Freuen sich auf das Aktionsprogramm „Fachkräfte für OWL“ (v. l.): Wolfgang Draeger, Agentur für Arbeit Bielefeld, Melanie Taube, Regionalagentur OWL, Edith Rehmann-Decker, Kreis Paderborn, Wolfgang Marquardt, OWL GmbH, Dr. Marita Reinkemeier, pro Wirtschaft GT GmbH, Claudia Hilse, REGE mb, Ute Horstkötter-Starke, IHK Ostwestfalen zu Bielefeld, Marwin Schadwill, Handwerkskammer OWL, Petra Krause, Ev. Klinikum Bethel. (Foto: OWL GmbH)
Freuen sich auf das Aktionsprogramm „Fachkräfte für OWL“ (v. l.): Wolfgang Draeger, Agentur für Arbeit Bielefeld, Melanie Taube, Regionalagentur OWL, Edith Rehmann-Decker, Kreis Paderborn, Wolfgang Marquardt, OWL GmbH, Dr. Marita Reinkemeier, pro Wirtschaft GT GmbH, Claudia Hilse, REGE mb, Ute Horstkötter-Starke, IHK Ostwestfalen zu Bielefeld, Marwin Schadwill, Handwerkskammer OWL, Petra Krause, Ev. Klinikum Bethel. (Foto: OWL GmbH)

Aktionsprogramm Fachkräfte für OWL

Der Fachkräftemangel wird auch in OstWestfalenLippe zu einem immer drängenderen Problem. Mehr als jedes zweite Unternehmen kann offene Stellen inzwischen nicht mehr besetzen. Was können Unternehmen tun, um Personal zu gewinnen und zu halten? Welche Möglichkeiten haben Auszubildende und Beschäftigte, sich beruflich weiterzuentwickeln?

Gemeinsam mit vielen Partnerinnen und Partnern stellt die Regionalagentur OWL unter dem Dach der OWL GmbH vom 19. bis 30. September 2022 das Thema in den Mittelpunkt. In 50 vielfältigen und kostenlosen Formaten, wie Hotlines, Mobiler Beratung, Speeddatings, Veranstaltungen/Workshops, Messen und Postkartenaktionen gibt es wertvolle Impulse und Praxistipps.

„Die Fachkräftesicherung ist eine der wichtigsten Aufgaben in der Regionalentwicklung für die nächsten Jahre. Der demografisch bedingte Rückgang an Nachwuchskräften stellt die Unternehmen in OWL vor riesige Herausforderungen. Um die digitale und nachhaltige Transformation voranzutreiben und erfolgreich auf den Märkten zu bleiben, sind sie auf qualifizierte Fachkräfte angewiesen. Daher müssen wir unsere Kräfte bündeln, um optimale Voraussetzungen in der Region zu schaffen und OstWestfalenLippe überregional als starken Wirtschaftsraum mit attraktiven Arbeitsplätzen in Wirtschaft und Wissenschaft sichtbar zu machen“, erläutert Wolfgang Marquardt, Prokurist der OstWestfalenLippe GmbH.

Hochrechnungen zufolge fehlen bis zum Jahr 2030 allein in Industrie und Handwerk über 100.000 Fachkräfte in OstWestfalenLippe. Für die Pflege wird ein Defizit von ca. 11.200 Kräften prognostiziert. Hintergrund ist insbesondere der demografische Wandel.

Zur aktuellen Situation in OstWestfalenLippe führt Wolfgang Draeger, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Bielefeld aus: „Der Personalbedarf in OWL ist in vielen Bereichen stark gestiegen. 28.326 Stellen in den Betrieben sind derzeit unbesetzt. Fachkräfteengpässe bestehen in vielen Berufsgruppen. Das reicht vom Gartenbau über Elektrotechnik, Hochbau oder Informatik bis zur Gastronomie. Aber auch im Verkauf, im Rechnungswesen und Controlling sowie in der Gesundheits- und Krankenpflege gibt es in OWL Engpässe. Wichtig ist, dass wir die Menschen durch gezielte Förderung für diese Bereiche qualifizieren“.

Aus- und Weiterbildung ist ein bedeutender Faktor bei der Fachkräftesicherung, da sind sich die Vertreterinnen und Vertreter von Industrie, Handwerk und Pflege einig. Marwin Schadwill, Handwerkskammer OWL zu Bielefeld, erklärt: „Das OWL-Handwerk bietet aktuell für zusätzlich rund 20.000 Fach-, Führungs-, Hilfskräfte und Azubis beste Chancen, um beruflich durchzustarten. Insbesondere die Aufnahme einer dualen Ausbildung mit ihrer Vielfalt, den tollen Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten bietet Menschen einen prima Einstieg in ihre Karriere.“

Das sieht auch Ute Horstkötter-Starke, IHK Ostwestfalen zu Bielefeld, so und ergänzt: „Die duale Ausbildung ist der Königsweg der Fachkräftesicherung. Aber auch die Weiterbildung der erfahrenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Diese Qualifizierung rückt aufgrund der vielfältigen aktuellen Herausforderungen für Arbeitgeber und Beschäftigte häufig in den Hintergrund. Das ist auf den ersten Blick verständlich, bei genauer Betrachtung jedoch für alle hoch riskant.“

Auch Zuwanderung leistet einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung. Petra Krause, Ev. Klinikum Bethel, ist sicher: „Ohne ausländische Fachkräfte wird es in der Pflege nicht gehen. Es muss uns gelingen, sie für unsere Region zu gewinnen und auch zu halten.“

Das sind viele Gründe für den Arbeitskreis Fachkräftesicherung OWL, das Aktionsprogramm „Fachkräfte für OWL“ gemeinsam auf die Beine zu stellen. Das bunte Angebot mit über 50 Aktionen richtet sich an Unternehmen, junge Nachwuchskräfte, Menschen, die sich beruflich verändern möchten, Weiterbildungseinrichtungen, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren. Für alle ist etwas dabei, zum Beispiel: Workshops für Personalverantwortliche, Beratungsangebote zur Berufsorientierung für junge Menschen ebenso wie für Eltern, branchenspezifische Fachveranstaltungen, Themen des Handwerks ebenso wie des Gesundheitsbereichs, Vorträge zur Fachkräftegewinnung und Informationen zu Förderprogrammen für kleine und mittelständische Unternehmen.

Die Initiative knüpft an die gemeinsame strategische Arbeit des Arbeitskreises Fachkräftesicherung OWL und das „Handlungskonzept Fachkräftesicherung OWL 2025“ an. Im letzten Jahr wurde das Konzept mit zahlreichen Handlungsempfehlungen für die Region gemeinsam in Workshops entwickelt. „Wichtig ist, dass wir die Herausforderungen in der Region gemeinsam angehen. Mit vereinten Kräften gelingt es uns besser, auf die Möglichkeiten der Fachkräftesicherung in OWL aufmerksam zu machen und Unternehmen und Beschäftigte wirkungsvoll zu unterstützen“, erklärt Edith Rehmann-Decker, Leiterin Wirtschaft & Tourismus im Kreis Paderborn und aktuelle Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft der Wirtschaftsförderungen der Kreise und der Stadt Bielefeld (AG7OWL).

Die Teilnahme von über 70 Veranstalterinnen und Veranstaltern am Aktionsprogramm ist ein Beleg dafür, dass sie damit richtig liegt. Arbeitsmarkt- und Wirtschaftsakteure aus ganz OWL machen mit, z.B. Agenturen für Arbeit, Jobcenter, Kammern, Wirtschaftsförderungen, Kommunen, Weiterbildungsträger, Unternehmen und Branchenverbände.

Die Formate des Aktionsprogramms werden bei der Regionalagentur OWL in einem gemeinsamen Veranstaltungskalender gebündelt. Sie ist für die Organisation sowie das Dachmarketing der Kampagne verantwortlich und stellt den Partnerinnen und Partnern Materialien für die Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung, die mit finanzieller Unterstützung des Landes NRW und der Europäischen Union entwickelt wurden.

Melanie Taube, Leiterin der Regionalagentur OWL, freut sich, dass die langjährige Netzwerkarbeit Früchte trägt: „Wir waren doch ziemlich überrascht, wie viele Akteurinnen und Akteure sich mit Programmpunkten beteiligen. Darüber freuen wir uns sehr! Und es motiviert uns, die Initiative in den nächsten Jahren gemeinsam mit dem Arbeitskreis weiterzuentwickeln. OWL bietet viel für Fachkräfte und solche die es werden wollen!“

Das Veranstaltungsprogramm steht auf der Webseite der OWL GmbH unter https://www.ostwestfalenlippe.de/owl-gmbh/regionalagentur-owl/fkw/ und kann als PDF-Flyer bei Leonhard Koehler, Tel: 0521/96733282, l.koehler@regionalagentur-owl.de angefordert werden.

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WIR Redaktion

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