Falschgeld im Umlauf? Am inIT ist man bestens dagegen aufgestellt

Lemgo. Die Deutsche Bundesbank verkündete vergangene Woche, dass noch nie so viele Euro-Blüten im Umlauf waren wie 2015. Die Lemgoer Forscher am Institut für industrielle Informationstechnik (inIT) der Hochschule OWL verblüfft das nicht: Sie forschen zusammen mit internationalen Einrichtungen wie Zentralbanken und renommierten Instituten daran, wie man Geldscheine sicher macht. Nach wie vor werden die 20- und die 50-Euro-Banknoten am häufigsten gefälscht.

Die Technik für die Herstellung moderner, fälschungssicherer Banknoten macht eine rasante Entwicklung durch und erfordert ein ganz spezielles Know-how. Dazu ziehen die Hersteller von Banknoten nicht selten die Experten vom inIT zu Rate. Dort beschäftigt man sich seit vielen Jahren mit der Produktion und der anschließenden Verarbeitung von Banknoten und entwickelt Methoden, die für die Banknotenauthentifikation und Qualitätsinspektion notwendig sind. Dazu gehören auch Konzepte und Realisierungen gegen Produktpiraterie sowie Dokumentenschutz.

Nachgefragt beim Experten für Banknotenauthentifikation Professor Dr. Volker Lohweg vom inIT in Lemgo wird klar, warum vermehrt die 20- und 50-Euro-Banknoten gefälscht werden. „Diese Noten sind maximal verbreitet und stellen das Hauptzahlungsmittel in vielen Ländern dar“, so Lohweg. Rein rechnerisch gesehen ist die Wahrscheinlichkeit dennoch eher selten, dass einem mal ein falscher Geldschein im Portemonnaie landet. Im Vergleich mit dem gesamten Bargeld, das im Umlauf ist, fielen 2014 gerade einmal zwölf Geldscheine auf 10.000 Einwohner.

Doch wie erkennt man eine Blüte? Am besten verlässt man sich dabei nicht nur auf ein Sicherheitsmerkmal. „Banknoten sollten am besten nach dem Motto ‚Fühlen-Sehen-Kippen‛ der Europäischen Zentralbank untersucht werden“, erläutert Professor Lohweg, Vorstandsmitglied am inIT. Wenn man beispielsweise einen erhabenen Intaglio-Druck (Stahlstichdruck) erfühlen kann, ein Wasserzeichen sieht, sich die Kinegramm-Elemente beim Bewegen des Scheines verändern und die Banknote leicht abfärbt, hat man mit ziemlicher Sicherheit eine echte Banknote in der Hand.

In Lohwegs Forschungsbereich Optische Dokumentensicherheit am inIT greift man auf jahrelange Forschungsansätze aus den Kompetenzfeldern Bildverarbeitung, Sensor-/Informationsfusion und Mustererkennung zurück, um das Erkennen von Banknoten sicherer zu machen. „Banknoten werden etwa alle acht bis zehn Jahre neu eingeführt, damit sie stets einen verbesserten Fälschungsschutz aufweisen und aktuelle Sicherheitsstandards erfüllen“, resümiert Lohweg. „Der Euro ist ein sicheres Zahlungsmittel.“

Am inIT forschen die Lemgoer Wissenschaftler aktuell beispielsweise im Projekt Sound-of-Intaglio seit 2007 daran, wie Stahlstich visuell ausgewertet und als Sicherheitsmerkmal verwendet werden kann – und verzeichneten dabei 2014 bemerkenswerte Erfolge. Sie untersuchten hierzu das Verhalten von speziellen Druckverfahren für den Banknotendruck, erarbeiteten ein Verfahren zur objektiven Qualitätsmessung und entwickelten ein Verfahren zur eindeutigen Identifizierung der weltweit im Umlauf befindlichen Banknoten.

www.ciit-owl.de

Veröffentlicht von

Sascha Brinkdöpke

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