7. RecyclingDesignpreis – Ausgezeichnete Ideen

Césare Peeren (Superuse Studios), Rotterdam „blade made furniture“, temporär vor dem Marta aufgebaut Zweiter Preis der Kategorie DesignerInnen Material: Ausgediente Rotorblätter von Windkrafträdern (Foto: Hans Schröder, Marta Herford)
Césare Peeren (Superuse Studios), Rotterdam „blade made furniture“, temporär vor dem Marta aufgebaut Zweiter Preis der Kategorie DesignerInnen Material: Ausgediente Rotorblätter von Windkrafträdern (Foto: Hans Schröder, Marta Herford)

Bereits zum siebten Mal werden die PreisträgerInnen des RecyclingDesignpreises im Marta Herford der Öffentlichkeit vorgestellt. Dieser international ausgeschriebene Wettbewerb widmet sich den neuesten Entwicklungen auf dem Gebiet des nachhaltigen Designs.

In diesem Jahr beteiligten sich rund 500 DesignerInnen. Bewerbungen kamen aus 17 Ländern, darunter ein Fünftel aus dem internationalen Ausland, wie Argentinien, Belgien, Frankreich, Österreich, Italien, Niederlande und der Schweiz. Nach der Schau in Herford sind weitere Ausstellungsstationen u.a. im Museum der Dinge in Berlin, geplant.

Der diesjährige RecyclingDesignpreis steht ganz im Zeichen der „Materialforschung“. Es ist auffällig, dass die Entwicklungen immer stärker vom Material ausgehen, was auch durch die Hochschulen gefördert wird. Der Trend geht weg von den „Klischeematerialien“, hin zu fundierten Kenntnissen und außergewöhnlichen, innovativen Materialien.

-Oliver Schübbe (OS2 Designgroup, Herford und Jury-Mitglied)

Mit ungewöhnlichen Materialien sind auch die Gewinner des 7. Deutschen RecyclingDesign- preises 2015, Emmy Galle und Bruno Winter (tubadsign), ins Rennen gegangen. Die Jury zeichnete das Münchner Designer-Team für ihr Projekt „Den Löffel abgeben – Alltagsbesteck“ aus, bei dem sie ausgedientes Ess-Besteck aus unterschiedlichen Quellen mit einem Emaille-Überzug für den weiteren Gebrauch upcyceln. Mit dem zweiten Platz würdigten die JurorInnen „blade made furniture“ des Holländers Césare Peeren (Superuse Studios, Rotterdam).

Der Designer entwickelt skulpturale Objekte aus ausgedienten Rotorblättern von Windkraftanlagen. Sie kommen als Gestaltungselemente im städtischen Raum zum Einsatz, wie in Herford, wo sie als Sitzgelegenheiten vor dem Marta einen temporären Ort finden. Die dritte Preisträgerin ist die Italienerin Camilla Carrara (Mailand / Berlin), deren Projekt „zerobarracento“ (ital. = 0/100) gewürdigt wurde. Die Designerin vereint die Techniken der Zero-Waste-Bewegung, bei der nur geringfügig Abfälle entstehen, mit dem Recycling von Wollreststoffen aus der norditalienischen Region Biella.

Auch in diesem Jahr unterstützt die Sparkasse Herford den Wettbewerb. Die Höhe des Preisgeldes beträgt insgesamt 4.000 Euro. Der erste Preis ist mit 2.500 Euro, der zweite mit 1.000 Euro und der dritte mit 500 Euro dotiert.

Die Jury setzt sich zusammen aus hochkarätigen Vertretern des Kunstbetriebs, aus dem Hochschulbereich und der Wissenschaft sowie namhaften Designern. Neben den ständigen Mitgliedern Roland Nachtigäller (Künstlerischer Direktor von Marta Herford), Udo Holtkamp (RecyclingBörse, Herford), Oliver Schübbe (OS2 Designgroup, Herford), waren Constanze Unger (Akademie Gestaltung Münster), Verena Wried von der Hochschule OWL in Detmold, Sabine Voggenreiter vom Designmanagement Köln, Imke Volker vom Museum der Dinge in Berlin, Professor Hermann Weizenegger von der Designhochschule Potsdam, Carina Bischof vom Upcycling Fashion Store in Berlin sowie der belgische Designtheoretiker und Kurator Max Borka an der Auswahl der Preisträger beteiligt.

Kategorie SchülerInnen, Auszubildende, Werkstätten

In der Sonderkategorie des RecyclingDesignpreises gingen rund 100 Bewerbungen von SchülerInnen, Auszubildenden und Werkstätten ein. Für die Präsentation im Marta wurden insgesamt 16 Beiträge ausgewählt. Neben den regulären Preisen wird diesmal auch ein Sonderbeitrag ausgezeichnet.

Hintergrund

Der RecyclingDesignpreis ist ein offener Wettbewerb, bei dem ohne Altersbeschränkung alle Kreativen, DesignerInnen und GestalterInnen mit professioneller oder semiprofessioneller Ausbildung eingeladen sind, Arbeiten einzureichen. Es gilt, den verborgenen Sinn weggeworfener Dinge zu entdecken und Rest- und Abfallmaterialien als Ressourcen für neue Produkte zu nutzen. Das Spektrum der Entwicklungen reicht von Deko-Artikeln über Möbel, Kleidung und Textilien bis zu Accessoires.

marta-herford.de

Veröffentlicht von

Sascha Brinkdöpke

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