Frankfurter Rundschau stellt Insolvenzantrag

Frankfurter Rundschau stellt Insolvenzantrag Frankfurt/Main (dapd-bln). Einer traditionsreichen deutschen Tageszeitung droht das Aus: Für die „Frankfurter Rundschau“ ist am Dienstag Insolvenzantrag gestellt worden. Das bestätigte das Amtsgericht Frankfurt am Main der Nachrichtenagentur dapd. Den Antrag reichte das Druck- und Verlagshaus ein, in dem die Zeitung erscheint. Als vorläufiger Insolvenzverwalter ist den Angaben zufolge der Frankfurter Rechtsanwalt Frank Schmitt eingesetzt worden. Dessen Kanzlei wollte sich dazu auf Anfrage nicht äußern. Auch die Geschäftsführung der Zeitung wollte zunächst noch keine Stellungnahme abgeben. Näheres sollten die Mitarbeiter auf einer Betriebsversammlung am Nachmittag um 15.00 Uhr erfahren. Diese war bereits am Vortag ohne Angabe von Gründen angekündigt worden. Zeitgleich findet im Berliner Verlag eine Mitarbeiterversammlung statt. „Die Folgen für die ‚Berliner Zeitung‘ sind noch nicht abzuschätzen“, sagte der amtierende Betriebsratsvorsitzende Alfred Hase auf dapd-Anfrage. Das Druck- und Verlagshaus in Frankfurt gehört überwiegend der Kölner Mediengruppe DuMont Schauberg, zudem sind auch die Medienbeteiligungsgesellschaft DDVG der SPD sowie die Karl-Gerold-Stiftung beteiligt. Die „Frankfurter Rundschau“ gilt schon seit geraumer Zeit als Verlustbringer. Die Zeitung hat bereits drastisch Personal abgebaut, der Mantelteil wird überwiegend von einer Redaktionsgemeinschaft des Mutterverlags in Berlin erstellt und ist zu einem Großteil identisch mit dem der „Berliner Zeitung“. In Frankfurt sind jedoch noch zahlreiche Redakteure nicht nur des Regional- und Lokalteils tätig. DJV fordert Perspektive für Redakteure der „FR“ Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) forderte die Mediengruppe auf, auf Kündigungen redaktioneller Mitarbeiter weitgehend zu verzichten. „Die Journalistinnen und Journalisten der ‚FR‘ brauchen eine berufliche Perspektive“, sagte der DJV-Bundesvorsitzende Michael Konken. Er rief die Geschäftsführung dazu auf, den Betroffenen adäquate Stellen bei anderen Medien der Gruppe anzubieten. „Die Insolvenz der Rundschau ist die Folge von jahrzehntelangem Missmanagement“, sagte Konken weiter. „Das Aus der renommierten Zeitung ist besonders bitter für die Beschäftigten, die über Jahre hinweg mit Einkommensverzicht für den Erhalt ihrer Zeitung gekämpft haben.“ Gerüchte über eine bevorstehende Einstellung der Printausgabe und eine Beschränkung der Zeitung auf die Digitalausgabe waren in den letzten Wochen mehrfach dementiert worden. dapd (Vermischtes/Wirtschaft)

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Peer-Michael Preß

Peer-Michael Preß – Engagement für die Unternehmerinnen und Unternehmer in der Region seit fast 20 Jahren. Als geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG in Detmold ist er in den Geschäftsfeldern Magazin- und Fachbuchverlag, Druckdienstleistungen und Projektagentur tätig. Seine persönlichen Themenschwerpunkte sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien.

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