Merkel verlangt mehr Anerkennung für Soldaten

Merkel verlangt mehr Anerkennung für Soldaten Strausberg (dapd). Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wirbt für mehr Anerkennung des Soldatenberufs. „Sie geben vieles, manche alles für das Land“, sagte Merkel am Montag auf der Bundeswehrtagung in Strausberg bei Berlin. Die Belastungen für die Soldaten seien sehr hoch, sie nähmen eine lange Abwesenheit von zu Hause in Kauf und seien Gefahren für Leib und Leben ausgesetzt. „Unsere Soldatinnen und Soldaten haben für ihren Dienst Anerkennung verdient“, betonte die Kanzlerin. Merkel wertete die Neuausrichtung der Bundeswehr als Vorbild für die Bereitschaft zu notwendigen Reformen. Die Angehörigen der Bundeswehr zeigten Mut zu Veränderungen und sendeten damit ein „starkes Signal für das ganze Land“ nie nachzulassen, wenn neue Weg gegangen werden müssen. Die Neuausrichtung müsse umgesetzt werden „mit Herz und Verstand“ sowie „kameradschaftlicher Zuwendung“, appellierte Merkel an die Führungskräfte der Bundeswehr. Die Reform der Bundeswehr ging mit dem Aus für die Wehrpflicht einher. Die Truppenstärke soll von vormals 250.000 auf maximal 185.000 Soldaten sinken, darunter 170.000 Zeit- und Berufssoldaten. Die restlichen 15.000 Planstellen sollen durch Freiwillige besetzt werden. „Die Neuausrichtung nimmt jetzt Tempo auf“, sagte Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) zur Eröffnung der Tagung in Strausberg. „Die Herausforderungen für die Bundeswehr werden nicht weniger“, machte Merkel deutlich. Es gebe gewaltsame Umbrüche in ganzen Regionen mit der Gefahr des Übergreifens auf andere Regionen. Auch neuartige Bedrohungen wie der Cyber War würden offenkundiger. Bundeswehr bald im Mali präsent? Einen Fokus lenkte die Kanzlerin auf das westafrikanische Land Mali, wo nach einem Militärputsch im März radikale Islamisten das Machtvakuum genutzt und den Norden des Landes unter ihre Kontrolle gebracht haben. Merkel sagte, es sei nicht zu akzeptieren, dass Mali zum Rückzugsgebiet für den internationalen Terrorismus werde. Die Streitkräfte des Landes bräuchten Hilfe von außen. Denkbar wären eine europäische Ausbildungsmission sowie materielle und logistische Hilfen. Deutschland sei bereit, sich daran zu beteiligen, wenn die Voraussetzungen geklärt seien. Merkel bekräftigte zugleich die Abzugsperspektive für die Bundeswehr aus Afghanistan. Noch immer lauerten hier große Gefahren, kritische Fragen zu Ziel und Zweck des Einsatzes hier seien „vollkommen verständlich“. Es gehe um die Stabilisierung eines schwer geprüften Landes. Zugleich gebe es aber ermutigende Fortschritte. Der Einsatz dort stehe vor der Zäsur, nämlich die Sicherheitsverantwortung in afghanische Hände zu geben. Bis Ende 2014 solle die Übergabe umgesetzt sein. Aber auch danach blieben Soldaten für Beratung, Training und Unterstützung der afghanischen Streitkräfte präsent. Die Stabilisierung des Landes erforderten einen langen Atem, betonte Merkel. Die Führungskräfte der Bundeswehr beraten noch bis Dienstag über die Umsetzung der Bundeswehrreform. In Strausberg war früher das DDR-Verteidigungsministerium beheimatet, heute hat hier die Bundeswehrakademie für Kommunikation und seit einigen Tagen auch das Kommando Heer seinen Sitz. Der Gegensatz – früher eine Armee in der Diktatur, heute ein prägender Standort der Armee in der Demokratie – könne kaum größer sein, hob der Verteidigungsminister hervor. dapd (Politik/Politik)

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Peer-Michael Preß

Peer-Michael Preß – Engagement für die Unternehmerinnen und Unternehmer in der Region seit fast 20 Jahren. Als geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG in Detmold ist er in den Geschäftsfeldern Magazin- und Fachbuchverlag, Druckdienstleistungen und Projektagentur tätig. Seine persönlichen Themenschwerpunkte sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien.

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