Der Tatort kommt heute Abend definitiv aus Niedersachsen

Der Tatort kommt heute Abend definitiv aus Niedersachsen Hannover (dapd). Sekt oder Selters: Das ist kurz vor Bekanntgabe der ersten Wahlprognose im niedersächsischen Landtag bei den Grünen die Frage. „Wir sind uns doch einig, dass wir unser gutes Ergebnis feiern, auch wenn es für Rot-Grün nicht reichen sollte?“, fragt eine Helferin unsicher in die Runde. Zu diesem Zeitpunkt blinken überall SMS auf, in denen steht, dass die Grünen bei 13 Prozent liegen. Das wäre das beste Wahlergebnis bei einer niedersächsischen Landtagswahl in der Geschichte der Partei. Der Haken: Den inoffiziellen Zahlen zufolge läge Schwarz-Gelb vorn. „Natürlich machen wir einen Sekt auf, wir feiern unseren Erfolg – die anderen sind erstmal egal“, sagt eine Anhängerin und schlägt für die erste Runde 30 Flaschen vor. Es ist die richtige Entscheidung: Als um 18 Uhr die erste Prognose in dem kleinen Raum verkündet wird und die 13 Prozent bestätigt werden, jubelt die Basis, jubelt die Fraktion, jubelt die Bundesvorsitzende Claudia Roth und der Bundesfraktionsvorsitzende Jürgen Trittin. Sofort klirren die Sektgläser aneinander. „Wir stehen kurz vor einem Regierungswechsel“, freut sich der stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Land, Christian Meyer. Spitzenkandidaten fehlen Alle Anwesenden strahlen. Die Unsicherheit über eine Regierungsbeteiligung scheint – wenn überhaupt – Nebensache zu sein. Der Wahlabend werde noch lang und spannend, begründet Roth dieses Verhalten. „Der Tatort kommt heute Abend definitiv aus Niedersachsen“, fügt sie gut gelaunt an. Die einzigen, die an dem ersten Jubeltaumel der Partei nicht teilhaben, sind ausgerechnet die Spitzenkandidaten Anja Piel und Stefan Wenzel. Sie geben erst Fernsehinterviews, bevor sie in den Raum ihrer Partei kommen. Mit einem „Juhuuu!“ steigt Wenzel auf die Bühne. Dann nennt er seine Parteifreunde ein „Dreamteam“ und dankt ihnen für ihr Engagement. „Es ist noch alles drin“, macht Wenzel Mut. Auch Piel sagt ein paar warme Worte – aber nach fünf Minuten sind sie schon wieder weg. Nicht einmal für einen Sekt in trauter Runde hatten sie Zeit. Später am Abend werden sie noch auf der offiziellen Wahlparty erwartet. Landeschef: Zwei von drei Wahlzielen erreicht Dort ist die Stimmung ebenfalls blendend: Als die erste Hochrechnung mit einer hauchdünnen Mehrheit für Rot-Grün über die Leinwand flimmert, erfüllt tosender Applaus die gut gefüllte Bar. Rund 200 Anhänger der Grünen haben sich hier zur Wahlparty versammelt; zahlreiche Parteifreunde fallen sich begeistert in die Arme. „Das ist ja der Wahnsinn“, ruft ein begeisterter Anhänger bei der Verkündung der Prognose für die Grünen. Ein anderer ruft: „Ich habe es doch gewusst, das ist echt super.“ Grünen-Landesvorsitzender Jan Haude gibt sich optimistisch. „Wir hatten zwei Wahlziele: Drittstärkste Kraft werden und die schwarz-gelbe Regierung ablösen“, sagt er. „Das erste Ziel haben wir also schon geschafft und mit dem zweiten wird es auch noch klappen.“ Für Jan Wienken, Mitglied des Parteirats der Grünen, ist schon jetzt klar: „Wir können sehr stolz sein – egal, ob es nun mit der Regierungsbeteiligung klappt oder nicht, denn das ist das beste Ergebnis, das wir Grüne jemals in Niedersachsen erzielt haben.“ Es wird wohl eine lange Nacht. Da sind sich die jubelnden Grünen-Anhänger einig. dapd (Politik/Politik)

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Peer-Michael Preß

Peer-Michael Preß – Engagement für die Unternehmerinnen und Unternehmer in der Region seit fast 20 Jahren. Als geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG in Detmold ist er in den Geschäftsfeldern Magazin- und Fachbuchverlag, Druckdienstleistungen und Projektagentur tätig. Seine persönlichen Themenschwerpunkte sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien.

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