Umstrittene Ex-Pächter wollen Formel 1 an den Nürburgring holen

Umstrittene Ex-Pächter wollen Formel 1 an den Nürburgring holen Nürburg (dapd). Über ein Formel-1-Rennen am Nürburgring im kommenden Jahr soll offenbar bis nächsten Mittwoch entschieden werden. „Das muss jetzt ganz kurzfristig klappen“, sagte der Gesellschafter der Nürburgring Automotive GmbH (NAG), Jörg Lindner, am Freitag. Nach dem Streit über die Räumung des Rings seien am Donnerstag wieder Gespräche mit Formel-1-Boss Bernie Ecclestone in London geführt worden, fügte Lindner hinzu. Ein Ergebnis liege nicht vor, der Nürburgring habe aber noch gute Chancen für einen Zuschlag. Die NAG hatte in dieser Woche einen Vergleich mit der insolventen staatlichen Nürburgring GmbH geschlossen. Demnach verliert die NAG weitgehend an Einfluss, und das operative Geschäft geht an die Sanierer der Rennstrecke über. Allerdings dürfen die NAG-Gesellschafter Linder und Kai Richter ein mögliches Formel-1-Rennen in der Eifel ausrichten, wenn für dieses keine Fahrerfeldgebühren gezahlt werden müssen. Das werde in dem Konzept der NAG berücksichtigt, betonte Richter. Formel-1-Vermarktung vor Weihnachten Der Pachtstreit habe allerdings die Gespräche mit Ecclestone negativ beeinflusst, räumte Lindner ein. Falls es nun aber doch ein Ja von Ecclestone für den Nürburgring gebe, müsse die Vermarktung des Events noch vor Weihnachten beginnen. Dafür habe die NAG alles vorbereitet sagte Richter. Ecclestone verlangt normalerweise eine Gebühr für die Ausrichtung eines Rennens. Auch das Land Rheinland-Pfalz zahlte in der Vergangenheit immer Beträge in großen Millionenhöhen an Ecclestone. Sanierungsgeschäftsführer Thomas B. Schmidt machte deutlich, dass das insolvente Unternehmen zwar die Strecke 14 Tage lang kostenlos zu Verfügung stelle, aber kein Geld für das Rennen zahle. Den Angaben von Lindner und Richter zufolge sind weltweit noch vier Rennstrecken für das kommende Jahr unter den Bewerbern, darunter der Hockenheimring. Für den Nürburgring selbst sehen die ehemaligen Pächter Linder und Richter gute Perspektiven. Das Unternehmen sei gut aufgestellt und der Betrieb wirtschaftlich, sagte Lindner. Die jetzt einflusslose NAG habe in ihren zwei Jahren als Pächter den Umsatz von 21 auf 63 Millionen Euro angehoben. Auch im Winter liege der Nürburgring nicht brach. Lindners Angaben zufolge sind die Hotels im Oktober und November zu mehr als 70 Prozent ausgelastet gewesen. Ein ganzjähriges Betriebskonzept funktioniere folglich. NAG sich an Ausschreibung beteiligen Linder und Richter kündigten zudem erneut an, den Nürburgring trotz der zurückliegenden Turbulenzen kaufen zu wollen. Die NAG werde sich möglicherweise mit Partnern an einem europaweiten Ausschreibungsverfahren des insolventen Rennstrecke beteiligen, sagten sie. In dem monatelangen Pachtstreit hatte es am Dienstag einen Einigung zwischen NAG und Ring-Sanierern gegeben. Nun soll möglichst bald die Investorensuche und die EU-konforme Ausschreibung beginnen. Hintergrund des Streits waren ausstehende Pachtzahlungen der NAG für den weitgehend landeseigenen Nürburgring, weshalb das Land Rheinland-Pfalz den privaten Pächtern noch vor der Insolvenz im Sommer gekündigt hatte. Dagegen wehrten sich diese jedoch, woraufhin die Landesregierung eine Räumungsklage beim Landgericht Koblenz eingereicht hatte. Diese ist mit der jetzt getroffenen Einigung vom Tisch. dapd (Politik/Wirtschaft)

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Peer-Michael Preß

Peer-Michael Preß – Engagement für die Unternehmerinnen und Unternehmer in der Region seit fast 20 Jahren. Als geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG in Detmold ist er in den Geschäftsfeldern Magazin- und Fachbuchverlag, Druckdienstleistungen und Projektagentur tätig. Seine persönlichen Themenschwerpunkte sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien. Sie erreichen Peer-Michael Preß unter: m.press@press-medien.de www.press-medien.de

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