Das Planungsteam der Messe (v.l.): Anne Wohlfahrt (B.A. Soziale Arbeit), Markus Schneider (Autismus OWL e.V.), Vera Trocha (Rehakoordinatorin, Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) gGmbH), Matthias Reiser-Wolke (MZEB-Medizinisches Zentrum für Erwachsene mit Behinderung, Psychologischer Psychotherapeut, Autismus-Koordinator Wittekindshof Kompetenzzentrum Selbstbestimmt Leben), Dr. Eva Maria Schepers (Leitung des Westf. Instituts für Entwicklungsförderung), Prof. Dr. phil. Christian Huppert (FH Bielefeld, Fachbereich Sozialwesen), Christiane Möcker (Dipl. Päd./MA, Mitarbeiterin des Planungsteams) und Clara Heil (B.A. Soziale Arbeit, Mitarbeiterin des Planungsteams). (Foto: P. Pollmeier/FH Bielefeld)
Das Planungsteam der Messe (v.l.): Anne Wohlfahrt (B.A. Soziale Arbeit), Markus Schneider (Autismus OWL e.V.), Vera Trocha (Rehakoordinatorin, Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) gGmbH), Matthias Reiser-Wolke (MZEB-Medizinisches Zentrum für Erwachsene mit Behinderung, Psychologischer Psychotherapeut, Autismus-Koordinator Wittekindshof Kompetenzzentrum Selbstbestimmt Leben), Dr. Eva Maria Schepers (Leitung des Westf. Instituts für Entwicklungsförderung), Prof. Dr. phil. Christian Huppert (FH Bielefeld, Fachbereich Sozialwesen), Christiane Möcker (Dipl. Päd./MA, Mitarbeiterin des Planungsteams) und Clara Heil (B.A. Soziale Arbeit, Mitarbeiterin des Planungsteams). (Foto: P. Pollmeier/FH Bielefeld)

Messe- und Fachtag Autismus OWL an der FH Bielefeld

Lebendig, informativ und inspirierend: Der Messe- und Fachtag Autismus OWL bot Menschen im Autismus-Spektrum, Angehörigen, Fachpersonal sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ein vielfältiges Programm. Dabei stand die Frage nach einem selbstbestimmten Leben im Zentrum des Austausches. Und so sendete der Tag an der FH immer auch die Botschaft nach außen, dass mehr mit den Menschen im Autismus-Spektrum gesprochen und geforscht werden sollte als nur über sie.

Am letzten Samstag konnten mehr als 1.000 Gäste beim Messe- und Fachtag Autismus OWL an der Fachhochschule (FH) Bielefeld begrüßt werden. „Mit-Machen“ war das Motto des Tages und viele Menschen im Autismus-Spektrum, Eltern und Angehörige, Fachkräfte und Studierende haben diese Möglichkeiten genutzt. „Menschen im Autismus-Spektrum“ – das ist die passende Formulierung für die Menschen, denen Autismus zugeschrieben wird.

„Wir haben eine sehr lebendige Veranstaltung erlebt“, freut sich Dr. Eva Maria Schepers vom Organisationsteam. Informationsstände, Vorträge und Workshops, Mitmach-Angebote und eine Theateraufführung haben Raum zum Informieren und zur Vernetzung gegeben. „Uns war es wichtig, dass viele Menschen zusammenkommen können. Mit dem vielfältigen Angebot an diesem Tag haben wir das Wissen zum Autismus-Spektrum und den Austausch gestärkt“, ergänzt Schepers. Dies sei ein wichtiger Baustein, damit Menschen im Autismus-Spektrum selbstbestimmt ihr Leben gestalten können.

Wertvolle Informationen rund um das Autismus-Spektrum

Aleksander Knauerhase hat mit seinem Fachvortrag am Vormittag aus der Innenperspektive einen anderen Blick auf Autismus geworfen und deutlich gemacht, dass es wichtig ist, nicht über Menschen im Autismus-Spektrum zu sprechen, sondern mit ihnen. Am Infostand des Vereins „Aspies e.V.“ stand das „Miteinander sprechen“ dann auch im Vordergrund, denn in dem Verein vertreten Menschen im Autismus-Spektrum selbst ihre Interessen. An den weiteren von über vierzig Messe-Ständen konnten sich die Gäste zu Leistungen für Menschen im Autismus-Spektrum informieren: Frühförderung, Autismus-Therapie, Wohnangebote und einige Beratungsstellen haben gezeigt, welche Möglichkeiten der Unterstützung es gibt.

Beratungsangebote für Studierende im Autismus-Spektrum

„Auch Beratungsangebote für Studierende im Autismus-Spektrum haben sich vorgestellt“, berichtet Prof. Dr. Christian Huppert von der FH Bielefeld als Mitveranstalter des Fachtages. „Wir sehen auch in der Forschung Chance und Notwendigkeit, stärker mit den Menschen zu forschen und nicht nur über sie. So entstehen erweiterte Perspektiven und spannende Erkenntnisse.“ Eine Vertreterin der Autismus-Forschungs-Kooperation hat in einem Workshop auf diese Chancen partizipativer Forschung hingewiesen. Weitere Workshops haben zu Rechtsansprüchen informiert und Einblicke in das Autismus-Spektrum gegeben.

Die Begrüßung wurde durch einen Gesangsbeitrag umrahmt als Auftakt für weitere Inspirationen. Die Theateraufführung „Black Box“ hat zum Nachdenken angeregt. Hier wurde die Außenperspektive auf Autismus der Innenperspektive sehr kontrastreich gegenübergestellt. Thematisiert wurde, dass, wer therapieren, fördern und erziehen will, manchmal zu wenig die Perspektive des Kindes im Autismus-Spektrum im Blick hat. Erst, wenn sich das Kind aus seiner engen „Black Box“ befreien kann, werden seine Stärken sichtbar.

Gut orientiert und entspannt: Setting nimmt Rücksicht auf Menschen im Autismus-Spektrum

Über den gesamten Tag wurden die Gäste auch sportlich aktiv. Beim Tischtennis ging es rund, auf dem Schwebebalken fast immer geradeaus. Zudem wurde gemeinsam mit Studierenden der FH ein farbliches Leitsystem zur Orientierung in den Räumen entwickelt. Auch ein großer Ruhebereich mit reizarmen Räumen, Räumen mit Sternenhimmel und leisen Geräuschen wurde von den Gästen angenommen. Viele Studierende waren mit orangen Westen unterwegs und konnten bei Fragen angesprochen werden. „Die kurze Auszeit unter dem Sternenhimmel hat mir sehr geholfen, um zwischendurch mal zur Ruhe zu kommen“, freute sich einer der Gäste.

In Kontakt kommen und in Kontakt bleiben

Der Messe- und Fachtag Autismus OWL wurde organisiert von Pro Entwicklung e.V. als Träger des Westfälischen Instituts für Entwicklungsförderung, von Autismus OWL, der Diakonischen Stiftung Wittekindshof und der Fortbildungsakademie der Wirtschaft in Kooperation mit der FH Bielefeld. Die Schirmherrschaft hat der Erste Beigeordnete und Dezernent für Soziales und Integration, Ingo Nürnberger, übernommen. Die Aktion Mensch hat zur Finanzierung des Tages einen wertvollen finanziellen Beitrag geleistet.

„Der rege Austausch und die vielen Informationen haben den Tag so erfolgreich gemacht und so hoffen wir sehr, dass dies auch über diesen Tag hinaus wirkt“, resümiert Schepers. „Wir haben gesehen, wie wichtig die Innenperspektive ist und wünschen uns, dass (angehende) Fachkräfte und Forschende diese Perspektive weiter stärken“, ergänzt Huppert.

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WIR Redaktion

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