Die richtige Marketingstrategie ist ein entscheidender Faktor für den Erfolg neuer Technologien. Bildquelle: Pexels
Die richtige Marketingstrategie ist ein entscheidender Faktor für den Erfolg neuer Technologien. Bildquelle: Pexels

Erfolg durch Kombination bekannter Themen mit neuer Technologie

Wenn es darum geht, in den Regionen Ostwestfalen-Lippe, Münster und Osnabrück erfolgreich zu wirtschaften, geht kaum noch ein Weg um das richtige Marketing herum. Doch das Marketing ist ein Begriff, hinter dem längst viel mehr steckt als nur einige Werbeanzeigen in der Tageszeitung, wie es früher oft gehandhabt wurde. Die Experten analysieren das Verhalten der Kunden bis ins kleinste Detail. Ein wichtiger Faktor dabei ist, dass wir an bestimmte Themen bereits gewohnt sind. Diese können dementsprechend dafür genutzt werden, um seinen Kunden Neuerungen näherzubringen. Wie das gelingen kann?

Welche Rolle spielt die Bekanntheit im Marketing?

Es liegt in der menschlichen Natur, sich früher oder später an bestimmte Dinge zu gewöhnen und sich über ihre Existenz zu freuen. Das gilt nicht nur für die eigene Partnerin oder den eigenen Partner, sondern ebenfalls für komplett verschiedene Dinge: die Lieblingsstrecke zum Mountainbiken, das Lesen der Tageszeitung oder ein Heimspiel des eigenen Sportvereins. Kommen jedoch neue Dinge auf uns zu, so stehen wir diesen von Natur aus erst einmal skeptisch gegenüber. Beste Beispiele hierfür sind exotische Lebensmittel, künstliche Intelligenz in Form von Robotern oder autonom fahrenden Autos und minimale Veränderungen in den sozialen Medien. In der Tierwelt ist die Reaktion auf Neues sogar noch deutlich intensiver als beim Menschen auszumachen und endet meist in schreckhaftem oder zumindest sehr vorsichtigen Verhalten. Aufgrund unserer biologischen Abstammung haben wir Teile dieser Vorsicht nach wie vor in unseren Genen.

Doch welche Rolle spielt dieses Verhalten nun im Marketing? Gehen wir davon aus, dass ein Unternehmen ein vollständig neues, technologisch innovatives Produkt kreiert hat. Dieses Produkt unterscheidet sich jedoch deutlich von allen bisherigen Veröffentlichungen aus der gleichen Branche. Wird es der Kunde sofort voller Freude annehmen und das Unternehmen einen neuen Verkaufsrekord erzielen? Die Wahrscheinlichkeit ist ohne gutes Marketing sehr gering. Das liegt an der oben beschriebenen Grundskepsis gegenüber Neuem. Erst nach einer gewissen Zeit sind Menschen dazu bereit, sich näher mit dem Produkt zu beschäftigen und es eventuell in ihren Alltag zu integrieren. Das geschieht jedoch nur dann, wenn wir möglichst oft mit dem Produkt in Kontakt kommen und ihm dementsprechend mehr vertrauen.

In der Wirtschaft wird dieses Prinzip überaus deutlich. Warum etwa ist Apple so erfolgreich, wenn es um den Verkauf von iPhones geht? Es liegt vor allem daran, dass es sich um eine der bekanntesten Marken der Welt handelt. Wer einen Wagen der Straßenbahn betritt, in dem sich zehn andere Mitfahrer aufhalten, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit mindestens ein oder zwei iPhones in den Händen der Passagiere zählen können. Diese ständige Präsenz im öffentlichen Leben bringt wiederum andere dazu, die Produkte in Betracht zu ziehen, weil sie ihnen vertrauter als andere Produkte vorkommen. Kunden werden sich mit hoher Wahrscheinlichkeit immer für die ihnen bekannte Marke entscheiden, was selbst dann gilt, wenn sie nichts außer dem Namen kennen und die weniger bekannte Marke eigentlich die bessere Wahl wäre. Dies zeigt, dass es besonders wichtig ist, an möglichst vielen Kontaktpunkten mit dem Kunden zu interagieren. Experten schätzen, dass im Durchschnitt sieben bis acht Kontaktpunkte nötig sind, ehe ein Kunde zum Kauf bereit ist.

Wie wichtig ist diese Marketingstrategie im Hinblick auf neue Technologien?

Wieder ist Apple das beste Beispiel. Als das iPhone erstmals vorgestellt wurde, handelte es sich dank der kreativen Mitarbeiter um das innovativste Produkt seit langer Zeit. Durch das Wiederholen der größten Vorzüge und die Überzeugung einzelner Kunden konnten schließlich immer mehr Interessenten gewonnen werden. Dennoch gibt es auch Beispiele technologischer Natur, bei denen diese Entwicklung weniger gut lief, weil die nötige Marketingstrategie eben fehlte. Hier sei Virtual Reality genannt, das von vielen Experten als große Errungenschaft angepriesen wurde. Doch nach wie vor ist VR nicht wirklich in unserem täglichen Leben angelangt. Das liegt vor allem daran, dass die meisten darin noch immer keinen Mehrwert für ihr tägliches Leben erkennen können. Zu Beginn waren die VR-Produkte noch zu teuer, ehe sie nunmehr bezahlbar und in einige Geräte (PlayStation 4) integriert sind. Dennoch wurde es verpasst, den Kunden an die Technologie zu gewöhnen, sodass sie längst von neueren Thematiken abgehängt wurde; man denke nur an den Augmented-Reality-Boom rund um das Spiel Pokémon Go.

Beispiele des Marketings bekannter Konzepte

Caption: Bereits Bekanntes kann bei der Entwicklung einen entscheidenden Vorteil bieten. Bildquelle: Pexels
Bereits Bekanntes kann bei der Entwicklung einen entscheidenden Vorteil bieten. Bildquelle: Pexels

Vor allem die Unterhaltungsindustrie ist dafür bekannt, bereits bekannte Themen zu ihren Gunsten zu nutzen. Wenn wir etwa auf das aktuelle Kinoprogramm blicken, wird im Normalfall mindestens ein Film die Fortsetzung einer bereits bekannten Reihe sein. Es ist zwar nicht besonders kreativ, funktioniert aber, da die unentschlossenen Besucher an der Kasse sich oft eher für diesen als einen anderen, vollständig unbekannten Film entscheiden. Auch bei Spielautomaten im Casino gilt dieses Prinzip des Bekannten: Der Slot Bonanza wurde nicht von Grund auf geschaffen, sondern basiert auf dem gleichnamigen Serienklassiker, der von 1959 bis 1973 ausgestrahlt wurde. Die wichtigsten Elemente und Sounds aus der Serie wurden in das Spiel integriert, sodass sich all diejenigen, welche die Serie kennen, direkt wie Zuhause fühlen. So wählen sie dann trotz der großen Spielauswahl, den ihnen von Namen und Thematik her bekannten Slot.

Die klassischen Videospielentwickler orientieren sich ebenfalls am Marketing bekannter Themen. Viele der größten als Klassiker anerkannten Spiele erschienen vor teils langer Zeit. Entsprechend wenig hochwertig ist die Qualität der Grafik, da es die Hardware damals noch nicht hergab, Spiele in HD-Technologie verfügbar zu machen. Nach und nach entwickelte sich ein eigenes Genre der Remakes in besserer Qualität, die sich inhaltlich nur wenig vom Original unterschieden. Beispiele dafür sind Resident Evil 2, Final Fantasy VII oder Bioshock HD. Dennoch konnten die Entwickler den vollen Preis für die Spiele verlangen, den viele Gamer auch bezahlten. Grund hierfür ist auch das Marketing der bereits lange bekannten Konzepte. Viele fühlten sich nostalgisch in vergangene Zeiten zurückversetzt und wollten den Charme der genannten Spiele erneut erleben. Mit der Wii setzt ebenfalls eine Konsole durch Spiele wie Mario Kart und Co. voll auf das Retro-Gaming.

Es ist eindeutig, dass es sich im Marketing-Bereich auszahlt, bereits Bekanntes zu nutzen, um neue Technologien einzubringen. Viele Beispiele zeigen, wie es funktionieren kann und finden sich insbesondere in der Unterhaltungsindustrie.

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