Mobiles Lernen hält Einzug in Kreditinstitute

Paderborn. Eine Welt, die zunehmend auf Mobilität setzt, fordert mobile Lösungen. Immer mehr auch im Bildungsbereich bzw. im Bereich der betrieblichen und schulischen Aus- und Weiterbildung. Was mit E-Learning erfolgreich begonnen wurde, setzt sich nun mit M-Learning, dem „mobilen Lernen“ fort.

Vorreiter der Entwicklung ist auch hier die Paderborner Wirtschaftspädagogik. Mit dem Projekt „NetEnquiry – Entwicklung, Erprobung und Evaluation neuartiger mobiler Lernangebote in der betrieblichen Aus- und Weiterbildung“ (Förderkennzeichen 01 PF 10008) entwickelt der Paderborner Wirtschaftspädagoge Prof. Dr. Marc Beutner an der Universität gemeinsam mit Projektpartnern wie der Deutschen Bank, der Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold eG, den Sparkassen Paderborn-Detmold und Vest Recklinghausen, Apple und verschiedenen berufsbildenden Schulen innovative mobile Lernangebote für den Bereich der betrieblichen Aus- und Weiterbildung.

„Wir freuen uns, dass wir mit diesem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) für den Zeitraum von drei Jahren geförderten und vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. getragenen Projekt so bedeutende Partner wie Apple, die Deutsche Bank, eine Genossenschaftsbank, Sparkassen und berufsbildende Organisationen mit ins Boot holen konnten“, so Prof. Dr. Beutner beim Kick-off-Meeting am 4.11.2013. „Im Focus unserer Bemühungen stehen die Entwicklung und nachfolgende Evaluation mobiler Lernangebote sowohl in technischer wie auch didaktischer Hinsicht. Die rasante Verbreitung mobiler Endgeräte, wie z.B. Tablet-PCs, verlangt geradezu nach einer Adaption von Lerninhalten zur Nutzung solcher Techniken im Bereich der Aus- und Weiterbildung.“

Ermöglicht werden soll dem Nachwuchs in den Kreditinstituten ein selbstständiges und kooperatives Lernen. Vermittelt werden bankenspezifische Fachkompetenzen, aber auch Verantwortungsbewusstsein, Methodenbeherrschung und Kommunikationsfähigkeit, um nur wenige Beispiele zu nennen. „Wenn wir uns auch anfangs auf den Bereich der Kreditwirtschaft konzentrieren, so soll unser Tool problemlos auch für andere Wirtschaftsbereiche einsetzbar werden“, betont Prof. Dr. Beutner, dem sehr daran gelegen ist, den Erfahrungsaustausch unter den Partnern auch nach Projektende über Portale und Veranstaltungen weiter aufrechtzuerhalten. Mobiles Lernen soll künftig jedem Lernwilligen an jedem Ort und zu jeder Zeit ermöglicht werden.

Die Wirtschaftspädagogen der Universität Paderborn stehen dabei für die Entwicklung der Gesamtkonzeption, die forscherische Analyse und die didaktische Aufbereitung der gemeinsam mit den Partnern erarbeiteten Lerninhalte und Kompetenzen. Zudem soll die auf der Hand liegende Einbindung in firmeninterne und soziale Netzwerke dem Lernenden völlig neue Dimensionen erschließen. Prof. Dr. Beutner spricht dabei von „situationsorientiertem Lernen unter Abbildung von betrieblichen Problemstellungen, authentischen Arbeitsprozessen und Handlungen im Bereich der Kreditinstitute“. Die Zusammenarbeit mit Apple sieht beispielsweise die zeitweilige Bereitstellung von iPads für Erprobungszwecke und die Unterstützung durch Einbindung in das Wissenschaftsprojekt „iTunes U“ vor.“

Als einer der beteiligten Partner des Projekts NetEnquiry engagiert sich die Deutsche Bank bei der Entwicklung des Prototyps der neuen Lernplattform. „Innovative Lernmethoden ermöglichen es, die Berufsausbildung noch besser auf die sich verändernden Anforderungen der Arbeitswelt und an die Bedürfnisse der neuen Generation von Auszubildenden anzupassen. Daher arbeiten wir bei der Entwicklung, Implementierung und der Evaluierung von Praxisszenarien mit, in denen unterschiedliche Entscheidungsprozesse und Anwendungsbeispiele simuliert werden. Dies ermöglicht Auszubildenden verschiedene Rollen wie Berater oder Kreditentscheider einzunehmen. So können sie ihre fachlichen und auch sozialen Kompetenzen erweitern“, erläutert Oliver Stoisiek, Leiter Strategie und Steuerung Berufsausbildung bei der Deutschen Bank.

Jeder der Partner kann also auch seine spezifischen Anforderungen an die Gesamtlösung einbringen und individuell realisieren lassen. Davon sollen dann auch alle profitieren können, wie Prof. Dr. Marc Beutner im Hinblick auf die Partner der Sparkassen, der Genossenschaftsbank und berufsbildenden Schulen betont: „Unser Konzept sieht das kooperative Zusammenspiel aller Beteiligten vor – wir entwickeln für und mit den einzelnen Partnern zwar ihre jeweils individuelle Lösungsbestandteile, jedoch soll der rege Informations- und Erfahrungsaustausch untereinander dazu führen, dass jeder von den Beispielen anderer lernen und profitieren kann.“

Veröffentlicht von

Peer-Michael Preß

Peer-Michael Preß – Engagement für die Unternehmerinnen und Unternehmer in der Region seit fast 20 Jahren. Als geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG in Detmold ist er in den Geschäftsfeldern Magazin- und Fachbuchverlag, Druckdienstleistungen und Projektagentur tätig. Seine persönlichen Themenschwerpunkte sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien. Sie erreichen Peer-Michael Preß unter: m.press@press-medien.de www.press-medien.de

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