Dr. Oetker Nachhaltigkeitsmanagement neu aufgestellt Rohstoffaktivitäten im Fokus

Bielefeld. Für Dr. Oetker bedeutet nachhaltiges Handeln eine Investition in die eigene Zukunftsfähigkeit. Megatrends wie das globale Bevölkerungswachstum, damit einhergehende Ressourcenverknappung, der steigende Energiebedarf, der Süßwassermangel sowie der Klimawandel sind gesellschaftliche wie unternehmerische Herausforderungen, denen sich Dr. Oetker als international tätiges Lebensmittelunternehmen stellt. Im Jahr 2015 hat Dr. Oetker daher die bestehende Nachhaltigkeitsstrategie in enger Verzahnung mit der Unternehmensstrategie überarbeitet.

Im Zuge der Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie hat das Unternehmen im Jahr 2014 das Dr. Oetker Nachhaltigkeitsgremium ins Leben gerufen. Das funktions- und bereichsübergreifende Gremium wird von Richard Oetker geleitet. Erste wichtige Aufgabe des Gremiums war es, die Grundlagen für die angepasste Nachhaltigkeitsstrategie zu erarbeiten: In der neuen sortimentsübergreifenden Strategie wurden, zunächst schwerpunktmäßig für den Standort Deutschland, insgesamt 20 strategische Ziele aus fünf Handlungsfeldern definiert und Maßnahmen mit Blick auf den Zielhorizont 2020 verabschiedet. Die Handlungsfelder beziehen sich auf die Themen Nachhaltiges Wirtschaften, Produktverantwortung, Lieferkette, Mitarbeiter und den Umweltschutz.

Stakeholderbefragung und Wesentlichkeitsmatrix

Zur Identifizierung und Priorisierung der für das Unternehmen künftig relevanten Nachhaltigkeitsthemen hat Dr. Oetker im ersten Halbjahr 2014 zudem eine Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt. Basis dafür war die Befragung von knapp 537 externen wie internen Stakeholdern. Die Ergebnisse der Befragung wurden in einem Workshop mit den Mitgliedern des Dr. Oetker Nachhaltigkeitsgremiums hinsichtlich ihrer Relevanz diskutiert und entsprechend in eine Wesentlichkeitsmatrix übertragen. Im Rahmen weiterer Workshops hat das Nachhaltigkeitsgremium eine Stärken- / Schwächen- Analyse durchgeführt und den Handlungsbedarf für alle relevanten Nachhaltigkeitsthemen abgeleitet. Auf Basis dieser Ergebnisse wurden strategische Ziele formuliert, mit der Geschäftsführung diskutiert und im Herbst 2015 verabschiedet.

Rohstoffbezogene Nachhaltigkeitsaktivitäten

Im Folgenden werden einige rohstoffbezogene Nachhaltigkeitsaktivitäten aus dem Handlungsfeld Lieferkette und Produktverantwortung vorgestellt. Basierend auf der neuen Dr. Oetker Nachhaltigkeitsstrategie und den in diesem Rahmen gesteckten Zielen hat das Unternehmen wesentliche Rohstoffe ausgewählt, die in den kommenden Jahren im Fokus der Nachhaltigkeitsaktivitäten von Dr. Oetker stehen sollen. Hierzu zählen neben Kakao und Palmöl auch die Rohstoffe Fleisch und Fisch.

Zertifizierter Kakao

In allen von Dr. Oetker hergestellten oder als Handelsware bezogenen Produkten wird zukünftig nachhaltig angebauter und entsprechend zertifizierter Kakao eingesetzt: In Deutschland soll die Umstellung bis spätestens Ende 2017 und weltweit bis Ende 2020 erfolgen.

Nachhaltiges Palmöl

Grundsätzlich verarbeitet Dr. Oetker nur eine sehr geringe Menge Palmöl in den Produkten. Hierbei folgt das Unternehmen seiner unternehmerischen Verantwortung und setzt sich für die Beschaffung und Verwendung von nachhaltig angebautem Palmöl ein: Dr. Oetker ist seit 2011 Mitglied des Runden Tisches für nachhaltig angebautes Palmöl (Roundtable on Sustainable Palm Oil, kurz: RSPO). Das Unternehmen stellt seit 2012 durch eine RSPO-Zertifizierung sicher, dass an deutschen Standorten ausschließlich Palmöl verarbeitet wird, welches einem der RSPO-Zertifizierungsstandards entspricht. Das ursprüngliche Ziel, die insgesamt nur geringen Palmölmengen bis 2015 vollständig auf den Standard „Segregated“ umzustellen, bei dem ausschließlich Palmöl aus nachhaltig bewirtschafteten zertifizierten Plantagen eingesetzt wird, konnte angesichts der mangelnden Verfügbarkeiten bei Palmölderivaten und -fraktionen nicht umgesetzt werden.

Auch vor diesem Hintergrund hat das Unternehmen entschieden, bis Ende 2018 weltweit auf die Verwendung von Palmöl zu verzichten. Sollte dies aus rezeptorischen Gründen nicht möglich sein, so muss das verwendete Palmöl bis Ende des Jahres 2020 mindestens dem RSPO-Standard „Segregated“ entsprechen. Zudem steht Dr. Oetker eng mit Lieferanten, Nichtregierungsorganisationen wie zum Beispiel Greenpeace e. V., Fachleuten und anderen Interessensvertretern zu diesem Thema in Kontakt.

Tierwohl stärken

Das Unternehmen arbeitet derzeit an einem zukunftsfähigen Konzept, das auf eine weitere Verbesserung des Tierwohls bei der Erzeugung der von Dr. Oetker eingesetzten Rohwaren abzielt sowie die Transparenz innerhalb der Lieferketten verbessern und deren Komplexität reduzieren soll. Verstärkt wird daran gearbeitet, sukzessiv entsprechende Maßnahmen in den Warengruppen Hähnchen-, Schweine- und Rindfleisch in Europa bis Ende 2018 und weltweit bis Ende 2020 umzusetzen. In diesem Zusammenhang ist zum Beispiel der Bezug von regional erzeugtem Fleisch ein wesentlicher Bestandteil der Maßnahmen.

Damit nimmt Dr. Oetker zunehmend Einfluss auf die beteiligten Unternehmen, die im Bereich der Zucht, Haltung und Schlachtung der Tiere tätig sind. Neben einer intensiveren Zusammenarbeit mit den beteiligten Unternehmen auf den Liefer- und Vormärkten sieht das Unternehmen künftig auch in Beteiligungen an Brancheninitiativen eine wichtige Möglichkeit in Richtung eines verbesserten Tierwohls.

Bei dem Thema Tierwohl ist es dem Unternehmen insbesondere wichtig zu betonen, dass hierbei nicht vornehmlich auf die freiwillige Selbstregulierung der Wirtschaft gesetzt werden kann und darf. Dr. Oetker ist daran gelegen, eine transparente und nachprüfbare tiergerechtere Erzeugung von Produkten tierischen Ursprungs in der Breite zu fördern und auf diesem Weg die Bedingungen für die Tiere nachhaltig zu verbessern. Nach Meinung des Unternehmens gehen die gesetzlichen Bestimmungen oftmals nicht weit genug, um einen verantwortungsvollen Umgang mit den Tieren im Bereich der Zucht, Haltung und Schlachtung gewährleisten zu können. Dr. Oetker würde es daher sehr begrüßen, wenn die gesetzlichen Vorschriften in diesen Bereichen verbindlich zugunsten der Tiere angepasst werden. Diesen Standpunkt hat das Unternehmen auch bereits am 9. Mai 2016 Christian Schmidt, Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, im Rahmen eines persönlichen Briefes von Richard Oetker mitgeteilt. Ebenso steht das Unternehmen zu diesem Thema im Austausch mit der Nichtregierungsorganisation foodwatch e. V.

Zertifizierter Fisch

Im Bereich der Fisch-Rohstoffe hat Dr. Oetker bereits in seinem Food Standard klare Vorgaben für die Lieferanten von Thunfisch festgelegt. Im Fokus stehen dabei die Reduzierung des Beifangs durch das Verbot der Verwendung von Fischsammelvorrichtungen (fish aggregation devices, kurz: FADs) sowie delfinfreundliche Fangmethoden. Dr. Oetker fordert hierfür von seinen Lieferanten entsprechende Zertifikate (FAD-free und dolphin-free).

Zur weiteren Förderung einer nachhaltigen Fischwirtschaft arbeitet Dr. Oetker eng mit dem Marine Stewardship Council (MSC) zusammen, um zukünftig verstärkt für seine Produkte auch Thunfisch aus Fischereien einzusetzen, die nach den strengen Kriterien des MSC zertifiziert sind. Der MSC verwaltet das weltweit bekannteste ökologische Zertifizierungs- und Kennzeichnungsprogramm für nachhaltige Fischerei. Durch das Angebot und den Kauf von Produkten, die das blaue MSC-Siegel tragen, unterstützen Unternehmen und Verbraucher verantwortungsbewusst arbeitende Fischereien rund um den Globus.

In allen Handlungsfeldern aktiv

Neben den oben auszugsweise beschriebenen Maßnahmen zu den Handlungsfeldern Lieferkette und Produktverantwortung engagiert sich Dr. Oetker im Rahmen seiner neu aufgestellten Nachhaltigkeitsstrategie auch weiterhin intensiv in den Feldern Mitarbeiter, Umweltschutz und Gesellschaftliche Verantwortung. Weiterführende Informationen sind im neuen Dr. Oetker Nachhaltigkeitsbericht enthalten, der voraussichtlich Ende Juli 2016 erscheint.

www.oetker.de

Veröffentlicht von

Sascha Brinkdöpke

Die WIR-Redaktion freut sich auch auf Ihre Pressemitteilungen. Sprechen Sie uns an unter +49 5231 98100 0 oder per mail an redaktion@wirtschaft-regional.net

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.