DITIB vermisst interreligiöse Kompetenz bei Deutschen

DITIB vermisst interreligiöse Kompetenz bei Deutschen Frankfurt/Main (dapd-hes). Den Deutschen mangelt es nach Ansicht des muslimischen Dachverbands DITIB an interreligiöser Kompetenz. „Die Kinder werden dazu gar nicht befähigt, weil sie in der Schule nichts über die Einwanderer in Deutschland lernen. Hier müssten die Lehrpläne ergänzt werden“, sagte der Landesbeauftragte für interkulturelle Zusammenarbeit bei DITIB Hessen, Selcuk Dogruer, im dapd-Interview kurz vor dem „Tag der offenen Moschee“ (3. Oktober). Auch Beamten in Behörden und Polizisten, die bei Razzien mit Hunden in Moscheen stürmten, fehle die Sensibilität für Andersgläubige. „Dabei leben hier schon seit 50 Jahren Muslime, das kann doch nicht sein“, sagte Dogruer. Zwar lobte der DITIB-Vertreter die Landesregierung für die geplante Einführung eines islamischen Religionsunterrichts an hessischen Grundschulen, schränkte aber ein: „Die nicht-muslimischen Kinder betrifft das nicht.“ Die Politiker müssten jedoch Konsequenzen aus einem zusammenwachsenden Europa ziehen und differenziertere Debatten anstoßen. „Die Kulturen werden sich in Zukunft noch stärker begegnen“, sagte Dogruer. Menschen aus allen Berufsgruppen müssten ihren Umgang mit Moslems schulen. „Noch viele Vorurteile“ Der Satz des früheren Bundespräsidenten Christian Wulff, wonach der Islam zu Deutschland gehöre wie das Christen- und Judentum, helfe muslimischen Jugendlichen in ihrem Identitätsfindungsprozess, sagte Dogruer. Andererseits zeigten die aktuellen Diskussionen über die Beschneidung von muslimischen Jungen und um das Video mit Schmähungen des Propheten Mohammed oder die hitzige Auseinandersetzung über den Bau einer Moschee in Frankfurt-Hausen vor einigen Jahren, dass es noch viele Klischees und Vorurteile über den Islam gebe. Auch nicht-muslimische Besucher in Moscheen kämen oft mit Vorurteilen in die regelmäßigen Führungen dort. Wie Dogruer berichtete, zielten viele Fragen der Besucher auf Zwangsehen und Ehrenmorde, das Verhältnis der Muslime zum Terrorismus und die Gewährung von Menschenrechten. Mehr Besucher als sonst erwartet Dogruer zum bevorstehenden „Tag der offenen Moschee“ nicht. Bei diesem Termin gehe es mehr um die Symbolik, dass Muslime ihre Gotteshäuser am Tag der deutschen Einheit aufmachten. Den „Tag der offenen Moschee“ gibt es seit 1997. Alle Moscheen in Hessen stehen an diesem Tag Besuchern ohne Anmeldung offen. Allein in Frankfurt beteiligen sich 17 islamische Gotteshäuser. dapd (Politik/Politik)

Veröffentlicht von

Peer-Michael Preß

Die Themenschwerpunkte des Autors sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien und deren Umsetzung in der Praxis.

Seitb 20 Jahren ist er geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG mit den Tätigkeitsbereichen Buch- und Zeitschriftenverlag, Druckerei und Medienagentur.

Er absolvierte die Ausbildung zum Verlagskaufmann in der Gundlach Gruppe, Bielefeld, und schloss erfolgreich ein Studium zum Betriebswirt mit Abschlussarbeit im Bereich Marketing zum Thema „E-Commerce in der graphischen Industrie“ ab.

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