Truppenabzug – berufliche Integration der Zivilbeschäftigten

Paderborn / OWL. In diesen Tagen trafen sich Personalverantwortliche der Britischen Streitkräfte, Betriebsräte, Gewerkschaftsvertreter, kommunale Entscheidungsträger und Vertreter der Arbeitsagenturen Bielefeld, Herford und Paderborn um über den aktuellen Stand der beruflichen Integration der Zivilbeschäftigten zu sprechen. Die bisherigen Aktivitäten wurden präsentiert und die Planungen erörtert.

In Folge des Streitkräfteabzugs werden die Standorte in Herford voraussichtlich Ende September 2015, in Gütersloh 2017, in Paderborn und Sennelager Ende 2018 und das Hauptquartier in Bielefeld danach geschlossen. Betroffen hiervon sind insgesamt rund 1.400 zivile Beschäftigte.

Zunächst erläuterte die Chefin der Herforder Arbeitsagentur, Frauke Schwietert, die Situation in Herford. Da der Truppenabzug mit den entsprechenden Konsequenzen für die Beschäftigten relativ kurzfristig bevorsteht, wurden dort bereits im Rahmen von Personalversammlungen die Zivilbeschäftigten über das Dienstleistungsangebot der Arbeitsagenturen informiert und über Möglichkeiten einer sinnvollen Nutzung der verbleibenden Zeit bis zur Schließung gesprochen, wie berufliche Qualifizierung und Verbesserung der Deutschkenntnisse. Ebenfalls wurden in der Kaserne Einzelberatungen und Stärken-/Schwächenanalysen durchgeführt.
Von einer ähnlichen Herangehensweise berichtete Jobst Hilker, Vize-Chef der Bielefelder Arbeitsagentur für den Kreis Gütersloh und die Stadt Bielefeld. Hier werden zusätzlich nach den „Gruppeninformationen“ vor Ort weiterhin regelmäßig Sprechstunden in den Kasernen angeboten. In Gütersloh seien vom psychologischen Dienst der Agentur Sprachstandtests durchgeführt worden, um eine klare Basis für eine Sprachförderung und weitergehende Qualifizierungsmaßnahmen festzustellen.

Für die Region Paderborn berichtete Agenturchef Rüdiger Matisz von ersten Gesprächen mit den Beteiligten. Hier wird sich nach aktuellem Stand die Standortschließung bis Ende 2018 hinziehen. In Abstimmung mit den Personalverantwortlichen werde man bis Mitte 2014 über die Einrichtung von Deutschkursen sprechen, um dann ab Herbst 2014 in Personalversammlungen in den Kasernen und daran anschließend in Einzelberatungen in die Integrationsarbeit einzusteigen, ähnlich wie in den Nachbarregionen.

Die Schließung der Alanbrooke Kaserne (Paderborn, Elsener Str.) voraussichtlich schon 2016, bereite laut Christian Apel, Personalleiter für den Standort Paderborn/Sennelager, keine größeren personellen Probleme. Die relativ kleine Zahl an Zivilbeschäftigten dort, könne aller Voraussicht nach in anderen Kasernen weiter beschäftigt werden.

In allen drei betroffenen Agenturbezirken sind bislang 36 Qualifizierungsmaßnahmen angelaufen bzw. in Planung. Hier wird immer wieder geprüft, ob auch „grenzüberschreitend“ Teilnehmer in passende Maßnahmen einmünden können. Die Schwerpunkte liegen bei den KFZ-Mechatronikern, Berufskraftfahrern, Rettungsassistenten und Feuerwehrleuten.

Andreas Schrader, Vorsitzender der Betriebsvertretung Paderborn, stellte noch einmal die Wichtigkeit einer umfassende Sprachförderung heraus: Erst wenn die Betroffenen sprachlich – mündlich wie schriftlich – in der Lage seien, Qualifizierungsmaßnahmen anzugehen, mache die Aufnahme einer Umschulung bzw. Weiterbildung Sinn.

Major John Moreton, Dienststellenleiter der „Paderborn Garrison Labour Support Unit (GLSU)“, sagte als Vertreter der Streitkräfte erneut bestmögliche Unterstützung der Zivilbeschäftigten bei den Eingliederungsaktivitäten zu, insbesondere eine Freistellung für Sprachlehrgänge, Umschulungen und Fortbildungen, soweit der „Dienstbetrieb“ es zulässt. „Die Einsatzbereitschaft der Truppe muss natürlich gewährleistet sein“. Moreton, der auch den Truppenabzug im Rheinland in verantwortlicher Position begleitet hatte, stellte heraus, dass auch dort die Zusammenarbeit aller Beteiligten bestens funktioniert habe. Hier in Ostwestfalen habe man den Vorteil einer deutlich längeren Zeitschiene, die es gemeinsam zu nutzen gelte. Moreton stellte aber auch heraus, dass er keine konkreteren Daten bezüglich der nächsten Schließungen nenne könne. Maßgeblich seien jeweils die Unterbringungsmöglichkeiten der Soldaten in England.
Moretan bedankte sich abschließend bei allen Beteiligten für das Engagement und die gute Zusammenarbeit bei der Unterstützung der beruflichen Integration der Zivilbeschäftigten.

Die Gesprächsteilnehmer verabredeten sich für eine Fortsetzung dieser jährlichen Informationsrunden, die bei Bedarf aber auch in kürzeren Zeiträumen stattfinden können.

www.arbeitsagentur.de

Veröffentlicht von

Peer-Michael Preß

Peer-Michael Preß – Engagement für die Unternehmerinnen und Unternehmer in der Region seit fast 20 Jahren. Als geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG in Detmold ist er in den Geschäftsfeldern Magazin- und Fachbuchverlag, Druckdienstleistungen und Projektagentur tätig. Seine persönlichen Themenschwerpunkte sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien.

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