersloh. Thomas Richter, Leiter der Agentur für Arbeit Bielefeld/Gütersloh, freut sich über die Entwicklung des Arbeitsmarktes im Februar: „Die Frühjahrsbelebung hat am Arbeitsmarkt im Kreis bereits diesen Monat begonnen. Damit gerechnet hatten wir für März. Dass Arbeitslosigkeit gegen den saisonal üblichen Trend bereits im Februar abgebaut wurde, hat es im Kreis zuletzt im Jahr 2008 gegeben. Mit Einsetzen der Frühjahrsbelebung nimmt die Arbeitslosigkeit traditionell auch in den nächsten Wochen und Monaten noch ab; dies kann bis zu den Sommerferien anhalten. Wir rechnen dabei aber nicht mit derselben kräftigen Dynamik wie im letzten Jahr, aber insgesamt mit einer Entwicklung auf gutem Niveau.“

Daten zur Arbeitslosigkeit

Im Februar befanden sich im Kreis 9.024 Personen in der Erwerbslosigkeit. Die Arbeitslosigkeit sank damit um 2,0 Prozent (-183 gemeldete Arbeitslose) im Vergleich zum Vormonat. Weiterhin lag das Niveau der Arbeitslosigkeit im Kreis Gütersloh deutlich unter dem Vorjahreswert. Im Vergleich zum Februar 2017 betrug der Rückgang 7,6 Prozent (-744 Personen). Die Quote der Arbeitslosigkeit im Kreis sank früher als erwartet und steht nun bei 4,4 Prozent. Damit lag sie 0,1 Prozentpunkte unter dem Wert des Vormonats und mit 0,4 Prozentpunkte unter dem des Vorjahres. Dieser Frühjahrseffekt kommt früher als erwartet in den Kreis, der sonst erst im Monat März spürbar wird.

Nach besonderen Personengruppen am Arbeitsmarkt betrachtet zeigt sich die Frühjahrsbelebung unterschiedlich ausgeprägt im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die Spanne der Veränderungen reichte im Februar von -3,7 Prozent bei den Ausländern bis zu -2,4 Prozent bei den über 55-Jährigen und Älteren. Die Personengruppe der Jüngeren unter 25 Jahren hingegen profitierte nicht von der Frühjahrsbelebung. Unter ihnen nahm die Arbeitslosigkeit um 7,5 Prozent zu. Ein Grund dafür ist u.a. das Ende der zwei- und dreieinhalbjährigen Ausbildungen. Hier konnten nicht alle Auszubildenden durch die Ausbildungsbetriebe übernommen werden bzw. nahtlos eine Anstellung nach einer außerbetrieblichen Berufsausbildung finden.

„Die jungen Absolventen haben beste Chancen, nach kurzer Such- und Übergangsarbeitslosigkeit eine feste Anstellung zu finden. Der Bedarf an Arbeits-, vor allem aber an ausgebildeten Fachkräften, ist in der Wirtschaft weiterhin sehr hoch. Das verdeutlicht den Wert der dualen Berufsausbildung. Für junge Menschen ergeben sich hier beste Chancen für einen erfolgreichen Start ins Berufsleben“, erklärt Richter.

Entwicklung der Arbeitskräftenachfrage

Im Februar wurden der Arbeitsagentur und dem Jobcenter von den Betrieben im Kreis Gütersloh 769 Stellen zur Besetzung bekannt gegeben. Das waren 29,0 Prozent (173 Stellen) mehr als im Januar. Verglichen mit dem Vorjahr gab es im Februar eine Abnahme um 11,7 Prozent (102 Stellen). Insgesamt liegt der Bestand an freien Stellen, die der Arbeitsagentur und dem Jobcenter zur Vermittlung zur Verfügung stehen, mit 2.616 aktuell über dem Vorjahresniveau (+265 Stellen oder 11,3 Prozent).

Höhere Stellenzugänge als im Vormonat verzeichnete die Agentur für Arbeit Gütersloh im Berichtsmonat insbesondere aus dem Baugewerbe (+28 Stellen). Weniger Personalbedarf meldeten vor allem Arbeitnehmerüberlassungen/Zeitarbeitsunternehmen (-25 Stellen), der Handel (-18 Stellen) und das Logistikgewerbe (-17 Stellen).

Entwicklungen bei Jobcenter und Arbeitsagentur

SGB III (Arbeitslosenversicherung): Im Kreis Gütersloh waren im Februar im Rechtskreis SGB III bei der Agentur für Arbeit Gütersloh 3.796 Personen arbeitslos gemeldet. Das waren 151 Personen weniger oder 3,8 Prozent als im Januar. Im Vergleich zum Vorjahr fiel die Zahl der Arbeitslosen um 12,6 Prozent (549 Personen) geringer aus.

SGB II (Grundsicherung „Hartz IV“): Beim Jobcenter im Kreis Gütersloh waren im Februar 5.228 Arbeitslose gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat sank die Zahl derjenigen, die auf die Grundsicherung angewiesen sind, um 0,6 Prozent (oder -32 Personen). Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl der Menschen in der Grundsicherung ebenfalls zurückgegangen (-3,6 Prozent oder -195 Personen).

Der Blick in den Agenturbezirk

Zum Gesamtbezirk der Agentur für Arbeit Bielefeld zählen das Stadtgebiet Bielefeld und der Kreis Gütersloh:

Arbeitslosenzahl (Februar 2018, Agenturbezirk): 22.398
Veränderung gegenüber Vormonat: -480 bzw. -2,1 %
Veränderung gegenüber Vorjahresmonat: -2.632 bzw. -10,5 %

Arbeitslosenquote (Februar 2018, Agenturbezirk): 5,9 %
Arbeitslosenquote (Vorjahreswert): 6,7 %

Ausbildungsmarkt: Daten zum Ausbildungsmarkt werden erst wieder ab März 2018 veröffentlicht.

Der Arbeitsmarkt in Ostwestfalen-Lippe

Alles in allem ist die Winter-Arbeitslosigkeit im Jahreswechsel 2017 / 2018 in NRW und auch OWL außerordentlich gering gestiegen. So nahm in unserer Region die Zahl der Menschen ohne Arbeit im Vergleich zum Januar 2018 bereits um 1,4 Prozent auf 62.748 Personen ab. Das sind insgesamt 881 Arbeitslose weniger. Besonders hervorzuheben ist die damit bereits in dieser Jahreszeit eingeschlagene positive Entwicklungsrichtung. Die Arbeitslosenquote ließ sich davon jedoch noch nicht beeinflussen und verharrt im Februar bei 5,7 Prozent. Mit diesem Stand liegt sie gute 0,6 Prozentpunkte unter dem Ergebnis für den Februar 2017.

Zugleich stimmt der saisonbereinigende Vergleich mit dem Vorjahresmonat weiter positiv. Im Februar 2017 waren noch 8,9 Prozent oder 6.146 Menschen mehr ohne Arbeit registriert. Damit liegt die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in der Region Ostwestfalen-Lippe weiter über NRW-Schnitt. Hier konnte die Zahl der arbeitslosen Menschen von Februar 2017 auf Februar 2018 um 5,9 Prozent reduziert werden.

Die günstigsten Arbeitslosenquoten in unserer Region findet sich im Agenturbezirk Paderborn (5,1 Prozent), gefolgt von den Bezirken Herford (5,3 Prozent), Bielefeld (5,9 Prozent) und Detmold (6,5 Prozent). Alle Regionen liegen damit deutlich unter dem Landesschnitt von 7,2 Prozent.

www.arbeitsagentur.de

Veröffentlicht von

Sascha Brinkdöpke

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