(v.l.) Torsten Kröner-Jussack und Andreas Grumbach. (Foto: Grumbach GmbH & Co. KG)
(v.l.) Torsten Kröner-Jussack und Andreas Grumbach. (Foto: Grumbach GmbH & Co. KG)

Grumbach baut Vorbehandlungsanlage für Gewerbeabfälle

Harsewinkel. Es ist die mit Abstand größte Investition der letzten 20 Jahre der Firmengeschichte: Rund 4 Millionen Euro investiert die Grumbach GmbH & Co. KG in eine neue Sortieranlage für Gewerbeabfall. Mit der neuen Anlage, welche in einer neuen Halle errichtet wird, sieht sich das Harsewinkeler Unternehmen mit Blick auf die neuen gesetzlichen Vorgaben gerüstet – und zugleich im Ostwestfälischen Wettbewerb in einer Vorreiterrolle.

Weniger Müllverbrennung, dafür mehr Abfalltrennung und eine umfassende Dokumentationspflicht: Das sieht die Neufassung der Gewerbeabfallverordnung in einem ersten, seit August 2017 geltenden Schritt vor. Das Ziel: Wertstoffe sollen in deutlich größeren Mengen als bisher wiederverwertet werden. So soll die Recycling-Quote auf 30 Prozent erhöht werden. Das ist der zweite Schritt der neuen Abfallverordnung, der zum 1. Januar 2019 in Kraft getreten ist.

Eine große Herausforderung für Gewerbebetriebe – und auch für Entsorger. Denn die Neuregelung bedeutet, dass Abfallgemische – also Müll, den Betriebe selbst nicht weiter sortieren können – in einer Vorbehandlungsanlage aufbereitet werden müssen. Diese Anlage muss wiederum einem vorgegebenen technischen Stand entsprechen, um Mischabfälle exakt zu sortieren und so die Recycling-Quote auch erreichen zu können. Damit sollen auch weniger Abfälle verbrannt werden.

Vor etwa drei Jahren legte das Bundesumweltministerium die ersten Entwürfe der Verordnung vor. „Viele haben das damals belächelt“, erinnern sich Andreas Grumbach, Gesellschafter und Geschäftsführer und Torsten Kröner-Jussack, Geschäftsführer, der Grumbach GmbH & Co. KG. Als die neue Verordnung dann im August 2017 in Kraft trat, war beiden klar, das hier eine konsequente Umsetzung der Vorgaben gefragt war. „Wir haben uns näher mit der Verordnung und deren Umsetzung auch im Bezug auf unsere Kundenanforderungen beschäftigt“. Auf die Sortierung von Gewerbeabfällen verzichten? Eine Kooperation mit einem anderen Entsorger eingehen? Oder selbst die Grundlage für einen neuen Schwerpunkt in der Unternehmensentwicklung schaffen?

Andreas Grumbach und Torsten Kröner-Jussack entschieden sich für die dritte Variante. „Wir wollten und wollen unabhängig sein“, so die Maxime der Geschäftsführer. Also nahm der heimische Entsorger Kontakt zu Behörden, zu Herstellern und Lieferanten auf. Ergebnis: Vorbehandlungsanlagen, die es für die Einhaltung der neuen Richtlinien braucht, gab es in Ostwestfalen-Lippe noch nicht. Also entwickelten sie ein eigenes Konzept für eine Sortieranlage.

Grumbach kombiniert Wissen in Altpapierensorgung und Abfallsortiertechnik

„Wir haben unsere Erfahrungen und unser Know-how aus der Altpapiersortierung mit neuen Technologien der Abfallsortiertechnik kombiniert“, erklären Grumbach und Kröner-Jussack. Das Ergebnis ist eine moderne und zukunftsorientierte Aufbereitungsanlage, die in einer etwa 2000 Quadratmeter großen Halle, ebenfalls ein Neubau auf dem Betriebsgelände, zusammengesetzt wird. Mit einer Mischung aus Mechanik, High-Tech und diversen Arbeitsschritten soll bei gemischtem Gewerbeabfall künftig eine Sortierquote von 85 Masseprozent möglich sein, Müll also fast perfekt getrennt werden können. Bis zu 35.000 Tonnen Gewerbeabfall pro Jahr sollen mit der Anlage sortiert werden.

„Wir werden eine der ersten und modernsten Sortieranlagen für Gewerbeabfall in Ostwestfalen-Lippe haben“, so die Geschäftsführer. Davon verspricht sich der Entsorger auch einen Wettbewerbsvorteil. „Wir können unseren Kunden garantieren, alle ihre Abfälle gesetzeskonform zu entsorgen.“ Das dürfte auch für neue Kunden und auch weitere Entsorgungsunternehmen, welche keine eigenen Anlagen haben, interessant sein, schätzen die beiden Geschäftsführer. Bis zu 5 neue Angestellte werden sie für den Betrieb der neuen Anlage voraussichtlich einstellen (siehe Infokasten).

Die Genehmigung der Anlage ist erteilt und die Aufträge der einzelnen Gewerke sind bereits vergeben. Mit der Errichtung der Anlage wird im April begonnen.

Anfang September soll die Anlage in den Probebetrieb gehen, um spätestens im Oktober perfekt zu laufen. Bis dahin liegt noch eine Menge Arbeit vor uns ,so die beiden Geschäftsführer, deren Unternehmen in diesem Jahr auch noch das 50 jährige Bestehen mit einer großen Feier begeht.

www.altpapier.de

Veröffentlicht von

Sascha Brinkdöpke

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