Vorbildlicher Einsatz für regionale Kultur

Bielefeld. Sie sind sehr verschieden, doch sie haben eines gemeinsam: vorbildlichen Einsatz für kulturelle Vielfalt. Darum bekommen drei Unternehmen den OWL Kulturförderpreis 2012. Die Melitta-Gruppe wird für ihre langjährige, breit gefächerte Kulturförderung am Firmensitz Minden ausgezeichnet, die Hora – Holter Regelarmaturen GmbH & Co. KG aus Schloß Holte-Stukenbrock für ihr Engagement in der Konzertreihe „Industrie trifft Kultur“.

Die Schlossbrauerei Rheder überzeugte mit nachhaltigem Einsatz für Gartenkultur, Denkmalschutz und Kunstprojekte in Rheder. „Das großartige Engagement dieser Firmen hat uns sehr beeindruckt“, lobt Jury-Vorsitzender Dr. Florian Böllhoff die Gewinner und weist gleichzeitig auf die insgesamt hochwertigen Bewerbungen hin. Ein Sonderpreis geht an die Neue Westfälische für die Initiative „Stern der Woche“.

Die OstWestfalenLippe GmbH vergibt den undotierten Preis in diesem Jahr zum zweiten Mal. „Wir möchten damit Unternehmen auszeichnen, die sich besonders vorbildlich und erfolgreich für das Kulturleben in der Region engagieren und auf diese Weise Vielfalt und Lebensqualität stärken. Außerdem hoffen wir, dass die guten Beispiele weitere Unternehmen anregen, sich ebenfalls für die regionale Kultur zu engagieren“, betont Geschäftsführer Herbert Weber.

Die Jury hatte eine schwierige Aufgabe, denn sie musste aus 30 Bewerbungen eine Auswahl treffen. Die Bandbreite der Bewerber aus ganz OWL war groß, von sozialen Einrichtungen und Gesundheitsinstitutionen über Medien- und IT-Unternehmen bis zu verschiedenen Industriesparten. Sie unterstützen Kulturfestivals, Künstlergruppen und Schulprojekte oder führen selbst Veranstaltungen durch. Groß-, Mittel- und Kleinunternehmen halten sich die Waage.

Auch für den 2. OWL Kulturförderpreis wurden drei Unternehmen aus drei verschiedenen Größenkategorien ausgewählt. „Bei der Preisvergabe geht es weniger um den finanziellen Umfang eines Engagements, sondern mehr um die Nachhaltigkeit, die Einbindung der Mitarbeiter und die Verankerung der Kulturförderung im Unternehmen“, verdeutlicht Dr. Florian Böllhoff.

„Besonders beeindruckt hat uns die Vielfalt und die Nachhaltigkeit des kulturellen Engagements der Unternehmen der Region“, sagt Michael A. Rehnen, Bielefelder Niederlassungsleiter der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG. Das Unternehmen unterstützt den Wettbewerb in diesem Jahr als Hauptsponsor. „Kulturelle Vielfalt ist für die Attraktivität eines Wirtschaftsstandorts unverzichtbar. Gerade im Wettbewerb um kreative Köpfe werden die vermeintlich weichen Standortfaktoren immer wichtiger“, erklärt Rehnen.

Der OWL Kulturförderpreis wird nach den erfolgreichen ersten beiden Durchgängen nun alle zwei Jahre vergeben. „Die noch junge Auszeichnung hat sich bereits jetzt als wirkungsvolles Instrument der Kulturförderung etabliert“, ist Herbert Weber überzeugt. Der 3. OWL Kulturförderpreis wird 2014 ausgeschrieben.

Die Preisträger 2012:

Kategorie „großes Unternehmen“ (mehr als 500 Mitarbeiter):
„Mehr Lebensqualität für die Region“, Melitta-Unternehmensgruppe, Minden

Seit Jahrzehnten engagiert sich das international erfolgreiche Familienunternehmen für Kultur und Lebensqualität am Firmensitz Minden. So unterstützt Melitta den Kabarettpreis „Mindener Stichling“, fördert die „Kultursommerbühne“ vor dem Mindener Dom, das städtische Museum und den Erhalt historischer Schätze. Alle Projekte sind langfristig angelegt, so dass die Initiatoren Planungssicherheit haben.

Melittas Anliegen „Mehr Lebensqualität für die Region“ wird auf diese Weise erfolgreich in die Praxis umgesetzt und ist längst Teil der Unternehmenskultur und Unternehmenskommunikation geworden. Die Jury ist überzeugt, dass Melitta damit einen wesentlichen Beitrag dazu leistet, die Attraktivität der Region um Minden zu sichern und zu stärken. Besonders würdigt die Jury die Langfristigkeit des Engagements.

Kategorie „mittleres Unternehmen“ (51-500 Mitarbeiter):
„Industrie trifft Kultur,“ Hora Holter Regelarmaturen GmbH & Co. KG, Schloß Holte-Stukenbrock

Schon der Name der von Hora und dem Kulturförderkreis Schloß Holte-Stukenbrock initiierten Konzertreihe „Industrie trifft Kultur“ macht deutlich, warum die Jury das Engagement des Unternehmens für preiswürdig hält. Die Reihe gibt ungewöhnlichen Künstlern Raum und belebt damit das Kulturleben in der Stadt. Mit Schlagwerk-Solo, Horn-Duett sowie Klavier-Solo mit Klassik und Jazz werden der Öffentlichkeit ungewöhnliche Kulturproduktionen zugänglich gemacht.

Hora engagiert sich nicht nur finanziell, sondern auch organisatorisch und stellte für ein Konzert eine Fertigungshalle als Veranstaltungsort zur Verfügung. Zudem bindet Hora seine Kulturförderung beispielhaft in die Unternehmenskommunikation ein. Das Unternehmen leistet damit in den Augen der Jury einen wichtigen Beitrag zu einem lebendigen Kulturleben in Schloß Holte-Stukenbrock. Auch die Integration in die Unternehmenskultur begeistert die Jury. Die Mitarbeiter werden aktiv in die Projekte eingebunden.

Kategorie „kleines Unternehmen“ (bis 50 Mitarbeiter):
Neue alte Gärten, European Garden Heritage Network, Wege durch das Land, Denkmalschutz; Gräflich von Mengersen’sche Dampfbrauerei Rheder GmbH & Co. KG, Brakel

Die Schlossbrauerei Rheder der Familie von Spiegel leistet einen beachtlichen Beitrag, um den Kreis Höxter als attraktiven Kulturraum zu profilieren. Das Unternehmen fördert das Literatur- und Musikfestival „Wege durch das Land“, die Garten- und Landschaftskunst im Rahmen der Initiativen „Neue alte Gärten“ und „European Garden Heritage Network“ sowie die Bewahrung und Restaurierung historischer Bausubstanz in Rheder wie der Vorburg, der Schlosskapelle und dem Barocksaal.

Besonderer Blickfang in der Umgebung des Schlosses ist das neue Weidenpalais im Nethetal, das der Künstler Marcel Kalberer mit Hilfe von 300 Freiwilligen gebaut hatte. Mit diesen Aktivitäten fördert das Unternehmen nicht nur die kulturelle Vielfalt, sondern auch die touristische Attraktivität der Region und ihr Image als attraktive Kulturlandschaft. Die Jury zeigte sich begeistert von diesem beispielhaften, langfristig angelegten Engagement.

Sonderpreis:
Stern der Woche, Zeitungsverlag Neue Westfälische GmbH & Co. KG, Bielefeld

Mit einer besonderen Aktion lässt die Neue Westfälische den Kulturhimmel über OstWestfalenLippe leuchten. Die Kulturredaktion verleiht regelmäßig den „Stern der Woche“ für eine herausragende kulturelle Leistung in der Region. Mit diesen Würdigungen, die einmal jährlich zum „Stern des Jahres“ zusammengefasst werden, beleuchtet die Redaktion Highlights der Kulturszene und stärkt damit nachhaltig die kulturelle Vielfalt.

Kulturberichterstattung ist für eine Tageszeitung selbstverständlicher Teil ihrer Arbeit. Nach Ansicht der Jury geht die NW mit ihrer Initiative allerdings deutlich darüber hinaus und sorgt mit der wöchentlichen Stern-Verleihung dafür, dass regionale Kulturinitiativen, Projekte und Akteure noch mehr Aufmerksamkeit und Anerkennung in und außerhalb der Region erfahren. Die Jury schätzt in besonderem Maße die hohe Aufmerksamkeit und Würdigung, die kulturelle Institutionen und Einzelkünstler aus OWL hierdurch erfahren, und würdigt die Initiative der NW mit einem Sonderpreis.

Die Bewertungskriterien:

Ausgezeichnet werden jeweils ein kleines, ein mittleres und ein großes Unternehmen aus OstWestfalenLippe, die sich in besonderer Weise für die Förderung der Kultur in der Region einsetzen. Preiswürdig sind Engagements, die

– eine Kultureinrichtung unterstützen oder ein Kulturprojekt ermöglichen

– eine künstlerische Leistung in der Region würdigen

– das kulturelle Angebot und die Vielfalt in OstWestfalenLippe stärken

– das unternehmerische Bekenntnis zum Standort OWL ausdrücken

– gezielt in die Unternehmenskommunikation eingebunden werden.

 

Die Mitglieder der Jury:

Dr. Florian Böllhoff, Unternehmerberater, Bielefeld

Angela Braun-Kampschulte, Ministerialrätin, Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen

Gero Walter Frommholz, Geschäftsführender Gesellschafter Walter Frommholz GmbH & Co. KG, Spenge; Vorstandssprecher Wirtschaftsjunioren Ostwestfalen e. V.

Andreas Kimpel, Beigeordneter für Kultur, Sport, Theater und Stadthalle, Stadt Gütersloh

Michael A. Rehnen, Partner, KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Bielefeld

Prof. Dr. Eva-Maria Seng, Kunst- und Architekturhistorikerin, Universität Paderborn

Dr. Manfred Strecker, ehemaliger Kulturredakteur

Marianne Thomann-Stahl, Regierungspräsidentin, Bezirksregierung Detmold

Herbert Weber, Geschäftsführer, OstWestfalenLippe GmbH

Prof. Dr. Matthias Wemhoff, Direktor des Museums für Vor- und Frühgeschichte und Landesarchäologe des Landes Berlin

Dr. Reinhard Zinkann, Geschäftsführender Gesellschafter, Miele & Cie. KG, Gütersloh

Veröffentlicht von

Peer-Michael Preß

Peer-Michael Preß – Engagement für die Unternehmerinnen und Unternehmer in der Region seit fast 20 Jahren. Als geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG in Detmold ist er in den Geschäftsfeldern Magazin- und Fachbuchverlag, Druckdienstleistungen und Projektagentur tätig. Seine persönlichen Themenschwerpunkte sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien.

Sie erreichen Peer-Michael Preß unter:

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