Selbständigkeit bei jungen Leuten kaum gefragt: Potenzial wird verschwendet

Bild: ©istock.com/vgajic
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In vielen Ländern gibt es für junge Menschen kein erstrebenswerteres Ziel als die Selbständigkeit: Keine Chefs, die mit unsinnigen Regeln und Vorgaben nerven, sondern ganz einfach sein eigenes Ding machen und im Idealfall damit reich werden. Lediglich in Deutschland ticken die Uhren anders und so geht Jahr für Jahr viel Potenzial und Kreativität verloren.

Junge Deutsche wollen Sicherheit

Während sich im EU-Durchschnitt rund die Hälfte der Jugendlichen vorstellen könnte, selbständig zu werden, sind es in Deutschland gerade mal ein Drittel. Dies ergab eine Studie des Marketingunternehmens Amway, für die 44.000 Menschen in 38 Ländern befragt wurden. Die Gründe sind vielfältig. So wird es Selbständigen in Deutschland nach wie vor sehr schwer gemacht und in den Schulen wird das Thema „Unternehmertum“ kaum besprochen. Dazu kommt die noch immer vorherrschende Mentalität, das eine gescheiterte Selbständigkeit dem Betroffenen lebenslang den Stempel „Versager“ aufdrückt, während er in anderen Ländern für den mutigen Versuch gefeiert würde.

Stattdessen entscheiden sich deutsche Jugendliche bevorzugt für sichere Studienfächer wie BWL und Ingenieurswissenschaften oder Ausbildungsberufe wie Bürokauffrau/-mann und Einzelhandelskauffrau/-mann. Dabei gibt es gute Beispiele wie eine zündende Idee von der Selbständigkeit geradewegs in den Erfolg führen kann.

Neue Branchen bieten enormes Potenzial

Junge Leute mit einem Gespür für die neuesten Trends tun sich ganz besonders als erfolgreiche Unternehmer hervor. Während sich die Regierung und die Gesundheitsbehörden beispielsweise noch um die Gefahren der modernen E-Zigaretten streiten, haben findige Unternehmer den Trend längst erkannt. So eröffnete InnoCigs kürzlich bereits die dritte Filiale von Mr Smoke im Großraum Hamburg, diesmal in Harburg.

Ähnlich innovativ zeigt sich die deutsche Gaming Branche, die in den letzten Jahren einige auch international erfolgreiche Spiele entwickelt hat. Nach dem großen Hype um praktische Apps für das Smartphone bahnt sich hier mit eSports der nächste Trend an. Kürzlich gab die ESL (Eletronic Sports League) bekannt, den ersten Fernsehsender für eSport zu starten, auf dem Fans den Profizockern rund um die Uhr zusehen können.

Immerhin: Je weniger junge Deutsche den Sprung in die Selbständigkeit wagen und sich an scheinbar sichere Jobs in Festanstellung klammern, umso weniger Konkurrenz gibt es für die mutigen Unternehmer, die den Schritt wagen. Vielleicht kommt dann irgendwann das nächste Spotify, die nächste trendy Smartphone-Marke oder eine weltweite Coffeeshop-Franchise auch einmal aus deutschen Landen.

Veröffentlicht von

Peer-Michael Preß

Peer-Michael Preß – Engagement für die Unternehmerinnen und Unternehmer in der Region seit fast 20 Jahren. Als geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG in Detmold ist er in den Geschäftsfeldern Magazin- und Fachbuchverlag, Druckdienstleistungen und Projektagentur tätig. Seine persönlichen Themenschwerpunkte sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien.

Sie erreichen Peer-Michael Preß unter:

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