Die Auswirkungen von HIV und AIDS auf die Wirtschaft

Die HIV/AIDS-Pandemie wurde ursprünglich nur als ein medizinisches Problem der typischen Risikogruppen angesehen. Allerdings ist sie mittlerweile eine immer größer werdende Bedrohung für Gemeinschaften, Unternehmen und für die gesamte Wirtschaft.

Die gefürchtete Krankheit macht auch vor Kinder, Frauen, Arbeitern, Beamten und Techniker auf allen Ebenen nicht halt. Unternehmen  sind sich schon längst über die Auswirkungen von HIV und AIDS in Hinsicht auf ihre Rentabilität bewusst. Ein HIV-positiver Mitarbeiter wirkt sich auf die Produktivität aus, da es zu häufigen Ausfallzeiten kommen kann und auch jede Menge Fragen in Hinsicht auf Schutz und Sicherheit  der restlichen Mitarbeiter auftauchen. Alleine in Deutschland sind rund 90.000 Menschen AIDS infiziert. Laut einer Schätzung vom Robert Koch-Institut haben sich 12.700 Menschen mit HIV angesteckt haben, ohne es zu wissen. Dabei handelt es sich um eine alarmierend hohe Anzahl, da bei einer frühen Diagnose HIV noch gut behandelt werden kann. Es gibt trotz unzähliger Aufklärungskampagnen leider immer noch sehr viele Menschen auf der ganzen Welt, die Angst vor einem Test haben und immer noch nicht wissen, welche Auswirkungen diese Krankheit haben kann. Viele der angebotenen Programme werden deshalb auch überhaupt nicht in Anspruch genommen. Auch scheitern sehr viele Kampagnen zur Aufklärung an religiösen Tabus, Diskriminierung, Drogen- und Alkoholmissbrauch, sowie an traditionellen Rollenbildern und fehlender Gleichberechtigung der Frauen. Die drückende Ungewissheit, infiziert zu sein oder nicht, wird mit dem HIV-Heimtest genommen. Bei diesem von der Deutschen AIDS Hilfe empfohlenem HIV-Selbsttest, mit einer Genauigkeit von über 99 %, kann man sich jetzt selbst schnell und einfach zuhause kontrollieren und die Testergebnisse schon nach wenigen Minuten ganz diskret im privaten Umfeld ansehen. Die zuverlässigen HIV-Schnelltests sollten deshalb jedem Menschen problemlos zur Verfügung stehen und nicht nur bei Beratungseinrichtungen oder Blutspendedienste zum Einsatz kommen. Dadurch können auch Zielgruppen erreicht werden, die sich ansonsten nicht auf HIV testen lassen.

Globale Verbreitung und ökonomischen Folgen

Weltweit leben rund 46 Millionen mit HIV, wobei die Verbreitung selbstverständlich deutlich zwischen Entwicklungs- und Industrieländern divergiert. Obwohl die meisten Länder einer nationalen Strategie zur Bekämpfung der Pandemie folgen, ist HIV und AIDS auch weiterhin noch ein großes Stigma. In vielen Ländern lässt sich der Kampf gegen diese Krankheiten nicht mit den Menschenrechten vereinbaren. Eine unkontrollierte HIV/AIDS Epidemie kann sich allerdings dramatisch auf die globale Wirtschaft auswirken. Es werden nicht nur die Gesundheitsausgaben und auch die Kosten in Hinsicht auf die staatliche Fürsorge, sondern auch das jährliche Wirtschaftswachstum fallen. Sterben Landwirte, Lehrer, Manager und Ingenieure, dann werden viele Gesellschaften einen wichtigen Teil von ihrem Humanvermögen verlieren, ganz davon abgesehen, dass sicherlich auch viele Kinder die Schule verlassen müssen, um ihre betroffenen Familienmitglieder zu pflegen. In diesem Fall wird nicht nur die Entwicklung der Kinder gehemmt, sondern auch der Weg in die Armut geebnet. Sicherlich kam es in vielen Ländern in den letzten Jahren zu einem Rückgang der Neuinfektionen, allerdings läutet bei der UNAIDS immer noch die Alarmglocke, da der geplante Rückgang längst nicht schnell genug ist, um es bis 2020 wie geplant, auf weniger als 500.000 frisch infizierte Menschen zu schaffen. In vielen Teilen Asiens und auch in Osteuropa haben sich die Neuinfektionen verdoppelt. Daraus wird deutlich ersichtlich, dass der Kampf gegen HIV und AIDS zumindest bis jetzt, längst nicht so erfolgreich ist wie erwartet. Geplant ist, dass bis 2020 90 % der HIV infizierten Personen über ihren Gesundheitszustand Gewissheit haben und die meisten davon in medizinischer Behandlung sind. Vorgesehen ist auch, dass bei 90 % der Betroffenen, durch die Unterdrückung der Virus-Ausbreitung, dieser nicht mehr im Blut nachweisbar sein soll. Obwohl in Deutschland die Anzahl von HIV infizierten Menschen im internationalen  Vergleich sehr gering ist, stecken sich nach wie vor jährlich über 3.000 Personen neu an. Wenn man bedenkt, dass insgesamt weltweit im letzten Jahr 940.000 Menschen an den Folgen von HIV sterben mussten, handelt es sich dabei nach wie vor um eine alarmierend hohe Anzahl.

Fazit

HIV und Aids sind also nach wie vor noch lange nicht unter der geplanten Kontrolle, obwohl sich in Deutschland die Zahlen von Neuinfekten vergleichsweise noch sehr stabil halten. Hilfreich wären nicht nur Schutzmaßnahmen, wie die zuverlässigen HIV-Heimtests, sondern auch Medikamente, die eine Ansteckung verhindern können und von der Krankenkasse bezahlt werden, zumindest für die Risikogruppen. Fest steht auf jeden Fall, dass der Kampf gegen AIDS noch lange nicht zu Ende ist und es weltweit an neuen Präventionsstrategien mangelt, wie z.B. die Mikrobiozide, Diaphragma, oder auch die orale Prä-Expositions-Prophylaxe. Mit einer verbesserten Vorbeugungsstrategie und HIV-Therapie könnten in den nächsten 2 Jahren durchaus Millionen von Neuinfektionen verhindert werden, wozu allerdings auch Milliarden Dollar nötig sind. Viele betroffene Länder verfügen im öffentlichen Gesundheitswesen nicht über ausreichend Stellen oder das ausgebildete Personal sucht in Industriestaaten eine bessere Verdienstmöglichkeit. Es kann aber auch jeder Mensch selbst etwas zu dieser katastrophalen Situation beitragen, indem man sich mit einem HIV-Schnelltest Klarheit über eine mögliche Ansteckung verschafft und sich im Fall von einem positiven Ergebnis an einen Arzt wendet.     

Veröffentlicht von

Peer-Michael Preß

Peer-Michael Preß – Engagement für die Unternehmerinnen und Unternehmer in der Region seit fast 20 Jahren. Als geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG in Detmold ist er in den Geschäftsfeldern Magazin- und Fachbuchverlag, Druckdienstleistungen und Projektagentur tätig. Seine persönlichen Themenschwerpunkte sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien.

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