Erneuerbare Energien auf Rekordkurs – Weltweiter Kapazitätszuwachs von 8,7 Prozent

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Wie die Internationale Agentur für erneuerbare Energien (IRENA) im aktuellen Jahresbericht verdeutlicht, befinden sich Erneuerbare Energien weltweit auf dem Vormarsch. Ein Kapazitätsanstieg von 8,7 Prozent spiegelt die steigende Nachfrage nach alternativen Lösungen zur Energiegewinnung wieder. Regional zeichnet sich ebenfalls ein kontinuierlicher Ausbau ab.

IRENA-Jahresbericht: Asien als Vorreiter

Der Jahresbericht der Internationalen Agentur für erneuerbare Energien mit Sitz in Abu Dhabi lässt Umweltschützer hoffen. Hinsichtlich des weltweiten Ausbaus Erneuerbarer Energien wurde 2016 ein Rekordwert erreicht. Mit 160 Gigawatt Leistung mehr als im Vorjahr wurden die Kapazitäten auf über 2.000 Gigawatt ausgebaut. Ein Zuwachs von 8,7 Prozent. Während sich Russland und nun auch die USA mehr und mehr von einer Klimaschutzpolitik verabschieden, steht das Pariser Klimaabkommen für den Rest des Globus nach wie vor im Fokus. Aus den aktuellen Zahlen der IRENA geht hervor, dass der Markt zur Stromerzeugung mit regenerativen Energien in Asien am schnellsten wächst. 2016 lag der Anteil am globalen Kapazitätsausbau bereits bei 58 Prozent. 812 Gigawatt und damit rund 41 Prozent trägt Asien zur weltweiten Kapazität bei. China hat beim Ausbau klar die Nase vorn. Das Land verschlingt jede Menge Energie und will das Wirtschaftswachstum möglichst zügig und sauber vorantreiben. Mit Erneuerbaren Energien scheint das gut zu funktionieren.

Innerhalb Europa ist Deutschland führend und schaffte es mit einem Anteil an der gesamten Kapazität von rund 21 Prozent auf den ersten Platz. Besonders die Solarenergie verschaffte der Bundesrepublik die Position zum Spitzenreiter. Sie hat jedoch auch global zugelegt: Seit 2013 lag der Zuwachs im vergangenen Jahr erstmals höher als bei der Windkraft. Deutschland, Großbritannien und Europa haben mit 104 Gigawatt am meisten dazu beigetragen. „Rund 40 Prozent des weltweit netzunabhängigen Stroms wurden durch Solarenergie und 10 Prozent aus der Wasserkraft zur Verfügung gestellt. Der Rest stammt vorrangig aus Bioenergie“, fasst das Internetnachrichtenportal Euractiv zusammen. In Afrika ist die Entwicklung ebenfalls erfreulich. Die Kapazitäten haben sich 2016 verdoppelt. Trotz positiver Zahlen, bleibt die allgemeine Bilanz ernüchternd: Weniger als fünf Prozent des globalen Bedarfs an Energie wird derzeit mit erneuerbaren Energien gedeckt.

Regionaler Ausbau in Deutschland

Regional betrachtet, ist Deutschland auf einem guten Weg. Viele Kommunen arbeiten mit Hochdruck am Ausbau alternativer Energiequellen. Osnabrück prüfte 2016, ob die städtischen Energiekosten mit regenerativen Energieanlagen gesenkt werden könnte und kam zu einem positiven Ergebnis. Aufgrund dessen sollen mit Hilfe der Politik bereits 2017 fünf Schulen eine Photovoltaikanlage erhalten. Die Planungsarbeiten laufen. Während Osnabrück kommunale Gebäude umrüstet, arbeitet Münster derzeit an der Umsetzung eines Klimaschutzteilkonzepts, womit der Anteil der Erneuerbaren bis 2020 deutlich erhöht werden soll. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB). „Unter Einbezug wichtiger lokaler Akteure wird derzeit ein umfangreicher Katalog mit rund 40 Maßnahmen, die Einflussfaktoren wie Höhe der Energiegewinnung, CO2-Einsparpotenzial oder Amortisation berücksichtigen, erarbeitet“, informiert die Stadt Münster online.

Daneben lohnt sich der Blick in andere Regionen Deutschlands. Die Green City Energy AG mit Sitz in München hat sich auf erneuerbare Energien, ökologische Geldanlagen und kommunale Energieberatung spezialisiert und als Tochter der gemeinnützigen Umweltorganisation Green City e.V. dem übergeordneten Ziel verpflichtet die Erneuerbaren auszubauen. Durch derzeit mehr als 300 regenerative Kraftwerke erzeugt das Unternehmen aktuell rund 196 Megawatt Leistung. Dank ökologischen Kapitalanlagen konnten über 425 Millionen Euro in Erneuerbare Energie investiert werden. Informationen zu aktuellen Projekten stellt die Green City Energy AG via Facebook bereit.

Doch Deutschland, Europa und Asien allein werden die globalen Auswirkungen der konservativen Energiequellennutzung nicht rechtzeitig umkehren können. Die aktuellen Zahlen geben allerdings Hoffnung und machen auf das massive Potenzial aufmerksam: Sollte sich der globale Kapazitätszuwachs bei Erneuerbaren weiterhin positiv entwickeln und die Nachfrage nach Kohlekraft, Kernkraft und Öl versiegen, müssen Russland und die USA früher oder später reagieren. Bleibt abzuwarten, ob die Weltmächte rechtzeitig umdenken, um der weltweiten Energiewende zum Durchbruch zu verhelfen.

Veröffentlicht von

Peer-Michael Preß

Peer-Michael Preß – Engagement für die Unternehmerinnen und Unternehmer in der Region seit fast 20 Jahren. Als geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG in Detmold ist er in den Geschäftsfeldern Magazin- und Fachbuchverlag, Druckdienstleistungen und Projektagentur tätig. Seine persönlichen Themenschwerpunkte sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien.

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