Der kurze Draht zum Chef

Kreis Gütersloh. Die heutige Generation muss Multitasking-fähig sein. „Junge Leute unter 30 nutzen im Schnitt 2,4 Mediengeräte gleichzeitig“, erläuterte Arvato-Vorstand Achim Berg den mehr als 100 interessierten Zuhörern bei der von der pro Wirtschaft GT organisierten Auftaktveranstaltung der Veranstaltungsreihe „Zukunfts.Kreis.GT“ im neuen Bürokomplex der Tönnies Lebensmittel GmbH & Co. KG.

Von Moderator Christian Terhechte als „Technologiefreak“ angekündigt, erläuterte Berg den Zuhörern, wie die Trends in Sachen Führung und Marketing im digitalen Zeitalter aussehen. In Deutschland gebe es mittlerweile mehr Handys als Einwohner, mehr als die Hälfte davon internetfähige Smartphones. Dadurch entwickelten sich viele neue Anwendungsgebiete. „Der Trend, sich Sachen zu leihen, floriert unwahrscheinlich“, erklärte Berg. Dies führe inzwischen so weit, dass einige Menschen keine eigene Waschmaschine besäßen, sondern bei Bedarf einfach die Maschine vom Nachbarn gegen Entgelt mitbenutzten. Der Verleih von persönlichen Dingen, die Reservierung im Restaurant oder das Heranwinken von Taxen – all das ließe sich mittlerweile bequem vom Smartphone organisieren. Zudem haben laut Berg die heutzutage allgegenwärtigen sozialen Medien und die neuen mobilen Technologien einen großen Einfluss auf Führung und Führungsstil von Unternehmern. Am eigenen Beispiel erläuterte er, dass „jeder Mitarbeiter, der mich persönlich per Skype, Mail oder XING anschreibt, auch von mir persönlich eine Antwort bekommt.“. Entscheidend für den Erfolg eines Unternehmens sei es, den Mitarbeitern zuzuhören und die kreativen Ideen der Mitarbeiter mit Leidenschaft voranzutreiben. „Ich kann kommunizieren, ohne zu führen, aber um zu führen, muss ich mehr denn je kommunizieren“ fasst Berg seine Führungskultur zusammen. Dabei sei auch wichtig zu erklären, warum etwas getan werden muss. „Senden Sie klare Botschaften aus, aber lassen Sie Ihren Mitarbeitern Gestaltungsspielräume“ riet Berg den Anwesenden. Das habe einen direkten Einfluss auf die Zufriedenheit von Mitarbeitern und damit auch nachweislich auf den Umsatz.

Welche Auswirkungen eine zunehmende Digitalisierung auf unser alltägliches Leben haben wird, erläuterten anschließend Dr. Stefan Sauer und Silke Geisen vom s-lab der Universität Paderborn. Mit Hilfe der sogenannten „Augmented Reality“ können virtuelle Inhalte in die reale Welt eingebunden werden. „Das ist das Prinzip von der Google Brille: eine Kamera nimmt meine Umgebung auf und ergänzt passend zusätzliche Informationen, Videos oder 3-D Animationen“ so Geisen. Nach diesem Prinzip ließen sich zum Teil heute schon Phobien therapieren, indem beispielsweise Patienten mit virtuellen 3D-Modellen von Spinnen konfrontiert werden. Weitere typische denkbare Anwendungsmöglichkeiten liegen laut Aussage von Geisen im Bereich Marketing oder in der medizinischen Ausbildung, indem z.B. Hautkrebsflecken auf den eigenen Körper projiziert werden können. Ein immer kurzfristigeres Informationsbedürfnis träfe zudem auf einen gewünschten Erlebnischarakter der Nutzer. Dies führe inzwischen so weit, dass zum Beispiel Besucher des Sunshine Aquariums in Tokyo per Augmented-Reality-App von virtuellen Pinguinen zum Eingang des Aquariums navigiert werden – eine Marketing-Kampagne, die die Besucherzahlen des Aquariums in die Höhe schnellen ließ.

Der nächste „Zukunfts.Kreis.GT“ zum Thema „Wissensmanagement der Zukunft“ findet am 03. Juli 2014 in der Mensa des Schulzentrums Steinhagen statt. Um Anmeldung per E-Mail an info@pro-wirtschaft-gt.de oder online auf www.pro-wirtschaft-gt.de wird gebeten.

 

Veröffentlicht von

Peer-Michael Preß

Peer-Michael Preß – Engagement für die Unternehmerinnen und Unternehmer in der Region seit fast 20 Jahren. Als geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG in Detmold ist er in den Geschäftsfeldern Magazin- und Fachbuchverlag, Druckdienstleistungen und Projektagentur tätig. Seine persönlichen Themenschwerpunkte sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien.

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