Was kommt nach der Cyberbrille? Lemgoer Forscher setzen auf mobile Projektionen

(Lemgo, 10.11.2015) Während Datenbrillen auf Messen wie der CEBIT oder Gamescom noch als Hype proklamiert werden, geht man in Lemgo schon einen Schritt weiter: Mobile Projektionen sollen Mitarbeitern in der industriellen Produktion mehr Effizienz und zugleich mehr Komfort am Arbeitsplatz bieten. Eine unterstützende Schlüsseltechnologie dafür ist Augmented Reality (AR), die computergestützte Erweiterung der Realität.

Forscher am Institut für industrielle Informationstechnik (inIT) der Hochschule OWL und am Fraunhofer-Anwendungszentrum Industrial Automation (IOSB-INA) entwickelten dazu gemeinsam in Lemgo eine fortschrittliche Technologie, die gänzlich ohne Hilfsmittel wie Datenbrille, Tablet und Co. auskommt.

Die Lemgoer Wissenschaftler entwickelten mit der projektionsbasierten AR-Umgebung eine Methode, mit der auch nicht angelernte Mitarbeiter in der industriellen Produktion umfangreichere und komplexere Aufgaben ausführen können. Mittels einer Projektion werden sie effizient, sicher und mit mehr Komfort durch den Montageprozess an einem Handarbeitsplatz geleitet. Für Professor Dr. Dr. Carsten Röcker, Vorstandsmitglied am inIT, liegen die Vorteile der Augmented Reality-Technologien in den „kurzen Anlernzeiten und der Fehlerreduktion“.

Im Vergleich zu AR-Methoden mit Datenbrillen oder Tablets werde die Projektion als wesentlich benutzerfreundlicher und komfortabler bewertet, so Röcker. Bisher war es beispielsweise aus ergonomischer Sicht kaum möglich, die Datenbrille über mehrere Stunden ununterbrochen zu tragen. Auch die Akkulaufzeiten der Datenbrillen ließen zu wünschen übrig. Probleme, die die Projektion geschickt umgeht. Professor Röcker ist sich sicher: „Wir sind überzeugt, dass die Projektion einen hohen Stellenwert in der Produktion von morgen einnehmen wird. Sobald Projektoren kleiner und beweglicher werden, sind die Einsatzmöglichkeiten quasi unbegrenzt – die intelligente Produktion wird noch ein Stück weit intelligenter.“

Durch die Kombination von einem leistungsstarken Projektor und einer Software ist es möglich, den Mitarbeiter durch den Montagevorgang zu leiten. Die Forscher am inIT und IOSB-INA haben diese Lösung in einem ersten praxistauglichen Demonstrator umgesetzt, der in ein wandlungsfähiges Montagesystem integriert wurde. Alle relevanten Informationen, die der Monteur benötigt, werden direkt auf seinen Arbeitsplatz projiziert – vom virtuell bzw. farblich markierten Einzelteil, das montiert werden soll, bis zum 3D-Modell als Montageanleitung. Professor Röcker erklärt dazu: „Unser Ziel ist es, die vielfältigen Möglichkeiten zu nutzen, die uns AR-Techniken bieten, zugleich aber auch den beteiligten Mitarbeitern den größtmöglichen Komfort an ihren Arbeitsplätzen zu ermöglichen.“

www.ciit-owl.de

Veröffentlicht von

Sascha Brinkdöpke

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