Nachhaltige Lösungen finden

Oberflächenschutz von Verkehrsflächen in Tiefgaragen: Die Abdichtung von Tiefgaragenflächen und der Schutz des Betons gemäß den anerkannten Regeln der Technik stellen Planer und ausführende Firmen vor neue Überlegungen. In diesem Beitrag soll erläutert werden, wie sich die aktuelle Situation darstellt und wie eine möglichst dauerhafte und nachhaltige Lösung gefunden wird.

Planungsgrundsätze
Eine Tiefgarage muss mit einem Gefälle von mindestens 1,5, besser 2 Prozent, geplant werden. Weiterhin ist eine ausreichende Zahl von Abläufen vorzusehen. Nur bei zügiger Entwässerung ist der Schutz des Bauwerks möglich. Für die Nutzerfreundlichkeit ist es wichtig, dass keine Pfützen auf dem Tiefgaragenboden stehen.

Normung
Die DIN 18195 ist derzeit in Bearbeitung und wird in die DIN Normen 18531-18535 überführt.  Die DIN 18532 wird dabei für die Abdichtung von Verkehrsflächen zuständig sein. Hierin wird das Ausführen einer Abdichtung zum Schutz des Betons vorgeschrieben.
Heute ist bereits anerkannte Regel der Technik, dass in Tiefgaragen eine Abdichtung ausgeführt wird. Die Normung läuft dem, was „draußen“ im Markt und auf den Baustellen gebaut wird, hinterher. Die Abdichtung ist erforderlich, um durch mit den Fahrzeugen eingetragenes tausalzbelastetes Wasser hervorgerufene Betonkorrosion zu vermeiden. 

DIN1045
Gemäß dem aktuellen DBV-Merkblatt „Parkhäuser und Tiefgaragen“ können befahrene Flächen aus Stahl- oder Spannbeton durch 3 Varianten geschützt werden. a) mit einem flächigen Oberflächenschutzsystem aus einer OS8-Beschichtung (starres System) im überdachten Bereich, b) mit einer OS11-Beschichtung (bedingt rissüberbrückend) im frei bewitterten Bereich, c) mit einer Abdichtung aus Schweißbahn und Gussasphalt (Rissüberbrückung bis 1 mm). Dabei hat die Variante mit Abdichtung Gussasphalt den Vorteil, dass die Ansprüche an die Expositionsklassen des Betons und an die Betondeckung geringer sind. Bei den benannten OS-Beschichtungssystemen sind zusätzlich ein begleitendes Monitoring der Oberfläche und Wartungsmaßnahmen gemäß einem Wartungsplan erforderlich, damit die Rissbildung des Betons beobachtet werden kann. Im Endeffekt bedeutet das ein dauerndes Auseinandersetzen mit dem Zustand und der Oberfläche der Tiefgaragenbeschichtung. Bei Beschichtungssystemen ist außerdem ein erhöhter Reinigungsaufwand erforderlich, um eine ansprechende Optik aufrecht zu erhalten.

Das Ziel muss jedoch sein, eine möglichst dauerhafte Abdichtung herzustellen, die den Abstand zwischen Herstellung und einer erforderlichen Erneuerung möglichst weit streckt. Dabei soll sie wartungsfrei und pflegeleicht sein. Hier liegen die Abdichtungen mit Gussasphalt weit im Vorteil, da heute vorhandene Sanierungen an bis zu 30 Jahre alten Belägen vorgenommen werden. Die aufgeführten OS-Beschichtungssysteme haben, je nach Frequentierung, nur eine Lebensdauer von ca. 10 Jahren.

HOFMEISTER Gussasphalt bietet auf seiner Homepage einen Life Cycle-Kostenrechner an, mit dem unter Berücksichtigung der geplanten Lebensdauer des Gebäudes die unterschiedlichen Abdichtungssysteme verglichen werden können. Hierzu sind Werte für Monitoring, Wartung und Reinigung hinterlegt oder können vom Benutzer interaktiv eingegeben werden (www.hofmeister-asphalt.de).

Abdichtungsaufbau, Schichtenfolge
Der abgefegte und trockene Betonuntergrund wird als erstes kugelgestrahlt. Danach wird eine Epoxidharzgrundierung aufgetragen und mit Sand im Überschuss abgestreut. Darauf wird vollflächig im Verbund die Abdichtung mit einer gussasphaltverträglichen Schweißbahn hergestellt. Bei einer frei bewitterten Parkfläche werden eine Gussasphaltschutzschicht und eine Gussasphaltdeckschicht von je 30 mm aufgebracht.

In Tiefgaragen ist hier auch eine kombinierte Schutz- und Deckschicht mit 40 mm Dicke als Sonderlösung möglich. Die Oberfläche des Gussasphaltes wird in Tiefgaragen mit Splitt 1/3 mm abgestreut oder mit Sand abgerieben.

Tiefgaragenzufahrten, Rampen
Auf Rampen und Zufahrten ist der Einbau einer Elektroflächenheizung mit Gussasphalt problemlos möglich. Gegebenenfalls ist eine zusätzliche Zwischenschicht anzuordnen. Da Gussasphalt ein sehr guter Wärmeleiter ist, ist eine schnelle Wirkung der Elektroflächenheizung gegeben.

Entwässerung
Es ist wichtig, dass Abläufe aus Metall mit einem Pressverflanschungsanschluss für die Abdichtung eingesetzt werden. Sofern eine Linienentwässerung vorgesehen wird, bietet sich die Möglichkeit, eine Entwässerungsrinne, feuerverzinkt oder Edelstahl, mit einem Losfestflanschanschluss für die Abdichtung einzusetzen. Diese Elemente können auch ohne eine Vertiefung in der Betonoberfläche bündig mit dem Gussasphalt eingebaut werden.
Eine weitere Möglichkeit ist die Ausbildung einer Pendelrinne im Gussasphalt. Hierbei wird innerhalb des Gussasphaltaufbaus eine Rinne vorgelegt, die die Wasserführung später vorgibt. 

Fazit
Eine Abdichtung mit Schweißbahn und Gussasphalt stellt für Tiefgaragen die langlebigste und auf Dauer kostengünstigste Ausführung dar. Sie ist in den meisten Fällen problemlos einsetzbar. Wie immer können durch frühzeitige Planung der Details nachher in der Ausführungsphase Zeit und Kosten gespart werden.

Für Beratungen, auch bereits in der Planungsphase, stehen die Mitarbeiter von HOFMEISTER Gussasphalt gerne zur Verfügung. Der Tätigkeitsbereich erstreckt sich dabei auf ganz Deutschland. Speziell für Planer steht auf Anfrage ein umfangreiches Archiv an CAD-Details zur Verfügung.

www.hofmeister-asphalt.de

Veröffentlicht von

Peer-Michael Preß

Peer-Michael Preß – Engagement für die Unternehmerinnen und Unternehmer in der Region seit fast 20 Jahren. Als geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG in Detmold ist er in den Geschäftsfeldern Magazin- und Fachbuchverlag, Druckdienstleistungen und Projektagentur tätig. Seine persönlichen Themenschwerpunkte sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien.

Sie erreichen Peer-Michael Preß unter:

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