Wirtschaftswachstum in Minden-Lübbecke ist kein Selbstläufer

Minden. Die Mindener Zweigstelle der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK) hebt in ihrem neuen IHK-Lagebericht für den Kreis Minden-Lübbecke hervor, dass das Wirtschaftswachstum von den richtigen Entscheidungen unter anderem in der Energie – und Standortpolitik flankiert werden muss. Nur so könne das bestehende Wirtschafts-Niveau gehalten und gesteigert werden.

 IHK-Zweigstellenleiter Karl-Ernst Hunting: „Es gibt ein erstes Warnsignal für unseren Standort. Das ist die Zunahme von Kosten am heimischen Firmenstammsitz als Motiv von Auslandsinvestitionen unserer Unternehmen.“ In den USA würden Industrieunternehmen fast 60 Prozent weniger für Strom als in Deutschland zahlen. In Frankreich liege der Industriestrompreis knapp 40 Prozent unter dem deutschen Niveau. Betriebe mit Auslandsinvestitionen wollten zwar parallel in Minden-Lübbecke Beschäftigung aufbauen, allerdings hielten sie sich bei ihren Plänen für Beschäftigung und Investitionen in ihrer Heimat im Vergleich zu anderen Unternehmen am stärksten zurück, wenn sie wegen des Energie- und Rohstoffbezugs im Ausland investieren.
Insgesamt betrachtet laufe die Wirtschaft im Kreis Minden-Lübbecke derzeit auf vergleichsweise hohem Niveau und wachse weiter. Hunting: „Dementsprechend erreichten die Unternehmensinsolvenzen im Jahr 2013 mit 112 Verfahren ein Rekordtief seit dem Jahr 2000.“
Die Exporterwartungen der Industrieunternehmen seien hoch. Positive Entwicklungen wie in der Eu-rozone und den USA könnten Wachstumsabschwächungen in Schwellenmärkten wie Indien, Brasilien und im gewissen Umfang auch in China kompensieren. Unsicherheitsfaktor sei die Ukraine-Krise und damit verbunden das Russlandgeschäft. Die Ukraine-Krise habe auch bereits Spuren bei den Unternehmen hinterlassen.
Die Gewerbeanmeldungen im Jahr 2013 seien in Minden-Lübbecke gegenüber dem Vorjahr um rund ein Prozent auf 2.285 zurückgegangen. Rund 58 Prozent dieser Gewerbeanmeldungen konzentrierten sich 2013 auf Minden, Bad Oeynhausen und Porta Westfalica. Die Quote der Erwerbstätigen stieg im Zeitraum von 2002 bis 2012 um rund fünf Prozentpunkte auf 46,5 Prozent. Auffällig sei der deutlich darüber liegende Anstieg der Erwerbstätigenquote in der Bevölkerungsgruppe von 55 bis 64 Jahren.
Die sogenannte Zentralitätskennziffer, die die Attraktivität einer Stadt als Einkaufsstandort misst, nahm im Vergleich der Jahre 2014 und 2013 in Minden, Lübbecke, Preußisch Oldendorf und Rahden ab und in Espelkamp, Bad Oeynhausen, Hüllhorst, Stemwede, Hille und Petershagen zu. In Porta Westfalica blieb sie unverändert. Die größte Abnahme ist in Minden mit einem Rückgang von 130,5 auf 127,1 zu verzeichnen. „In Minden sollte deshalb die ab Anfang diesen Jahres umgesetzte Parkgebührenerhöhung wieder zurückgenommen, konsequent an der Ansiedlung zusätzlicher Einzelhandelsflächen in der Innenstadt gearbeitet und die ohnehin bereits vergleichsweise gut laufende Fußgängerzonensanierung weiter optimiert werden“, folgert Hunting.

 

Veröffentlicht von

Peer-Michael Preß

Peer-Michael Preß – Engagement für die Unternehmerinnen und Unternehmer in der Region seit fast 20 Jahren. Als geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG in Detmold ist er in den Geschäftsfeldern Magazin- und Fachbuchverlag, Druckdienstleistungen und Projektagentur tätig. Seine persönlichen Themenschwerpunkte sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien.

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