Ein (Lebkuchen-)Herz für mehr Ressourceneffizienz

Bergholzhausen. Eine gute Nachricht, nicht nur für Naschkatzen – der Gebäckspezialist Schulze von Ravensberg optimierte seine Produktionsprozesse und verringert dadurch seine Produktverluste um 1.300 kg pro Jahr. Das Regionalbüro Bielefeld der Effizienz-Agentur NRW unterstützte den Verbesserungsprozess mit einer Ressourceneffizienz-Beratung.

Das Familienunternehmen H. Schulze Ladencafé GmbH backt in der sechsten Generation Gebäck- und Lebkuchenspezialitäten nach traditionellen Rezepten und mit besten Zutaten. Der Betrieb stellt im Jahr rund 700 Tonnen Gebäck her. Verkauft werden die Produkte im eigenen Laden und im angeschlossenen Café. Darüber hinaus beliefert das Unternehmen Handelshäuser und Jahrmärkte.

„Um den Material- und Energieverbrauch in unserer Produktion zu verringern, nutzten wir 2012 das Materialeffizienz-Netzwerk ‚Food-ProMat‘ der Food-Processing Initiative e. V. aus Bielefeld und der Effizienz-Agentur NRW“, erzählt Geschäftsführer Peter Knaust. Mit Unterstützung des Netzwerks führte der Backbetrieb eine Stärken-Schwächen- und Potenzialanalyse seiner Prozesse durch und verbesserte die interne Datenerhebung.

„Anschließend half uns eine Ressourceneffizienz-Beratung der Effizienz-Agentur NRW, Einsparpotenziale mit einer detaillierten Analyse der Stoffströme zu identifizieren“, so Knaust. Beratungspartner im Projekt war die ATEMIS GmbH aus Aachen.

Das Ergebnis des Analyse war ein Paket von Effizienzmaßnahmen: So konnte durch eine Veränderung des Abkühlungsprozesses der Ausschuss an Lebkuchenherzen um rund 30 Prozent reduziert werden.

Auch die Ausstattung der Glasurbereiter mit kegelförmigen statt flacher Böden senkte die Produktverluste: Da die Glasurmasse jetzt besser ablaufen kann, bleiben weniger Rückstände in den Behältern. So werden heute 30 Prozent der verbleibenden Masse wieder in den Prozess zurückgeführt – das spart neben Glasur auch Spülwasser ein.

In einem weiteren Schritt wurde die Regulierung der Fließbandabstände vereinfacht. Durch die Ablaufverbesserung kommt es nicht mehr zu Verzögerungen und Staus. Zur Verbesserung der Ressourceneffizienz investierte das Unternehmen auch in eine Wärmerückgewinnung der Ofenabgase. Mit Hilfe der gewonnenen Abwärme (40.000 kWh/a) werden heute u. a. die Sprühmasse und der Flüssigzucker sowie der Warmwasserspeicher erwärmt. Auf die Erhitzung mittels Dampf kann so teilweise verzichtet werden. Zur weiteren Reduzierung des Dampfeinsatzes wurde im Sirupkocher ein effizienterer Rührer installiert.

„Weitere Potenziale schlummerten in der Druckluftversorgung“, erklärt Heike Wulf vom Regionalbüro Bielefeld der Effizienz-Agentur NRW. Die Analyse zeigte, dass der Betriebsdruck um zwei Bar gesenkt werden kann. Auch konnten Leckageverluste und Verschleiß verringert werden, zusätzlich wird Strom gespart. „Durch diese Maßnahmen konnte der Stromverbrauch für die Drucklufterzeugung um ca. 15 Prozent gesenkt werden“, so Wulf.

„Die Verbesserungen im Fertigungsprozess halfen uns nicht nur, den Material- und Energieverbrauch zu senken, sondern auch die Qualität der Produkte zu sichern und die Umwelt nachhaltig zu entlasten“, sagt Geschäftsführer Peter Knaust.

Die im Auftrag des NRW-Umweltministeriums tätige Effizienz-Agentur NRW unterstützt Industrie und Handwerk seit über 17 Jahren mit einem vielfältigen Beratungsangebot bei der Verbesserung ihrer Ressourceneffizienz. Seit 2002 ist die Agentur mit einem Büro in Bielefeld in Ostwestfalen-Lippe vor Ort.

www.ressourceneffizienz.de

Veröffentlicht von

Sascha Brinkdöpke

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