Von Pakistan nach Oldentrup

Den prosigno-Betriebsleiter René Dubbert nennt Ali Nouman Shahbaz seinen „kleinen Chef“, daneben Jutta Küster und der „große Chef“, prosigno-Geschäftsführer Ralf Siewert (v. l.). (Foto: Lebenshilfe Bielefeld)
Den prosigno-Betriebsleiter René Dubbert nennt Ali Nouman Shahbaz seinen „kleinen Chef“, daneben Jutta Küster und der „große Chef“, prosigno-Geschäftsführer Ralf Siewert (v. l.). (Foto: Lebenshilfe Bielefeld)

Bielefeld. Es ist eine Win-win-Situation für beide Seiten: Weil das Integrationsunternehmen prosigno aufgrund des Fachkräftemangels im Bereich Textildruck Schwierigkeiten hat, auf dem Arbeitsmarkt Siebdrucker zu finden, bildet es sie seit 2013 selber aus. Einer von ihnen ist demnächst Ali Nouman Shahbaz, ein 20-jähriger geflüchteter Pakistani.

„Der Markt ist wie leergefegt.“ Ralf Siewert, Geschäftsführer von prosigno, kann es kaum glauben. Monatelang hat das Siebdruckunternehmen, das zur Lebenshilfe Bielefeld gehört, einen ausgebildeten Siebdrucker oder einen geeigneten Bewerber als Azubi gesucht − ohne Erfolg. Weil das Auftragsvolumen des Integrationsunternehmens seit seiner Gründung 2013 stetig gewachsen ist, soll vom 1. Oktober dieses Jahres an ein Zwei-Schicht-Betrieb eingeführt werden. Und dafür braucht prosigno zusätzliche Fachkräfte. Einer von ihnen könnte nun Ali Nouman Shahbaz werden, der derzeit bei prosigno für eine Ausbildung zum Siebdrucker qualifiziert wird.

Seit November vergangenen Jahres ist der junge Pakistani in Deutschland, geflüchtet aus persönlichen Gründen und vor vielen schlimmen Erfahrungen in seinem Heimatland. Dort war er im Bankwesen tätig. Jetzt findet er es „sehr schön“, hier zu sein und bei prosigno auf eine Ausbildung vorbereitet zu werden, und er möchte gerne in Deutschland bleiben.

Anfang September hat Ali Nouman Shahbaz mit einer von der Agentur für Arbeit geförderten Einstiegsqualifikation (EQ) begonnen, die eine Hinführung zur Ausbildung, aber noch keine Lehre, darstellt. An der IHK Bielefeld lernt er bis Mitte Juli kommenden Jahres die deutsche Sprache, berufsspezifische Fachausdrücke und erhält „interkulturelles Training.“ Schon während seiner Praktika bei prosigno hat sich der junge Pakistani bewährt: „Er ist ein guter Mann“, meint prosigno-Geschäftsführer Ralf Siewert.

Diese Erfolgsgeschichte wäre nicht möglich gewesen ohne die engagierte Unterstützung von Jutta Küster. Die 68-jährge Bielefelder Journalistin setzt sich seit 2015 zusammen mit ihrem Mann für geflüchtete Menschen ein und versucht, ihnen Arbeit und Praktika zu vermitteln.

Ob diese Erfolgsgeschichte auch eine bleiben wird, zeigt sich allerdings erst im Oktober: Dann nämlich wird darüber entschieden, ob Ali Nouman Shahbaz in seiner neuen Heimat bleiben kann.

www.werkhaus-bielefeld.de

Veröffentlicht von

Sascha Brinkdöpke

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