Christian Ude rüttelt an der Pforte

Christian Ude rüttelt an der Pforte München (dapd-bay). Er hat gerade einmal vier Stunden geschlafen in der Nacht, doch Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) sprüht am Montag vor guter Laune. Der Wahlerfolg der seines Hannoveraners Amtskollegen Stephan Weil (SPD) bei der niedersächsischen Landtagswahl hat den bayerischen SPD-Spitzenkandidaten in Hochstimmung versetzt. Es sei einer der spannendsten Wahlabende seines Lebens gewesen, berichtet Ude in einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz in München und schildert seine Gemütslage am Vorabend. „Bis elf war ich so grantig, dass ich dabei eingeschlafen bin.“ Erst gegen 3.00 Uhr habe er schließlich im Internet „nachgesehen, was in der Zwischenzeit passiert ist – und das hat mich dann so euphorisiert, dass ich nicht mehr einschlafen konnte“. Diese Euphorie ist auch Stunden später nicht verflogen. Immer wieder bricht Ude in fröhliches Lachen aus. Denn der Münchner Oberbürgermeister glaubt nun mehr denn je an seine Chance, es dem Niedersachsen Weil wie auch seinem früheren Kieler Amtskollegen Torsten Albig in Schleswig-Holstein nachzutun und aus dem Rathaus der Landeshauptstadt in die Staatskanzlei umzuziehen. „Die Kommunalos sind im Kommen, zwei sind schon da, der Dritte rüttelt an der Pforte“, freut sich der 65-Jährige. Den Erfolg von Rot-Grün in Niedersachsen empfinde er als „Auftrieb und Rückenwind“ für seinen eigenen Wahlkampf. „Blutspendeaktion“ für die FDP Ohnehin sieht sich Ude gegenüber so manchem Landespolitiker klar im Vorteil: Bürgermeister seien in einer „erfreulichen Weise von der allgemeinen und pauschalen und ungerechten Politikverdrossenheit fast nicht betroffen“, erläutert er. Das komme ihnen ausgesprochen zugute und helfe, „auch einmal gegen einen aktuellen Trend Punkte zu sammeln“. Damit spielt er auf die jüngsten Querelen um den SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück an. Während es für Rot-Grün in Niedersachsen insgesamt aufwärts gegangen sei, verliere Schwarz-Gelb mit geradezu erbarmungsloser Konsequenz eine Landtagswahl nach der anderen. Einen Aufwärtstrend bei den Liberalen sieht Ude trotz ihres überraschen guten Ergebnisses nicht: „Ich glaube, dass der einmalige Pendelausschlag durch diese Blutspendeaktion in Niedersachsen sich nicht dauerhaft zugunsten der FDP auswirken wird“, sagte Ude mit Blick auf die Debatte über Leihstimmen für die Liberalen. Zuversicht schöpft der bayerische SPD-Spitzenkandidat aber auch aus einer weiteren Erkenntnis, die die Niedersachsen-Wahl geliefert hat – die geringe Aussagekraft von Umfragen. Darauf wird die SPD nun immer verweisen können, wenn das angestrebte Dreierbündnis mit Grünen und Freien Wählern wie bisher weiterhin klar hinter der CSU liegen sollte. „Zuverlässig bei Umfragen ist nur, dass sie nicht zuverlässig sind“, sinniert Ude. dapd (Politik/Politik)

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Peer-Michael Preß

Peer-Michael Preß – Engagement für die Unternehmerinnen und Unternehmer in der Region seit fast 20 Jahren. Als geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG in Detmold ist er in den Geschäftsfeldern Magazin- und Fachbuchverlag, Druckdienstleistungen und Projektagentur tätig. Seine persönlichen Themenschwerpunkte sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien. Sie erreichen Peer-Michael Preß unter: m.press@press-medien.de www.press-medien.de

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