Jahrespressekonferenz 2015 Handelsverband Ostwestfalen-Lippe e.V.

Übersicht zur Jahrespressekonferenz. (Foto: Handelsverband Ostwestfalen-Lippe e. V.)
Übersicht zur Jahrespressekonferenz. (Foto: Handelsverband Ostwestfalen-Lippe e. V.)

Wir vertreten als Arbeitgeber- und Wirtschaftsverband die Interessen für rund 2.000 Unternehmen mit mehr als 4.500 Betrieben. Unsere Mitglieder beschäftigen rund 70.000 Arbeitnehmer in der Region OWL. Damit sind wir einer der größten Regionalverbände innerhalb der deutschen Einzelhandelsorganisation.

Mit unseren Geschäftsstellen in Bielefeld, Detmold, Herford, Minden und Paderborn ist der Handelsverband Ostwestfalen-Lippe flächendeckend präsent. Gegenüber unseren Mitgliedern verstehen wir uns als Partner und Dienstleister zugleich und stehen dem einzelnen Unternehmen bei allen sachlichen und fachlichen Fragen mit Rat und Tat zur Seite.

Ob Arbeitsgerichts- oder Wettbewerbsverfahren, Stellungnahmen zu Einzelhandelsprojekten, für die Bürgschaftsbank NRW, Bebauungsplanänderungen, Stadtentwicklungskonzepten oder allgemeine Abstimmungsgespräche und Sitzungstermine – wir wollen Sie nicht mit Zahlen langweilen und dennoch verfolgen wir ein fast nur schlichtes Ziel: „Erfolgreiche Einzelhandels- Unternehmen in einem starken Handelsstandort OWL!“

Eben deshalb pflegen wir auf regionaler Ebene einen engen Kontakt zu Politik und Verwaltung. Mit unseren Landesverband in Düsseldorf sowie durch den HDE in Berlin und Brüssel wird auf Landes- und Bundesebene ein ebenso enger Kontakt gehalten, um dem Wirtschaftszweig Einzelhandel das Gehör und den Platz zu verschaffen, die diesem aufgrund seiner wirtschaftlichen Bedeutung zusteht.

Bilanz 2014

Die deutsche Wirtschaft zeigte sich im zurückliegenden Jahr in robuster Verfassung. Das Bruttoinlandsprodukt stieg in 2014 gegenüber dem Vorjahr um 1,5 % und damit sogar deutlich stärker als in den beiden Vorjahren. Ebenso legte der private Konsum zu und erwies sich mit einem Plus von preisbereinigt 1,1 % als wichtigster Wachstumstreiber für die deutsche Wirtschaft. Entscheidend dazu beigetragen hat die Situation am Arbeitsmarkt, die sich weiter verbesserte.

So stieg die Zahl der Erwerbstätigen auf den historischen Höchstwert von 42,7 Millionen (+0,9 Prozent). Auch die sozialversicherungspflichte Beschäftigung legte zu. Die Zahl der Arbeitslosen sank auf 2,9 Millionen und damit auf den niedrigsten Stand seit 1991. Das Konsumklima ist zu Jahresbeginn auf den höchsten Stand seit 13 Jahren gestiegen. Die Verbraucher blicken positiv auf die kommenden Monate. Konjunkturerwartungen und Anschaffungsneigung verbesserten sich zuletzt weiter und trugen wesentlich zu einer guten Verbraucherstimmung bei.

Zu einem günstigen Umfeld trägt auch die moderate Entwicklung der Verbraucherpreise bei. Sie stiegen 2014 um 0,9 Prozent. Wichtiger Faktor war hier die stabile Entwicklung der Preise für Haushaltsenergie, die sich in den Vorjahren teils sehr stark verteuerte und die Kaufkraft erheblich belastete. Dies ist aktuell nicht mehr der Fall.

Die Einzelhandelspreise liegen mit einem Anstieg von 0,6 % noch etwas unter den Verbraucherpreisen insgesamt. Grund hierfür ist auch eine geringere Dynamik bei den Lebensmittelpreisen. Hier hat sich der Anstieg im laufenden Jahr deutlich verlangsamt.

Summa summarum: Von den gesamtwirtschaftlichen günstigen Rahmenbedingungen profitiert auch der deutsche Einzelhandel!

Im zurückliegenden Jahr konnte der deutsche Einzelhandel einen Gesamtumsatz ohne Umsatzsteuer von 459,3 Milliarden Euro erzielen und lag damit um nominal 1,9 % (+8,4 Milliarden Euro), preisbereinigt um 1,5 % über dem Vorjahresergebnis.

Die bundesweiten Umsätze in den einzelnen Branchen zeigen eine zum Teil sehr differenzierte Entwicklung. Während z.B. kosmetische Erzeugnisse, der Versand- und Internethandel sowie der Fahrradhandel erneut stark zulegen konnte, war das Ergebnis z.B. für Glas / Porzellan / Keramik eher ernüchternd. Nachfolgend eine detaillierte Übersicht mit den Hauptsortimenten im Einzelhandel zu Ihrer Information.

Auch das Weihnachtsgeschäft legte zu und die bundesweiten Erlöse stiegen um 1,1 % auf 85,3 Milliarden Euro. Die Erwartungen anhand der HDE–Prognosen erfüllten sich damit im Wesentlichen was die bundesweiten Zahlen betrifft.

Auch der Online-Trend hält ungebrochen an. Während bei Lebensmitteln der Online-Anteil erst 0,4 % erreicht und nennenswerte Verdrängungseffekte demnach in diesem Sortimentsbereich nicht auszumachen sind, wird mittlerweile im Nonfood-Bereich ein Anteil von 18 % am Gesamtmarkt erreicht.

Damit stiegen in 2014 die Online-Umsätze bundesweit auf rund 39 Milliarden €. Für dieses Jahr prognostiziert der HDE eine weitere Steigerung auf über 43 Milliarden €.

Heute entspricht das einem Anteil von rund 9 % am gesamten Einzelhandelsumsatz. Wohlgemerkt incl. dem großen Food-Anteil, wo das Internet kaum bzw. noch keine nennenswerten Umsatzverlagerungen hervorruft. Aber schon heute wird in vielen Sortimentsbereichen die Luft dünner und in der Spitze übertrumpfen die Online-Anteile z.B. bei Handys, Bücher, CD und DVDs sogar die 50-Prozent-Marke!

Die bundesweite HDE-Konjunkturumfrage im Frühjahr 2015 im deutschen Einzelhandel brachte es wieder auf den Punkt. Der Onlinehandel bleibt das Topthema. Daher gilt es die Online/Offline-Angebote intelligent miteinander zu verknüpfen, um eben die Umsatzpotentiale im Internet zu nutzen, da das Online- Shopping längst für einen Großteil der Bevölkerung zu einem selbstverständlichen Bestandteil des Einkaufens geworden ist. Es gibt heute kaum noch Waren, die nicht über das Internet bestellt werden können.

Während vor kurzem noch überwiegend jüngere Bevölkerungsgruppen das Internet zum Einkaufen nutzten, entdecken heute auch immer mehr ältere Menschen die Möglichkeiten des Online-Shoppings für sich.

Nur mit wenigen Mauseklicks zuhause am Rechner, per Smartphone oder Tabletts: Der Gebrauch vom Online-Shopping wird zukünftig nahezu von der Gesamtbevölkerung wahrgenommen werden. Daher sind mittlerweile fast 25 Prozent der Einzelhändler in OWL Multichannel-Händler, d.h. das neben einem stationären Einzelhandel werden ebenso Waren übers Internet verkauft.

Die Schattenseiten sind aber auch schon heute auszumachen. Besonderes in kleineren Städten und Nebenzentren stehen die Ladengeschäfte unter Druck. Die Digitalisierung treibt den Strukturwandel.

Der Wettbewerb verschärft sich. Es droht der Verlust von sozialversicherungspflichtigen und gut bezahlten Arbeitsverhältnissen im Handel. An dessen Stelle treten Hilfskräfte im osteuropäischen Logistikzentren und die ehemals guten Mieten in den Handelszonen, besonders in den kleineren Städten und Nebenzentren, werden bröckeln und das führt schon heute zu den gezeigten Konsequenzen.

Kommen wir nun zu den Umsatzzahlen unserer Region. Der Einzelhandelsumsatz OWL im engeren Sinne inkl. der Online-Umsätze unserer örtlichen Händler, allerdings ohne die Online-Umsätze der bundesweiten Globalplayer wie Amazon & Co. liegen bei fast 11,1 Milliarden € für das Gesamtjahr 2014.

Das entspricht einem Umsatzrückgang von -1,0 % gegenüber dem Vorjahr in OWL. Für die einzelnen Kreise sind bei genauen hinsehen ganz unterschiedliche Entwicklungen auszumachen.

Die bundesweite Presse titelte schon vom Rekordjahr im Einzelhandel. Wir müssen erstmals in OWL einen anderen Trend vermelden, denn während die bundesweiten Zahlen auch die Online-Umsätze der bundesweiten Globalplayer wie Amazon & Co. beinhalten, müssen wir diese aus den Regionalumsätzen heraus rechnen.

Ausblick 2015

Die HDE-Prognose von +1,5 % Umsatzsteigerung für das Jahr 2015 müssen wir also ebenso auf die OWL-Verhältnisse herunter brechen. Alles sieht danach aus, dass in diesem Jahr der ostwestfälische Handel bestenfalls die Vorjahresumsätze erreicht.

Umso wichtiger ist natürlich ein gedeihliches Umfeld. Der Handel ist wichtigster Besuchermagnet und Wirtschaftsfaktor der Innenstadt. Das belegen zahlreiche Studien zu diesem Thema. Ein attraktives Umfeld, vielfältige Dienstleistungs- und Freizeitangebote sowie eine gute Erreichbarkeit sind wesentliche Voraussetzungen für die Wettbewerbsfähigkeit des stationären Einzelhandels. Großbaustellen oder Diskussionen über unsinnige Umweltzonen sind Gift für jede Innenstadt in Deutschland. Auch in OWL!

Ebenso ist die Ladenöffnung ein wesentlicher Attraktivitätsfaktor für die Innenstädte. Länder und Kommunen sind gleichermaßen aufgefordert die gesetzlichen Spielräume zu nutzen bzw. nutzbar zu machen. Diskussionen über 4 verkaufsoffene Sonntage im Jahr und deren sichere Terminierung mit möglichst langem Vorlauf sollten eine Selbstverständlichkeit sein. Zumal der Internetshop an 52 Sonntagen im Jahr geöffnet ist und eine Planungssicherheit für Mitarbeiter sowie Unternehmen gleichfalls lange im Voraus erwünscht wird.

Auch müssen die Einzelhändler mit ihren bezahlten Mieten in den hiesigen Einkaufslagen mit den Mietpreisen von Logistikern in Osteuropa konkurrieren. Gleiches gilt auch für die Stundenlöhne hiesiger Fachkräfte im Vergleich zu den Hilfslöhnen osteuropäischer Lagerarbeiter. Diesem Dilemma muss sich der Handel stellen und erfährt von den Bundeskartellbehörden noch kein Gehör, wenn es um unterschiedliche Einkaufskonditionen für stationären, hybriden oder reinen Online- Handel geht. Denn genau hier werden auch ganz unterschiedliche Leistungen erbracht.

Zusätzlich bedroht die Steuer auf Mieten und Pachten die Existenz der innerstädtischen Händlerschaft. Wir brauchen eine Reform der Gewerbesteuer. Hier wird der stationäre Handel durch eine nicht zu akzeptierende Ungleichbehandlung in seiner Existenz bedroht und der Gesetzgeber schaut seit Jahren tatenlos zu.

Ein Umsatz-Minus von einem Prozent wie im Jahr 2014 potenziert sich noch zusätzlich durch ein Verkaufsflächenwachstum. Spätestens hier sind fast alle eher bei einem Minus und die Herausforderungen werden nicht weniger.

Natürlich gibt es auch Firmenkonjunkturen. Auch viele Händler in OWL trotzen dem allgemeinen Trend, nehmen ständig Korrekturen vor und verändern Ihre Strategie. Ein so häufig benutzter Ausspruch mit „Handel ist Wandel“ bringt es auf den Punkt. Auch das ist einer der Gründe für unseren unnachgiebigen Einsatz als Handelsverband bei der Auswahl der Themen und Referenten wie beim kürzlich stattgefundenen 27. Handelsforum in der Stadthalle Bielefeld:

Daher können wir berichten, dass die Stimmung unter den Händlern in OWL zuversichtlich ist. Das liegt an der anhaltend guten Verbraucherstimmung. Die Rahmenbedingungen – insbesondere also Arbeitsmarkt und Einkommensentwicklung – stimmen, so dass wir auch für unsere Region trotz einiger Gewitterwolken noch lange nicht weder rot noch schwarz sehen!

Vorausschau auf die Delegiertenversammlung 2015

Bitte notieren Sie sich bereits heute den Termin zu unserer Delegiertenversammlung am Donnerstag, den 18. Juni 2015 im kleinen Saal der Gütersloher Stadthalle.

Einmal jährlich trifft sich unser gewähltes „Einzelhandelsparlament“ mit seinen rund 160 Delegierten und diskutiert über Internes. Ab 15:00 Uhr erwarten wir unsere Gäste für den öffentlichen Teil. Raum und Zeit für den so wichtigen Austausch untereinander können wir garantieren, sowie auch wieder einen interessanten und spannenden Vortrag. So ist als Gastredner der Vorsitzende der ISG-Münster Bahnhofsviertel fest eingeplant.

Anschließend erfolgt noch ein geführter Stadtrundgang. Zum Abschluss laden wir unsere Gäste zum westfälischen Schinkenbrot im Gütersloher Brauhaus ein. Neben vielen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung der Region, würden wir uns auch über Ihre Teilnahme sehr freuen.

Selbstverständlich erhalten Sie noch eine gesonderte Einladung für diese jährliche Veranstaltung.

www.handelsverband-owl.de

Veröffentlicht von

Sascha Brinkdöpke

Die WIR-Redaktion freut sich auch auf Ihre Pressemitteilungen. Sprechen Sie uns an unter +49 5231 98100 0 oder per mail an redaktion@wirtschaft-regional.net

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