Windkraftbranche dringt auf Klarheit für Offshore-Anlagen

Windkraftbranche dringt auf Klarheit für Offshore-Anlagen Berlin (dapd). Die deutschen Betreiber von Windkraftanlagen im Meer verlangen rasche gesetzliche Vorgaben für deren Netzanschluss. Zugleich machen sie die Bundesregierung für aufgeschobene Milliardeninvestitionen der Energiekonzerne verantwortlich. „Es ist mehr als an der Zeit, dass die Bundesregierung ihren Worten Taten folgen lässt und dass sie einfach und ergreifend dafür sorgt, dass wir die Steckdose am Meer haben“, sagte der Geschäftsführer des Bereichs Power Systems im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Thorsten Herdan, am Mittwoch in Berlin. Strom aus Windenergie ist eine Stütze für die politisch beschlossene Energiewende nach der Abkehr von der Atomkraft und weiter im Aufwärtstrend. Im ersten Halbjahr 2012 wurden dem Bundesverband Windenergie zufolge hierzulande 414 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von gut einem Gigawatt neu installiert. Das war bei der Leistung im Jahresvergleich ein Rekordzuwachs von 26 Prozent. Doch wegen ungeklärter Haftungsfragen beim Anschluss von Offshore-Windparks an das Stromnetz hatten Konzerne wie RWE zuletzt Investitionen in Milliardenhöhe aufgeschoben. Bisher ist etwa unklar, wer haften muss, wenn die Windparks auf hoher See nicht rechtzeitig ans Netz angeschlossen werden. Die Regierung legte bislang nur Eckpunkte für ein entsprechendes Gesetz vor. „Das Vertrauen bei den Investoren wird so lange nicht mehr vorhanden sein, bis denn auch Taten folgen“, sagte Herdan. Der Schaden für die Investoren, die bestellte Anlagen nicht aufstellen könnten, sei schwer zu beziffern. Er gehe aber in den Bereich von mehreren Hundert Millionen Euro. Gleichzeitig warnte Herdan vor wachsender Konkurrenz aus China für die heimische Windenergiebranche. Ähnlich wie in der darbenden Solarwirtschaft, wo chinesische Billiganbieter den deutschen Firmen zusetzen, würden im kommenden Jahr Überkapazitäten aus China auf den ohne hin schon mehr als gesättigten Weltmarkt drängen. „Die Lösung kann nur sein, dass wir effiziente, kostenoptimierte Technologie anbieten und ein Stück weit vorn sind im Vergleich zu den Wettbewerbern aus Asien“, sagte Herdan. Die deutsche Branche sei noch gut aufgestellt am Weltmarkt, doch die Aussichten für 2013 seien düster. In Deutschland gab es Ende Juni rund 22.660 Windkraftanlagen mit einer Leistung von gut 30 Gigawatt. Wesentlichen Anteil am Ausbau haben laut den Branchenverbänden inzwischen auch Bundesländer jenseits der Küsten. So lagen gemessen am Anteil des Zubaus im ersten Halbjahr hinter Schleswig-Holstein und Niedersachsen schon Rheinland-Pfalz, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Bayern. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

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Peer-Michael Preß

Peer-Michael Preß – Engagement für die Unternehmerinnen und Unternehmer in der Region seit fast 20 Jahren. Als geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG in Detmold ist er in den Geschäftsfeldern Magazin- und Fachbuchverlag, Druckdienstleistungen und Projektagentur tätig. Seine persönlichen Themenschwerpunkte sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien.

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