Wirtschaftsjunioren informierten über neue Kryptowährung „Bitcoins sind das Schweizer Nummernkonto im Netz“

Luden zu einem spannenden Einblick in die junge Kryptowährung „Bitcoin (v.l.)“: Christian Hake (Leiter WJ-Arbeitskreis „Zukunft und Politik“), Oliver Flaskämper (Geschäftsführer Bitcoin Deutschland GmbH) und Christian Horlitz (Vorsitz Wirtschaftsjunioren Paderborn + Höxter). (Foto: Wirtschaftsjunioren Paderborn + Höxter e.V.)
Luden zu einem spannenden Einblick in die junge Kryptowährung „Bitcoin (v.l.)“: Christian Hake (Leiter WJ-Arbeitskreis „Zukunft und Politik“), Oliver Flaskämper (Geschäftsführer Bitcoin Deutschland GmbH) und Christian Horlitz (Vorsitz Wirtschaftsjunioren Paderborn + Höxter). (Foto: Wirtschaftsjunioren Paderborn + Höxter e.V.)

„Erst wurden sie ignoriert oder belächelt, dann bekämpft und schließlich akzeptiert“, berichtet Oliver Flaskämper in seinem Referat „Cash war gestern – Bitcoins, die Währung von morgen“. Auf Einladung der Wirtschaftsjunioren Paderborn + Höxter informierte der Geschäftsführer der Bitcoin Deutschland GmbH aus Herford in der Paderborner Zukunftsmeile über die junge Kryptowährung.

Die Erfolgsgeschichte der Bitcoins – so wird sowohl die Zahlungssystem als auch die Geldeinheit bezeichnet – begann mit einem 2008 veröffentlichten Whitepaper von „Satoshi Nakamoto“. Im Januar 2009 startete dann das Bitcoin-Netzwerk mit der Erzeugung der ersten 50 Bitcoins. Bereits 2010 begann die Festlegung von Wechselkursen. „Beim allerersten Einkauf mit der neuen Währung wurden im Internet zwei Pizzen für 10.000 Bitcoins gekauft“, erinnert sich Falskämper. „Diese Summe hat heute einen Marktwert von fast vier Millionen Euro.“

Das Besondere am Bitcoin ist die absolute Dezentralität. „Die Nutzer bilden ein Peer-to- peer-Netzwerk“, so Flaskämper. „Das ist unangreifbar, weil es keine zentralen Server gibt“. Erschaffen werden die Bitcoins durch das sogenannte „Mining“, zu Deutsch schürfen. Bei dieser dezentralen Geldschöpfung konkurrieren die Bitcoin-Teilnehmer unter Einsatz enorm hoher Rechenleistung um die Ausgabe von neuen gültigen Bitcoins. „In den Anfängen konnte jeder noch selbst auf seinem PC oder Notebook schürfen“, so Flaskämper. „Heute lohnt sich das nur noch für Anlagen mit sehr hoher Rechenleistung an Orten mit niedrigen Strompreisen oder guter Kühlung.“ Die Ausgabemenge der Bitcoins ist durch das Netzwerkprotokoll verbindlich festgelegt und beträgt maximal 21 Millionen Einheiten. „Da sich die Ausgabe derzeit auf 1.000 Bitcoins pro Tag beläuft und sich alle vier Jahre halbiert, kann also noch bis 2040 geschürft werden.“

Auch wenn es inzwischen sogar Bitcoin-Münzen gibt, finden die Transaktionen doch ausschließlich über das Internet statt. Durch die Bereitstellung von Rechenleistung können sich die Teilnehmer um den Erwerb der Transaktionsgebühren für diesen Zahlungsverkehr bewerben. Der ist in der Regel so schnell wie eine E-Mail, absolut anonym und irreversibel. Für Sicherheit sorge ein 51 Zeichen langes persönliches Passwort, so Falskämper. „Bitcoins sind das Schweizer Nummernkonto im Netz.“ Im Bitcoin-Netzwerk sei das Geld immer da, wo auch Internet ist. „Das ist wichtig für die vielen Menschen auf dieser Welt, die kein Konto, sondern nur ein Handy haben.“ Durch seine anonyme Verfügbarkeit biete der Bitcoin allerdings Geldwäschern und Terroristen die gleichen Möglichkeiten, wie allen anderen Nutzern, räumte Flaskämper ein. „Doch das Rad kann man jetzt nicht mehr zurückdrehen. Um Bitcoin zu verbieten müsste, man auch das Internet verbieten.“

In Deutschland gilt die Kryptowährung steuerrechtlich weder als Geld noch als E-Geld, sondern als Rechnungseinheit. Der private Handel mit Bitcoins gilt in der Regel als privates Veräußerungsgeschäft, der steuerfreie Verkauf ist nach einem Jahr möglich. Seit Oktober 2015 steht auch fest, dass für den Bitcoin-Handel keine Umsatzsteuer erhoben wird.

Bitcoin accepted

Inzwischen wird der Bitcoin an zahlreichen Online-Marktplätzen und -Börsen gehandelt. „Außerdem gibt es immer mehr Möglichkeiten, im Internet mit Bitcoin zu bezahlen“, erklärt Flaskämper. So gäbe es inzwischen rund 90.000 Online-Händler die Bitcoins akzeptieren. „In Zukunft wird es wahrscheinlich mehrere virtuelle Währungen geben, die nebeneinander funktionieren.“

wj-pb-hx.de

Veröffentlicht von

Sascha Brinkdöpke

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