4,2 Millionen Euro für Weiterentwicklung von innovativer Kleinserienproduktion

Martin Gründkemeyer (r.), Geschäftsführer Netzwerks Oberfläche NRW e. V. (Foto: Wirtschaftsförderung Münster GmbH)

Münster. Produkte in Kleinserien, sei es für die Medizin, den Fahrzeug- und Maschinenbau, die Industrie oder die Luft- und Raumfahrt, können künftig schneller, einfacher und günstiger hergestellt werden als üblich. Aus dieser Überzeugung heraus hatte das Netzwerk Oberfläche NRW e. V. (NRWO) mit Sitz in Münster Mitte 2016 bei der Euregio ein innovatives Konzept mit Förderantrag eingereicht. Jetzt ging bei Geschäftsführer Martin Gründkemeyer im Technologiehof die Antwort ein, wonach mehr als 4,2 Millionen Euro für das Projekt „Smart Production“ bewilligt wurden.

Die Kofinanzierung erfolgt über das EU-Interreg- Programm für grenzüberschreitende Forschungs- und Entwicklungsvorhaben. Die 15 beteiligten deutschen und holländischen Partner, darunter die münsterischen High-Tech- Firmen Systec und Urbanmaker, steuern zirka zwei Millionen Euro Eigenmittel bei.

„Die Projektfinanzierung in Höhe von 6,25 Millionen Euro für drei Jahre ist gesichert“, freut sich Gründkemeyer. „Mit geballtem Know-how aus Wirtschaft und Wissenschaft werden wir Maschinen, Materialien und Prozesse weiterentwickeln, um die Herstellung von Teilen in Kleinserien deutlich effizienter gestalten zu können.“ Er hatte die Idee zu dem Projekt, brachte die Akteure zusammen und stellte den erfolgreichen Antrag. Die Umsetzung wird NRWO- Projektleiterin Dr. Wiebke Wesseling koordinieren.

Als herausragendes Beispiel für die künftige Arbeit nennt Gründkemeyer das 3D-Druckverfahren: „Es kann herkömmliche Fertigungsmethoden revolutionieren. Die Entwicklung ist noch am Anfang, das Potenzial enorm“, verdeutlicht der Netzwerk-Manager die Bedeutung. „In herkömmlichen Produktionsverfahren machen Fixkosten bei kleinen Mengen üblicherweise einen hohen Teil der Herstellungskosten aus. Das führt zu verhältnismäßig teuren bzw. unwirtschaftlichen Produkten.“ Stattdessen können innovative Verfahren wie der 3D-Druck die Produktion von Kleinserien günstiger und variabler gestalten; mit hohem Potenzial für Nutzer: „Die Nachfrage nach speziell angefertigten Produkten und Prototypen nimmt kontinuierlich zu und wird durch flexible, ausgetüftelte Produktionsverfahren individuell bedient“, weiß Gründkemeyer durch den regelmäßigen Austausch mit Fachleuten.

Für „Smart Production“ konnte er zahlreiche Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft gewinnen. Dabei sind unter anderem die Saxion University of Applied Sciences aus Enschede, der Stichting Polymer Wissenschaftspark Zwolle sowie fünf Firmen aus den Niederlanden. Auf deutscher Seite beteiligen sich die Hochschule für angewandte Wissenschaften aus Düsseldorf, die Hochschule Niederrhein aus Krefeld sowie Spezialfirmen aus Ahlen, Hamm, Steinfurt und Münster. „Systec und Urbanmaker aus Münster verfügen auf dem Gebiet des 3D-Drucks über großes Know-how.“

Das Projekt „Smart Production“ ist zum einen auf die Entwicklung von intelligenten 3D-Drucktechniken für bisher nicht druckbare Materialien ausgelegt. Des Weiteren geht es um eine innovative Herstellungsmethode von variablen Formen für Tiefziehprozesse in der Kunststoffverarbeitung, die dann zur Fertigung von Kleinserien eingesetzt werden können. Die dritte Säule des Projekts ist auf die Entwicklung neuer Messsysteme zur berührungslosen Qualitätskontrolle ausgerichtet, bei der das Produkt unbeschadet bleibt. „Somit werden Materialeinsparungen erzielt, Ausschüsse vermieden und bessere Produktqualitäten erzeugt sowie neue Einsatzzwecke geschaffen“, sagt Gründkemeyer.

Mit dem erfolgreichen „Smart Production“-Antrag liefert er den zweiten Coup innerhalb von einem Jahr. Erst Mitte März 2016 war im Kennispark Twente in Enschede der Kick-off zu einem Interreg- Projekt erfolgt, das die Fortentwicklung antimikrobieller Oberflächen und Membrantechnologien zum Gegenstand hat. Für dieses Projekt war es Gründkemeyer gelungen, ein Projektvolumen von 6,52 Millionen Euro zu realisieren.

Info/Hintergrund Kofinanzierung:

Das Projekt „Smart Production“ wird im Rahmen des INTERREG- Programms Deutschland-Nederland mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), des Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes NRW (MWEIMH NRW), des Ministerie van Economische Zaken sowie den Provinzen Fryslân, Gelderland und Overijssel kofinanziert.

Info/Partner Niederlande

Aeolus Coatings B.V., Terwispel
Bond High Performance 3D Technology b.v., Zwolle
Cato Composite Innovations B.V., Rheden
DEMCON advanced mechatronics, Enschede
Parthian Technology B.V., Hengelo
Stichting Polymer Science Park, Zwolle
Saxion University of Applied Sciences, Enschede

Info/Partner Deutschland

DNL-mobiel GmbH, Steinfurt
Grunewald GmbH & Co. KG, Bocholt
Hochschule Niederrhein, Krefeld
HS Düsseldorf, Düsseldorf
ITA Industrie-Technik Ahlen GmbH, Beckum
Netzwerk Oberfläche NRW e.V., Münster (Initiator, Projektsteuerung)
Systec Elektronik und Software GmbH, Münster
Urbanmaker UG, Münster

www.wfm-muenster.de

Veröffentlicht von

Sascha Brinkdöpke

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