Stuttgart (dapd). Kunden können in den kommenden Wochen vor allem bei Kleidung auf satte Preisnachlässe hoffen. „Im Durchschnitt wollen die Händler die Preise um 20 Prozent reduzieren – besonders stark im Bekleidungssegment, wo vier von zehn Händlern üppige Rabatte von bis zu 60 Prozent planen“, stellt die Stuttgarter Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young in ihrem am Freitag veröffentlichten Handelsbarometer fest. „Die Deutschen haben sich in den vergangenen Jahren regelrecht zu einem Volk von Schnäppchenjägern entwickelt“, sagte Thomas Harms, Partner bei Ernst & Young. Die Kunden hätten sich an Rabattaktionen gewöhnt und hielten diese für selbstverständlich. Wer sich dem entziehe, müsse mit Absatzeinbußen rechnen. Mehr als jeder fünfte befragte Händler will deshalb künftig laut Befragung noch mehr Preisnachlässe gewähren. Einige haben heute schon bis zu 20 Rabattaktionen im Jahr. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Schutzniveau für israelische Einrichtungen bleibt hoch
Berlin (dapd). Der Anschlag auf israelische Touristen in Bulgarien hat keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Sicherheitslage hierzulande. „An der Gefährdungslage für Deutschland, die unverändert auf hohem Niveau ist, ändert sich nichts“, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Freitag der Nachrichtenagentur dapd in Berlin. Bislang seien auch keine Bezüge nach Deutschland bekannt. Für den Schutz jüdischer Einrichtungen ändere sich ebenfalls nichts: „Da die Gefährdung jüdischer Einrichtungen ohnehin besonders hoch ist, sind auch die Schutzmaßnahmen der Länder entsprechend hoch.“ Bei dem Attentat am Mittwoch waren fünf Israelis sowie der bulgarische Fahrer und der mutmaßliche Selbstmordattentäter ums Leben gekommen. dapd (Politik/Politik)
Ermittler arbeiten an Anklage gegen Formel-1-Boss Ecclestone
München (dapd). Die deutschen Strafverfolger sind bei ihren Ermittlungen gegen Formel-1-Boss Bernie Ecclestone im Schmiergeldskandal der Rennserie einen großen Schritt weiter. So habe mit dem ehemaligen BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky der wichtigste Belastungszeuge bei der Staatsanwaltschaft vor einigen Tagen ausgesagt, bestätigten Justizkreise der Nachrichtenagentur dapd am Freitag entsprechende Berichte der „Süddeutschen Zeitung“ und des „Münchner Merkur“. Die Gespräche hätten mehrere Tage gedauert, hieß es. Demnach hat der Ex-Banker bei den Münchner Staatsanwälten wiederholt, was er bereits vor einigen Wochen als Angeklagter in seinem eigenen Prozess am Münchner Landgericht gestanden hatte: dass er von Ecclestone 2006 mit 44 Millionen Dollar geschmiert worden sei. Mit dem Geld habe der heute 81-jährige Funktionär seine Position in der Rennserie sichern wollen, als die BayernLB die Mehrheit der Formel-1-Anteile verkaufte. Nun soll Gribkowskys Aussage den Ermittlern bei einer Anklage gegen Ecclestone helfen. Der behauptet laut „SZ“ allerdings, dass die 44 Millionen kein Schmier-, sondern Schweigegeld gewesen seien. Er habe das Geld an den Landesbanker gezahlt, weil er von ihm erpresst worden sei, hieß es. Gribkowsky war als Risikomanager der BayerLB dafür zuständig, die Mehrheit an der Rennserie zu verkaufen, die der Landesbank aus der Konkursmasse des Medien-Imperiums von Leo Kirch zugefallen war. In seinem Geständnis hatte Gribkowsky erklärt, Ecclestone habe ihn zum Verkauf an den Investor CVC Capital Partners gedrängt und ihn dafür bezahlt. Unter anderem dafür war Gribkowsky zu achteinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Eine wichtige Frage ist dem Bericht zufolge, ob sich Ecclestone, der britischer Staatsbürger ist, überhaupt einem Prozess in Deutschland stellen würde – und ob er dazu gezwungen werden könnte. So habe der Milliardär – das Magazin Forbes schätzt das Privatvermögen Ecclestones und seiner Familie auf 2,8 Milliarden Dollar (2,3 Milliarden Euro) – bisher zwar stets seine Bereitschaft zu Gesprächen mit den Strafverfolgern betont, dafür aber freies Geleit gefordert. Ob die britische Regierung Ecclestone auch ausliefern würde, wenn Anklage erhoben wird, sei unklar, weil sich das deutsche und das britische Recht unterscheiden. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
NRW-Polizisten nach Anschlag in Bulgarien wachsamer
Düsseldorf (dapd). Die Polizisten in Nordrhein-Westfalen sind nach dem Anschlag auf israelische Touristen in Bulgarien besonders wachsam. Die Beamten seien noch mal sensibilisiert worden, sagte ein Sprecher des Innenministeriums am Freitag in Düsseldorf auf dapd-Anfrage. „Die Maßnahmen in NRW sind aber schon auf einem sehr hohen Niveau.“ Das gelte besonders für jüdische und israelische Einrichtungen. Ob die Sicherheit an Flughäfen oder an Synagogen nach dem Anschlag in Bulgarien tatsächlich erhöht wurde, sagte er nicht. dapd (Politik/Politik)
Neckermann-Insolvenz bedroht Gewinnerwartung der Deutschen Post
Düsseldorf/Bonn (dapd). Die Neckermann-Insolvenz könnte die Deutsche Post teuer zu stehen kommen. Angesichts der wegfallenden Einnahmen aus dem Versand von Neckermann-Waren und -Katalogen werde die Post womöglich einen zweistelligen Millionenbetrag abschreiben müssen, berichtete das Düsseldorfer „Handelsblatt“ in seiner Freitagausgabe. Die Post peilt für dieses Jahr eigentlich einen Betriebsgewinn von 2,5 Milliarden Euro an. Ein Post-Sprecher wollte den Bericht auf dapd-Anfrage zunächst nicht kommentieren. Der Konzern werde mögliche Auswirkungen prüfen und sich „zu gegebener Zeit äußern“, sagte der Sprecher am Freitag in Bonn. Das „Handelsblatt“ beruft sich auf den Neckermann-Geschäftsbericht. Nach diesem habe das Unternehmen mit Sitz in Frankfurt am Main zuletzt 113 Millionen Euro für den Paketversand gezahlt, das Porto für die Kataloge habe weitere 15 Millionen Euro gekostet. Vor rund drei Jahren hatte die Pleite der Neckermann-Schwester Quelle im Zuge der Karstadt-Insolvenz der Post einen operativen Verlust von 247 Millionen Euro beschert. Im Jahr 2005 hatte die Post-Tochter DHL die Stückgut-Logistik von Karstadt-Quelle für 200 Millionen Euro übernommen. Die Sparte war für den Versand sperriger Waren wie Gefriertruhen und Schränke für Neckermann und Quelle zuständig. Die im DAX notierten Post-Aktien gerieten vor diesem Hintergrund stark unter Druck: In den ersten beiden Handelsstunden büßten die Papiere gegen den Trend knapp zwei Prozent ein. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Schwung in der deutschen Wirtschaft lässt nach
Berlin (dapd). Deutschlands Wirtschaft hat nach Einschätzung des Bundesfinanzministeriums im Frühjahr an Dynamik eingebüßt. Zwischen April und Juni dürfte das Wirtschaftswachstum etwas niedriger ausgefallen sein als noch im ersten Quartal, teilte das Ministerium am Freitag in seinem aktuellen Monatsbericht in Berlin mit. Darauf deuteten aktuelle Konjunkturindikatoren hin. In den ersten drei Monaten des Jahres war das Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zum Vorquartal um 0,5 Prozent gestiegen. Indikatoren wie die abgeschwächte Industrieproduktion und ein gesunkener Ifo-Geschäftsklimaindex deuteten „auf eine moderate Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts im weiteren Jahresverlauf hin“, schrieben die Experten des Ministeriums. Die Unsicherheiten wegen der Bewältigung der europäischen Staatsschuldenkrise erschwerten allerdings eine verlässliche Einschätzung. Wachstumsimpulse im zweiten Quartal kamen laut dem Bericht vor allem vom Konsum der Verbraucher hierzulande. Die Inlandsnachfrage wirke stabilisierend. „Sie ist die wichtigste Stütze des Wirtschaftswachstums in Deutschland“, schrieben die Fachleute. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Adidas will mit Olympia Marktführer in Großbritannien werden
Herzogenaurach (dapd). Adidas will mit Hilfe der Olympischen Spiele in London seinen Abstand zum Branchenführer Nike weiter verringern. „Erklärtes Ziel ist es, die Olympischen Spiele als Plattform zu nutzen, um bis 2015 Marktführer im britischen Markt zu werden“, sagte Unternehmenssprecher Jan Runau eine Woche vor Beginn der Wettkämpfe der Nachrichtenagentur dapd. Derzeit liegt das Herzogenauracher Unternehmen in Großbritannien noch knapp hinter dem US-Konkurrenten Nike auf Platz zwei. Im ersten Quartal stiegen die Umsätze dort währungsbereinigt um 19 Prozent. „Unsere Vorbereitungen für London verlaufen absolut nach Plan“, sagte der Adidas-Vorstandsvorsitzende Herbert Hainer. So rüstet die Marke mit den drei Streifen 3.000 Athleten aus, darunter die Mannschaften aus Deutschland, Frankreich, Australien und von Gastgeber Großbritannien. Zudem ist Adidas der offizielle Partner der Olympischen Spiele und hat dadurch das exklusive Recht, in Großbritannien Lizenzprodukte mit den olympischen Logos zu vertreiben. Bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen und 2008 in Peking sei Adidas ebenfalls „Offizieller Sportswear Partner“ gewesen und später Marktführer im jeweiligen Gastgeberland geworden, sagte Runau. Als Beitrag zum Umweltschutz hat Adidas alle 1,5 Millionen Produkte, mit denen die freiwilligen Helfer ausgerüstet werden, – von Schuhen und Hosen bis hin zu Kappen – aus wiederverwerteten oder nachhaltigen Materialien hergestellt. Dafür wurden den Angaben nach unter anderem zwei Millionen PET-Flaschen recycelt. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Zalando verdreifacht Jahresumsatz auf mehr als 500 Millionen Euro
Berlin (dapd). Der Online-Händler Zalando hat im vergangenen Jahr seinen Nettoumsatz mehr als verdreifacht. 510 Millionen Euro wurden 2011 erlöst, wie das Unternehmen am Freitag in Berlin mitteilte. 2010 waren es nach Angaben der Zalando-Geschäftsführer noch 150 Millionen Euro gewesen. 50 Prozent des Umsatzes würden inzwischen außerhalb des Schuhverkaufs erzielt. Zudem werde mehr als die Hälfte der Erlöse im Ausland erwirtschaftet. Der Anbieter von Schuhen und Kleidung mit Sitz in Berlin hält sich bei weiteren Geschäftskennzahlen bedeckt. So ist nicht bekannt, ob das 2008 gegründete Unternehmen, das rund 1.000 Mitarbeiter beschäftigt, mittlerweile einen Gewinn erwirtschaftet. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Auftaktveranstaltung „Volkskrankheit Burnout“ ein voller Erfolg
Osnabrück. Die Auftaktveranstaltung der Vortragsreihe „Volkskrankheit Burnout“ fand eine ausgesprochen positive Resonanz. Der Einladung des Kompetenzzentrums Gesundheitswirtschaft (GewiNet e.V.) und der Partner des firmaktiv-Netzwerkes folgten rund 50 Unternehmensvertreter und Vertreter weiterer Einrichtungen in das Foyer des Theaters Osnabrück, um sich über psychische Erkrankungen und insbesondere das Burnout-Syndrom zu informieren.
Volker Beck: Beschneidungen müssen aus medizinischen Gründen straffrei sein
Köln (dapd). Der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Bundestagsfraktion, Volker Beck, hat die Bundestagsentscheidung zur rituellen Beschneidung von Jungen in Deutschland verteidigt. Jüdisches und muslimisches Leben müsse in Deutschland weiter legal möglich sein, sagte Beck am Freitag im Deutschlandfunk. Wenn Kinder beschnitten würden, dann müsse dies medizinisch fachlich korrekt und mit möglichst wenig Schmerzen geschehen. „Das gewährleisten wir nicht mehr, wenn wir es verbieten“, betonte Beck. Dann fänden Beschneidungen nicht mehr unter ärztlicher Aufsicht statt. Nach heftiger Kritik am Verbotsurteil des Kölner Landgerichts soll die rituelle Beschneidung von Jungen künftig straffrei gestellt werden. Der Bundestag forderte die Regierung am Donnerstag mehrheitlich zur Vorlage eines entsprechenden Gesetzes auf. dapd (Politik/Politik)
