Konzernumbau beschert Puma einen Gewinneinbruch

Konzernumbau beschert Puma einen Gewinneinbruch Herzogenaurach (dapd). Der Sportausrüster Puma aus dem fränkischen Herzogenaurach hat nach einem schwierigen dritten Quartal weitere Kostensenkungen für den Rest des Jahres angekündigt. Während in einem vor allem in Europa anhaltend schwachen Geschäftsumfeld der Konzernumsatz währungsbereinigt im Vergleich zum Vorjahr noch um 0,5 Prozent auf 892,2 Millionen Euro stieg, brach der Konzerngewinn nach Steuern um 85,1 Prozent auf 12,2 Millionen Euro ein, wie Puma am Mittwoch mitteilte. Grund dafür seien Sondereffekte durch die bereits eingeleiteten Restrukturierungen und Einsparungen, die im dritten Quartal mit 80 Millionen Euro zu Buche geschlagen hätten. In den ersten neun Monaten des Jahres stieg der Umsatz den Angaben nach um 3,3 Prozent auf 2,46 Milliarden Euro, während der Gewinn um 42,8 Prozent auf 112,8 Millionen Euro zurückging. „Über die Umsatz- und Gewinnentwicklung sind wir im Moment nicht erfreut“, sagte Vorstandschef Franz Koch in einer Telefonkonferenz. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Europa bezeichnete er als „Herausforderung“, der sich Puma durch das Spar- und Restrukturierungsprogramm stelle. Hierfür würden im vierten Quartal weitere Kosten anfallen, kündigte Koch an. Er hatte vor einigen Monaten Gesamtaufwendungen von rund 100 Millionen Euro für den Umbau genannt. Ob diese Summe ausreichen wird, wollte Koch nicht sagen. Mit einer Amortisierung der Ausgaben rechnet er in zwei bis drei Jahren. Sponsoringverträge, Produkte und Shops auf dem Prüfstand Kernpunkte der von Puma „Transformationsprogramm“ genannten Maßnahmen sind ein schlankeres, regionales Geschäftsmodell, das Zusammenlegen von Lagern, die Schließung unrentabler Puma-Einzelhandelsgeschäfte und die Kündigung von nicht profitablen Sponsoring- und Werbeverträgen. „Wir wollen uns hier auf unsere Kernkompetenzen Running, Teamsport, Lifestyle und Fitness konzentrieren“, erläuterte Koch. Welche Verträge beendet werden sollen, sagte er nicht. Außerdem will Puma die Produktpalette bis zum Jahresende 2015 um 30 Prozent ausdünnen. Einen Stellenabbau schloss der Konzernchef nicht aus, zumal die Zahl der Puma-Shops bis Ende 2013 von derzeit weltweit 590 auf rund 540 verringert werden solle. Kein Wachstum um jeden Preis Koch stellte auch das noch 2010 von seinem Vorgänger Jochen Zeitz vorgegebene Umsatzziel von vier Milliarden Euro bis 2015 zur Disposition. „Unser Fokus liegt klar auf Profitabilität und nicht auf Wachstum um jeden Preis“, sagte er. Aus heutiger Sicht sei das Umsatzziel zwar ehrgeizig, aber noch zu erreichen. An seiner zum Halbjahr nach unten korrigierten Prognose für das Gesamtjahr hielt der Puma-Chef fest: Demnach soll der Umsatz auf Euro-Basis im mittleren einstelligen Bereich zulegen (Vorjahr 3,0 Milliarden Euro), während der Konzerngewinn deutlich unter 2011 erzielten 230 Millionen Euro liegen dürfte. Die Aktie der mehrheitlich zum französischen Mischkonzern PPR gehörenden Puma SE notierte am Vormittag weitgehend unverändert bei rund 215 Euro. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Veröffentlicht von

Peer-Michael Preß

Peer-Michael Preß – Engagement für die Unternehmerinnen und Unternehmer in der Region seit fast 20 Jahren. Als geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG in Detmold ist er in den Geschäftsfeldern Magazin- und Fachbuchverlag, Druckdienstleistungen und Projektagentur tätig. Seine persönlichen Themenschwerpunkte sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien.

Sie erreichen Peer-Michael Preß unter:

m.press@press-medien.de
www.press-medien.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich akzeptiere

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.