Bild von Alexander Stein auf Pixabay
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Maßnahmen & Tipps zur Verbesserung Ihrer Liquidität

In wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist die Liquidität Ihres Unternehmens ein äußerst wichtiger Faktor. Wenn Kunden zahlungsunfähig werden und es zu Zahlungsausfällen kommt, kann der eigene Geschäftsbetrieb in Schwierigkeiten geraten. Um Ihre Zahlungsfähigkeit zu sichern, können Sie verschiedene Maßnahmen ergreifen:

  • Kosten einsparen
  • Liquiditätsfluss verbessern
  • alternative Finanzierungsformen wählen

Sie können mehrere Maßnahmen gleichzeitig einsetzen oder sich nur für eine Methode entscheiden. Wichtig ist vor allem ein permanentes Liquiditätsmanagement, das die betriebswirtschaftlichen Kennzahlen zur Ermittlung des Liquiditätsgrades Ihres Unternehmens berechnet. Wenn die Liquidität 2. Grades aussagt, dass Ihr Kapital zuzüglich der kurzfristigen Forderungen nicht ausreicht, um den bestehenden Zahlungsverpflichtungen fristgerecht und in voller Höhe nachzukommen, ist es Zeit, die Liquidität zu verbessern!

Tipps zur Kosteneinsparung

In jedem Unternehmen fallen regelmäßig Kosten an, die fristgemäß bezahlt werden müssen. Versuchen Sie, die Kosten zu reduzieren, indem Sie beispielsweise mit Ihrem Vermieter über eine Mietsenkung verhandeln oder den Stromanbieter wechseln. Überprüfen Sie die Lagerbestände und vermeiden Sie unnötige Bestellungen. Verhandeln Sie bei notwendigen Einkäufen mit den Lieferanten über einen Rabatt oder Skonto. Das notwendige Kapital, um die Rechnungen innerhalb der Skontofrist zu bezahlen, erhalten Sie unter anderem über Factoring. Indem Sie offene Rechnungen an einen Factor verkaufen, stehen Ihnen die benötigten Mittel zum schnellen Ausgleich der Lieferantenrechnungen zur Verfügung.

So verbessern Sie den Liquiditätsfluss Ihres Unternehmens

Um den Liquiditätsfluss zu verbessern, sollten Sie die Außenstände Ihres Unternehmens reduzieren. Stellen Sie die Rechnungen sofort nach dem Verkauf der Ware oder der Erbringung der Dienstleistung aus. Die Kunden müssen über die Zahlungsbedingungen und die Zahlungsziele genau informiert werden. Wenn die Käufer auf langen Zahlungszielen von 30 bis 90 Tagen bestehen, bietet sich der Verkauf der offenen Rechnungen zur Umsatzfinanzierung an.

Wichtig für einen ununterbrochenen Liquiditätsfluss ist auch die Überwachung der Zahlungseingänge bei Fälligkeit der Ausgangsrechnungen. Sobald ein Kunde in Zahlungsverzug gerät, muss eine telefonische oder schriftliche Mahnung erfolgen. Schrecken Sie auch nicht vor Inkassomaßnahmen zurück, falls ein Kunde die Zahlung komplett verweigert. Wenn Sie sich für einen Forderungsverkauf entscheiden, übernimmt der Factor diese Aufgaben im Rahmen des Debitorenmanagements. Außerdem überprüft der Factoringanbieter regelmäßig die Bonität Ihrer Kunden. So wissen Sie jederzeit, ob Sie dem Abnehmer ein Zahlungsziel einräumen können oder auf Barzahlung bestehen sollten.

Alternative Finanzierungsformen

Nicht jede Investition muss über einen Bankkredit finanziert werden. Häufig bieten alternative Finanzierungsformen bessere Konditionen. Außerdem verlangen die Anbieter geringere oder gar keine Sicherheiten. In vielen Fällen sind außerdem die Verträge schneller abgeschlossen als langwierige Verhandlungen mit einem Kreditinstitut über ein Geschäftsdarlehen. Wenn die liquiden Mittel zur Deckung der laufenden Kosten oder den Einkauf von Rohstoffen nicht ausreichen oder Sie in Maschinen oder andere Betriebsmittel investieren möchten, bieten sich diese alternativen Finanzierungsformen an:

  • Leasing
  • Forfaitierung
  • Factoring

Leasing von Wirtschaftsgütern

Wenn die Anschaffung neuer Maschinen oder Fahrzeuge ansteht, können Sie die Wirtschaftsgüter leasen, statt sie zu kaufen. Durch den Abschluss eines Leasingvertrages behalten Sie Ihr Kapital, das zur Begleichung der laufenden Kosten, für Marketingmaßnahmen oder andere Investitionen genutzt werden kann. Neben Großgeräten und Immobilien können Sie auch die Büroausstattung mit neuen Druckern sowie aktueller Hardware und Software leasen.

Forfaitierung bei Auslandsgeschäften

Wenn Sie häufig Geschäfte mit Kunden im Ausland abschließen, können Sie offene Forderungen im Rahmen einer Forfaitierung verkaufen. Bei der echten Forfaitierung geht das Risiko eines Zahlungsausfalls auf den Forfaiteur über. Außerdem übernimmt der Forfaiteur die politischen Risiken und das Währungsrisiko, das mit einem Auslandsgeschäft verbunden ist. Bei der unechten Forfaitierung, die in der Praxis selten genutzt wird, verbleibt das Risiko bei Ihnen als Forfaitist.

 

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Forderungsverkauf zur Umsatzfinanzierung

Factoring ist der Verkauf offener Rechnungen mit einem Zahlungsziel von 30 bis 90 Tagen an ein Factoringunternehmen. Der Forderungsverkauf bietet Ihnen schnelle Liquidität, da der Factor circa 80 % des Rechnungsbetrages innerhalb von 24 bis 48 Stunden auf Ihr Geschäftskonto überweist. Bei Erreichen des Zahlungsziels erhalten Sie die restlichen 20 % der Rechnungssumme. Sie können laufend neue Rechnungen online bei dem Factor einreichen. Die fortlaufenden Zahlungen garantieren einen beständigen Zahlungsfluss, der die Liquidität Ihres Unternehmens sichert.

In der Praxis nutzen die meisten Kreditoren Full Service Factoring. In dem Fall übernimmt der Factor die Vorfinanzierung der offenen Rechnungen, die Debitorenbuchhaltung und das Delkredererisiko. Die Unternehmer können sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und die Buchhaltung entlasten. Die Liquidität ist gesichert und die eigenen Zahlungsverpflichtungen werden fristgemäß bedient. Zusätzlich verkürzt der Forderungsverkauf die Bilanz und sorgt für ein besseres Rating bei Banken, Lieferanten und sonstigen Geschäftspartnern.

2 Gedanken zu „Maßnahmen & Tipps zur Verbesserung Ihrer Liquidität“

  1. Hallo,
    das sind super Tipps für ein erfolgreiches Cashflow-Management! Gerade angehende Unternehmer finden diese Aufgabe nicht immer ganz leicht.
    Einen Tipp hätte ich noch: Für kleinere Unternehmen ist die Ist-Versteuerung noch eine gute Möglichkeit, um das Risiko von Liquiditätsengpässen zu reduzieren. Dabei muss man die Umsatzsteuer erst dann ans Finanzamt abführen, wenn der Kunde auch tatsächlich bezahlt hat, nicht schon bei Ausstellen der Rechnung. Vielleicht hilft das noch dem einen oder anderen. 🙂
    Viele Grüße
    Emilie (Debitoor)

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